Startup Airbnb "Die deutschen Copycats interessieren uns nicht"

Brian Chesky und Nathan Blecharczyk, Mitgründer von Airbnb und Gunnar Froh, Country Manager Deutschland, über die Webkonkurrenz zur eigenen Wohnraumcommunity, weitere Ausbauziele und die Rentabilität der Website.

Skurrile Unterkünfte: Auch in einem Iglu kann sich ein Gast bei Airbnb einmieten

Nach Facebook und Groupon sind der neue ganz große Trend im Internet Wohncommunities. Reisende können sich hier in die Räumlichkeiten einbuchen und gleichzeitig mit ihren Bewertungen über die Qualität und den Gastgeber informieren. Kombiniert wird dies mit einem sozialen Netzwerk. Nachdem Airbnb schon vor drei Jahren mit dieser Idee gestartet ist, haben nun auch deutsche Webunternehmer das Potenzial erkannt – und mischen mit ihren Klonen den Markt auf. Die Bekanntesten sind 9flats.de und wimdu.de, die beide Millionenbeträge für ihre Projekte einsammelten.

Die Klone spekulieren häufig darauf, später von dem amerikanischen Original für viel Geld aufgekauft zu werden. Das ist zum Beispiel den Samwer-Brüdern mit ihrem Klon von Groupon geglückt. Airbnb hat aber vor wenigen Tagen mit einer Aquise darauf reagiert und sich Accoleo einverleibt und dessen Mitgründer gleich zum eigenen Deutschland-Chef ernannt. Derzeit touren die amerikanischen Gründer durch Deutschland. Im wiwo.de-Interview sprechen sie über ihre Pläne.

WirtschaftsWoche: Mr. Chesky, Sie sagen, dass Sie Ihre eigene Wohnung aufgegeben haben und nun nur noch in fremden Zimmern übernachten. Wo haben Sie die letzten Nächte in Deutschland geschlafen?

Chesky: Selbstverständlich haben wir alle unsere Appartments über Airbnb gebucht. Hier in Hamburg sind wir beispielsweise bei tollen Gastgebern im lebendigen Portugiesenviertel am Hafen untergekommen.

Brian Chesky und Nathan Blecharczyk

Mehrere deutsche Klone, „Copycats“, versuchen, Airbnb zu kopieren. Was halten Sie von dieser Konkurrenz?

Blecharczyk: Die Copycats in Deutschland interessieren uns nicht sonderlich. Wir haben drei Jahre alle Kraft in den Aufbau einer funktionierenden Community investiert – und eine solche Community kann man nicht einfach in wenigen Monaten mit Geld erkaufen.

Aber zum Beispiel die Samwer-Brüder haben gerade eine Geldspritze von 90 Millionen Dollar eingesammelt und greifen mit Wimdu gewohnt aggressiv den Markt an. Wie reagieren Sie darauf?

Blecharczyk: Wir sind das Original. Das ist eine andere Situation bei uns im Vergleich zum Beispiel zu Groupon. Groupon hatte keinerlei eigene Aktivitäten in Deutschland und Europa und musste auf das rasante Marktwachstum der Wettbewerber reagieren. Bei den Wohncommunities geht es nicht nur darum, in möglichst vielen Städten präsent zu sein, sondern vielmehr, dass auch eine große Community die Idee der gegenseitigen Vernetzung trägt. Und das lässt sich nicht so einfach kopieren.

Froh: Es ist ja bekannt, dass wir vor kurzem eine Mail an alle unsere deutschen Mitglieder versandt haben. Denn es gab Verwirrungen, weil manchmal nicht ganz klar war, inwiefern Anrufe von Wettbewerbern nun von Airbnb kamen oder nicht. Aber mit diesem Brief ist das jetzt ein für allemal geklärt.

Haben Sie also nicht in Berlin zum Beispiel die Samwer-Brüder getroffen?

Blecharczyk: Wir haben da keine Anknüpfungspunkte. Wir haben den deutschen Anbieter Accoleo deshalb aquiriert, weil uns die Macher dort gefielen und sie gut in unsere Unternehmenskultur passen.

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