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Solarenergie RWI: Einrichtung neuer Solaranlage begrenzen

Zwar wollen CDU/CSU und FDP die Solarsubventionen kürzen. Doch das geht Forschern des RWI nicht weit genug. Sie fordern jetzt, die Einrichtung neuer Solaranlagen zu begrenzen.

Anteile einzelner Technologien an der Bruttostromerzeugung in Deutschland

Jeder Arbeitsplatz in der deutschen Solarindustrie wurde schon im vergangenen Jahr mit durchschnittlich 175.000 Euro subventioniert – Tendenz steigend. Denn durch die schnell wachsende Zahl an Solaranlagen könnten die Beihilfen für die Fotovoltaik in diesem und im nächsten Jahr auf 53,4 Milliarden Euro steigen.

Damit würden sich die Subventionen gegenüber den Beihilfen für die bis 2008 installierten Solaranlagen binnen zweier Jahre verdoppeln. Das hat das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) in einer Studie errechnet. Derzeit erhalten die Betreiber von Solaranlagen 43 Cent pro Kilowattstunde, wenn sie den Strom ins öffentliche Netz einspeisen. Das entspricht dem Achtfachen des an der Börse erzielten Strompreises.

Forderung nach Subventionskürzungen

Zwar wollen CDU/CSU und FDP die Solarsubventionen kürzen. Im Gespräch ist eine Reduzierung um zehn Prozent für 2010 – zusätzlich zu der schon gesetzlich vorgeschriebenen Reduzierung um acht Prozent. Doch das geht dem RWI-Energieexperten Manuel Frondel nicht weit genug. „Die Subventionen müssen noch viel stärker gekürzt werden“, fordert er. Ein noch größerer Effekt werde erzielt, wenn die Neueinrichtung von Solaranlagen gedeckelt würde – vom nächsten Jahr an auf das Niveau von 2008, schlägt der RWI-Experte vor.

Bei einer Deckelung des Zubaus auf jährlich 1500 Megawatt würde die Summe der Subventionen für die bis 2013 installierten Anlagen bei rund 59,9 Milliarden Euro liegen, bei einem Zubau von nur 1000 Megawatt pro Jahr, ergäben sich Kosten von insgesamt 53 Milliarden Euro. Dabei sind Solaranlagen längst nicht so ergiebig wie etwa Windräder – und für die betrugen die Subventionen von 2000 bis 2008 mit bis zu 20 Milliarden Euro nur etwa die Hälfte.

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