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Satellitennavigation Worauf Sie beim Kauf eines Navigationsgeräts achten sollten

Von der Haustierortung bis zur Schnitzeljagd: Navigationsgeräte lassen sich für verschiedenste Zwecke einsetzen. Wir verraten Ihnen, worauf Sie beim Kauf eines Navigationsgerätes achten sollten und wozu die Satellitennavigation noch alles gut ist.

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Wassersportler mit GPS-Empfänger: Satelliten-Navigation ist zum Massenphänomen geworden

Vom Fahrspurassistenten bis zum MP3-Player - immer mehr Navigationsgeräte liegen in den Regalen und bieten immer mehr Services. Wir sagen Ihnen, was sich lohnt und worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Doch die Satelliten des Global Positioning Systems (GPS) können noch vielmehr, als Ihrem Auto den Weg zu weisen. Vom funkenden Hundehalsband bis zur modernen Schnitzeljagd gibt es zahlreiche Anwendungen.

Kartenmaterial

Karten für Deutschland, oft auch Österreich und die Schweiz sind bei den Geräten in der Regel enthalten. Teurere Geräte haben teilweise auch schon Europakarten dabei, der Aufpreis kann sich lohnen. Achten Sie auf die Aktualität und auch schon bei der Anschaffung darauf, was Zusatzkarten oder Updates kosten – denn je preiswerter die Geräte werden, desto mehr verdienen die Hersteller über die Karten. So werden vor dem Italienurlaub schnell noch einmal 100 Euro fällig. Noch ein Vorteil der tragbaren Geräte: Auch die Karten sind oft preiswerter, als die der fest installierten Navigationsgeräte, die mit bis zu 300 Euro zu Buche schlagen.

Updates, also Aktualisierungen, gibt es meist vierteljährlich. Jedes Jahr ändert sich zudem etwa zehn Prozent des Straßennetzes, doch überlegen Sie, wie oft sich solche Investitionen lohnen. Gerade bei Gelegenheitsnutzern reicht eine Karte auch lange. Für alle, die beruflich viel unterwegs und auf aktuellste Daten angewiesen sind, bietet Navigon eine interessante Flatrate: Mit Fresh Maps bekommen Sie für 99 Euro zwei Jahre lang alle Aktualisierungen.

Obwohl die Kartenhersteller ständig unterwegs sind, um Straßenumbenennungen, neue Kreuzungen oder Ampeln aufzunehmen, schleichen sich Fehler ein. Korrekturen kann man bei einigen Anbietern oder den Kartenherstellern online melden. Bei Tom Tom gehen monatlich etwa eine Million Hinweise ein. Über die Funktion Map Share in den Geräten der Go-Serie, kann man sich diese auf sein Gerät laden.

Sonderziele

Die meisten Geräte haben die sogenannten POIs (Points of Interest) bereits integriert – von Hotels und Gaststätten über Tankstellen bis hin zu Sehenswürdigkeiten kann man sich damit weit mehr als die reine Strecke anzeigen lassen. Bei einigen Anbietern lassen sich zudem aus dem Internet Listen mit Sonderzielen herunterladen. So bietet Garmin kostenlos Listen aller deutschen Filialen von Starbucks, Saturn und Media Markt oder diverser Zoos an.  (http://www.garmin.de/extras/poi/index.php )

Sprachsteuerung und Freisprecheinrichtung

Einige Geräte lassen sich inzwischen per Spracheingabe steuern, das während der Fahrt manchmal riskante Herumtippen auf dem Bildschirm entfällt. Bei dem Medion P4425 funktioniert das sehr gut, wie WiWo Redakteur Thomas Kuhn getestet hat  Bessere Navigationsgeräte lassen sich auch zur Freisprecheinrichtung umfunktionieren. Das funktioniert über die Bluetoothfunktion ihres Mobiltelefons.

Fahrspurassistent

Moderne Navigationsgeräte verfügen über einen Fahrspurassistenten. Sie sagen Ihnen nicht nur, dass Sie abbiegen müssen, sondern kündigen Spurwechsel an. Praktisch ist es, wenn unübersichtliche Kreuzungen vorab auf dem Gerät angezeigt werden.

Stauwarnung

Über TMC oder der teilweise kostenpflichtige Dienst TMC Pro empfängt das Navigationsgerät Verkehrsmeldungen, wie das Autoradio und berechnet so mögliche Alternativstrecken. Ein neuer Service, den Tom Tom bereits in den Niederlanden einsetzt nennt sich High Definition Traffic, in der zweiten Jahreshälfte soll die Funktion auch in Deutschland eingeführt werden. Das Unternehmen kooperiert dabei mit Mobilfunkanbietern wie Vodafone, die anonymisiert die Bewegungen von Tausenden Handys messen und so ebenfalls Staus orten.

