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Stammzellenforschung "Es ist niederschmetternd"

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Was passiert mit den bereits über 100 erteilten Stammzellpatenten in Europa.

Um das beurteilen zu können, müsste ich Jurist, nicht Stammzellforscher sein. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie die am stärksten betroffenen Länder Großbritannien und Schweden auf das Urteil reagieren werden und ob sie die Patente widerrufen oder noch anhängige Verfahren für nichtig erklären. Gleichzeitig hat ja gerade erst vor drei Wochen in Großbritannien die erste klinische Studie mit Netzhautzellen aus embryonalen Stammzellen begonnen. Das passt alles nicht zusammen. Und es konterkariert die bisherige europäische Förderpolitik.

Wie meinen Sie das?

Brüstle: Nun, im achten EU-Forschungsrahmenprogramm wir enorm viel Wert auf Translation gelegt, also die Anwendung und Umsetzung der Forschungsergebnisse. Deshalb wird besonders auf die gleichzeitige Beteiligung von Unternehmen an den Forschungsprojekten geachtet. Welches Interesse sollten die in Zukunft haben, bei solchen Projekten mit zu arbeiten?

Sind die embryonalen Stammzellen den überhaupt noch so wichtig? Seit einigen Jahren lassen sich ja auch adulte Stammzellen wieder zurück programmieren.

Ja, aber diese so genannten induziert pluripotenten Stammzellen besitzen noch eine ganze Reihe von Unzulänglichkeiten. Das Hauptproblem: Sie sind aus adulten Zellen eines mehr oder weniger erwachsenen Menschen gewonnen, haben also schon ein gewisses Alter. Ich fürchte, sie werden nie so gut sein, wie die embryonalen Stammzellen.

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