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Spionage Amerika liest mit

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Cloud 3 Quelle: Nicholas Blechman

Zwar feilen auch Länder wie China und Russland an Netz-Spionagetechniken. Doch die Cloud-Dienste werden zu einem großen Teil von amerikanischen Unternehmen angeboten, darunter Salesforce, Rackspace, Google und Amazon.

Und die müssen auf ihren Servern gespeicherte Informationen auf Anfrage jederzeit an US-Geheimdienste abtreten – oft ohne Begründung seitens der Spione.

Riesiger Datenstaubsauger

Europäische Konzerne wie Daimler und Royal Dutch Shell fürchten, dass die USA auf diese Weise gesammelte Daten und Geschäftsgeheimnisse gegen sie verwenden könnten, bei internationalen Ausschreibungen zum Beispiel. "Für viele Geschäftskunden ist das ein relevanter Punkt, sie sind beunruhigt", sagt Olaf Vogel, Chefjurist der Telekom-Tochter T-Systems.

Diese Problematik haben mittlerweile sogar EU-Politiker erkannt. Liberale und grüne Europaabgeordnete forderten Anfang Juli von der EU-Kommission Aufklärung über den Schutz von Informationen. Sie wollen unter anderem wissen, ob es mit EU-Recht vereinbar sei, wenn die USA auf Daten europäischer Nutzer und Firmen zugreifen.

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    Auch Microsoft-Nutzer stehen im Fokus

    Übertrieben ist die Vorsicht nicht. Vor wenigen Wochen erst, bei der Produktvorstellung des neuen Office 365, musste der britische Microsoft-Niederlassungsleiter Gordon Frazer zugeben, dass nicht einmal die Kundendaten auf europäischen Microsoft-Servern vor dem Zugriff der US-Behörden sicher sind: Weil Microsoft ein amerikanisches Unternehmen ist, müsse es Geheimdiensten Zugriff gewähren, selbst auf Großrechner, die im Ausland stehen.

    Auch Google teilte auf Anfrage der WirtschaftsWoche mit, dass "die US-Regierung auf außerhalb der USA gespeicherte Daten zugreifen kann". Der Konzern habe schon viele solcher Anfragen erhalten. Wie wenig Internet-Nutzer von diesem Verfahren wissen, zeigte vor wenigen Wochen das Beispiel Dropbox.

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