Zudem haben die Holländer in den letzten Jahren nach eigenen Angaben eine Milliarde gefahrener Kilometer ihrer Nutzer ausgewertet. Diese Erfahrungen werden nun mit der IQ Routes genannten Funktion in neuen Geräten integriert. Die berechneten Streckengeschwindigkeiten sollen so realistischer werden und je nachdem ob man sich im Berufsverkehr oder am Wochenende bewegt die jeweils optimalen Routen empfohlen werden. Die neuen Tom Tom Go 930 und 730 sollen das bereits können, bei einem Test der „FAZ“ ergaben sich jedoch nur marginale Unterschiede zu herkömmlichen Routenvorschlägen, oft lenkte das Gerät den Tester in bekannte Staustrecken. Nach Auskunft von Tom Tom liegt dies daran, dass bisher nur zwischen Werktagen und Wochenende unterschieden werde, nicht jedoch nach der Tageszeit. Dies ist der nächste Schritt, der in der kommenden Generation integriert werde. 

Diebstahlwarner

Honda bietet inzwischen Kunden seines Navigationsdienstes Internavi Premium Club an, dass die Geräte vor Gegenden mit hoher Autodiebstahlquote warnen. Allerdings bisher nur in  Japan - allein in Tokio sind das fast 900 Orte.

Neue Einsatzmöglichkeiten für Navis

Landwirtschaft

Auch Bauern setzen vermehrt auf Satellitennavigation. „Precision farming“, also präziser Ackerbau, nennt sich dieses System, das in den vergangenen Jahren mit Hilfe des Bundesforschungsministeriums entwickelt wurde. Bei größeren Feldern mit unterschiedlicher Bodenbeschaffenheit können die Eigenschaften vorher programmiert werden und so wird automatisch tiefer gepflügt oder mehr gesät.

Haustierortung und Handyspion

Wissenschaftler oder manche Landwirte nutzen schon länger GPS-Chips, um den Aufenthaltsort von Tieren zu verfolgen. Ähnliche Angebote gibt es auch für Haustierbesitzer – die Angst um entlaufene Hunde soll damit ein Ende haben. Das Unternehmen Anivis bietet beispielsweise ein sogenanntes Dogphone (http://www.anivis.de/site.asp?page=home) – das allerdings ohne Mobilfunkvertrag stolze 470 Euro kostet. Man kann sich dann die Koordinaten des Hundes per SMS schicken lassen oder sie in einem speziellen Internetportal einsehen. Auch andere Unternehmen bieten entsprechende Funkhalsbänder und Ortungsgeräte. (http://www.derjagdhundshop.de/GPS-Ortungsgeraete-21?XTCsid=jg4tpontf1beqfn2vnsk2pj6rm1hs4hk)

Neben Klingeltonwerbungen werden derzeit oft Handyspion-Programme zur Ortung von Freunden angeboten – meist verbirgt sich dahinter nur eine Simulation. Doch natürlich lassen sich auch Menschen per Handy oder GPS orten. Viele tun das sogar freiwillig: Dienste wie Plazes, Dopplr oder Aka Aki werden genau dazu genutzt. Diese Angebote funktionieren über manuelle Eingaben, drahtlose Internetnetze oder die Funktverbindung Bluetooth. So wie man heute in virtuellen Kontaktnetzwerken wie StudiVZ, Xing oder Facebook neue Leute kennenlernt, wird das bald auch auf der Straße mit dem Handy passieren.

Outdoor und Schnitzeljagd

Ob Gleitschirmflieger oder Mountainbiker, Wassersportler oder Kletterer – wer gern und viel in der Natur unterwegs ist weiß, dass die Positionsbestimmung hier überlebenswichtig sein kann. Daher nutzen viele abenteuerlustige Outdoorsportler schon lange Navigationsgeräte, Garmin kommt ursprünglich aus diesem Bereich und bietet zahlreiche Geräte an. Klassischerweise zeigten diese nur die GPS-Koordinaten an und man muss trotzdem Karten lesen und sich mit den Zusatzinformationen orientieren können.

Inzwischen gibt es auch immer mehr Geräte mit Karten und Angebote, die sich an normale Wochenendausflügler richten. Wandervereine und Tourismusveranstalter bieten Touren als GPS-Downloads (http://www.gps-tour.info). „GPS ist eine gute Ergänzung zu Karte und Kompass“, sagt Jörg Bertram, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Wanderjugend. „Man kann über die Technik sogar junge Leute zum Wandern begeistern, die damit vorher nicht viel am Hut hatten.“ So unterstützt die Wanderjugend das seit einiger Zeit populäre Geocaching (http://www.geocaching.de/). Bei dieser modernen Schnitzeljagd macht man sich mit einem GPS-Empfänger auf die Suche nach einem Schatz, dessen Koordinaten im Internet zu finden sind. In der Regel handelt es sich um Kisten, in dem sich Überraschungsgegenstände befinden, die getauscht werden. Bekannt wurde Geocaching auch durch den Comedian Bernhard Hoecker, der über sein Hobby das Buch „Aufzeichnungen eines Schnitzeljägers“ geschrieben hat. 

Spielerischer Umgang mit Koordinaten wird auch beim „Degree Confluence Project“ (http://www.confluence.org/index.php) gepflegt. Hier geht es darum, alle auf dem Festland gelegenen, ganzzahligen Schnittpunkte von Längen- und Breitengrade auf der Erde zu besuchen und mit Fotos im Internet zu dokumentieren. Mehr als 5000 solcher Punkte haben die Unterstützer bereits gesammelt, davon 33 in Deutschland (http://www.confluence.org/country.php?id=13). Doch mehr als 10000 Schnittpunkte sind noch offen.

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