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Spionage Amerika liest mit

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Sony-Logo Quelle: dapd

Eine paar unbedachte E-Mails und ein paar als verdächtig eingestufte Dateien könnten die NSA-Großrechner in Kombination als Bedrohung werten. Schlimmstenfalls könnte ein Mechanismus in Gang gesetzt werden, durch den der Namen des Nutzers auf einer Flugverbotsliste landet. Denn natürlich versucht die NSA die gigantischen Datenmengen auszuwerten. Und die Technologien, die dabei helfen, machen enorme Fortschritte. Mittlerweile gibt es Algorithmen, die anhand der Bewegungsprofile von Handynutzern zu prognostizieren versuchen, was sie unter bestimmten Bedingungen abends unternehmen werden. Mit ähnlichen Verfahren entschlüsseln Internet-Werber längst auch die Interessen von Nutzern im Netz.

NSA expandiert stetig

Und die NSA baut ihre Fähigkeiten immer weiter aus. Um riesige Datenmengen speichern und verarbeiten zu können, errichtet der Geheimdienst mehrere neue Rechenzentren. Im texanischen San Antonio hat der Dienst eine frühere Fabrik des Technologieriesen Sony gemietet. Dort entsteht ein 40.000 Quadratmeter großes Rechenzentrum. Im US-Bundesstaat Utah, einen Steinwurf von der Olympiastadt Salt Lake City entfernt, entsteht ein weiterer Serverpark. Der soll eine Milliarde Dollar kosten und mehr als doppelt so groß werden wie sein Pendant in San Antonio.

Doch das ist nur ein Teil der Expansion. Um an neue Technologien zu gelangen, haben die US-Geheimdienste mit In-Q-Tel eine eigene Investmentgesellschaft gegründet, die seit 1999 Geld in junge Technologiefirmen steckt. 2009 stieg In-Q-Tel etwa in das Startup Visible Technologies ein, das Inhalte von öffentlichen Web-Angeboten wie Twitter, YouTube und unzähligen Weblogs überwachen kann, um sich anbahnende Krisen jeder Art früh erkennen zu können.

NSA spioniert auch im Ausland

In-Q-Tel steckte auch hinter der Entwicklung der Satelliten-Landkarte Key-hole, die später an Google verkauft und in Google Maps umbenannt wurde. Wo die technische Entwicklung nicht schnell genug geht, wird eben nachgeholfen. Damit entwickelte sich die von Akademikern und Elektroingenieuren bevölkerte NSA "in aller Stille in die weltweit führende Organisation für Operationen im virtuellen Raum", schreibt Richard Clarke, ein Ex-Sicherheitsberater der US-Regierung, in seinem gerade auf Deutsch erschienenen Buch "World Wide War". Die NSA habe die IT-Internet-Infrastruktur auch außerhalb der USA gründlich infiltriert, um Organisationen im Ausland auszuspionieren.

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