WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Startups Die heimlichen Stars der Cebit

Seite 2/3

Boom der Beacons

Die besten Hochschulen für Gründer
Platz 3Beratung und Budget, Netzwerke und Nestwärme: Diese Kriterien legte der Gründungsradar des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft an. In der Kategorie "Kleine Hochschulen" (bis 5.000 Studierende) kam die Universität Witten/Herdecke auf den dritten Rang. Quelle: Presse
Platz 2Kategorie: Kleine Hochschulen (bis 5.000 Studierende) PFH Private Hochschule Göttingen Quelle: Presse
Platz 1Kategorie: Kleine Hochschulen (bis 5.000 Studierende) HHL Leipzig Graduate School of Management Quelle: Presse
Platz 3Kategorie: Mittelgroße Hochschulen (5.000 bis 15.000 Studierende) Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) Quelle: dpa-dpaweb
Platz 2Kategorie: Mittelgroße Hochschulen (5.000 bis 15.000 Studierende) Brandenburgische Technische Universität Cottbus Quelle: dpa-dpaweb
Platz 1Kategorie: Mittelgroße Hochschulen (5.000 bis 15.000 Studierende) Leuphana Universität Lüneburg Quelle: dpa
Platz 3Kategorie: Große Hochschulen (über 15.000 Studierende) Universität Potsdam Quelle: dpa

Als Sieger von Code_n wurde Viewsy aus London ausgezeichnet. Das Unternehmen bietet „Google Analytics offline“, sagt Viewsy-Manager Chika Mbonu. Onlineshops oder Betreiber von Webseiten wissen enorm viel über ihre Kunden. „Wir übertragen das Prinzip in die reale Welt“, sagt Mbonu, der zwei Jahre für Zalando gearbeitet und dort unter anderem das Inventarmanagement aufgebaut hat. Dazu werden die Bewegungsmuster der Kunden mit Hilfe von deren Handy-Funksignalen verfolgt. „Das ist extrem präzise aber anonym“, sagt Mbonu. Vor allem letzteres ist ihm enorm wichtig, da viele Nutzer fürchten, wie beim Surfen im Internet, nun auch während des Shoppings in der Einkaufsstraße von Unternehmen analysiert zu werden.

Doch das Kaufverhalten einzelner Kunden interessiere Viewsy gar nicht, stattdessen liefern sie Händlern Daten darüber, wie viele Kunden vor dem Schaufenster stehen bleiben, den Laden betreten oder wie sie sich dort bewegen. So kann der Effekt von unterschiedlichen Schaufenstergestaltungen oder anderem Promotionsmaßnahmen gemessen werden. Ein Kunde konnte damit den Anteil der Passanten, die den Laden betreten von 0,9 auf 1,2 Prozent steigern. Was wenig klingt bringt hochgerechnet auf auf 50 Filialen im Monat Mehreinnahmen von 720 000 Pfund.

Mehr als 25 Kunden nutzen den Service, darunter Vodafone und ABN Amro, auch im Amsterdamer Fußballstation ist die Technologie installiert.         

Doch nicht nur der Code_n-Teilnehmer arbeitet daran, die Digitalisierung im stationären Handel voranzubringen. „Der Handel weiß heute weniger über seine Kunden, als der Tante-Emma-Laden vor 50 Jahren“, sagt Sarik Weber, Mitinhaber des Startups Yoints. Die Hamburger wollen im Sommer ein händlerübergreifendes Bonusprogramm starten. Dabei soll das Handy die Kundenkarten ersetzen.

Technische Grundlage sind dabei Beacons, kleine Funksender die über Bluetooth auch in geschlossenen Räumen wo es kein GPS-Signal gibt, Telefone im Umkreis von 30 Metern orten können. Eine ganze Reihe von Unternehmen arbeitet derzeit an neuen Anwendungen, die Beacons nutzen.

„Bei den meisten Herstellern in China sind Beacons momentan für Monate ausverkauft“, sagt Alexander Oelling, Mitgründer des Startups Sensorberg. Die Berliner haben sich rechtzeitig Kontingente gesichert und erstellen derzeit als Dienstleister für diverse Unternehmen entsprechende Apps und Anwendungen. Auch auf der Cebit hat Sensorberg Beacons installiert. 

Eine Firma aus Kaiserslautern entwickelt die Funksender selbst. Asandoo war vor zwei Jahren auch Teilnehmer bei Code_n, damals noch unter dem Namen ID-enter. Das Startup will mit einem Partner unter anderem „intelligente Schaufenster“ entwickeln, die Glasfronten werden dabei zu Projektionsflächen. „Eine junge Frau bekommt dort etwas anderes angezeigt, als ein Rentner“, sagt Torsten Jensen.

Roboterspielzeug und Sensoren für Auto und Ohren

Neben all den auf Big-Data und Software fokussierten Anbietern gibt es aber auch handfeste Innovationen. Die schönsten hat Kinematics aus Bernau entwickelt: Kleine bunte Spielzeugroboter. Wie Legosteine können Kinder die Teile zusammenstecken, doch der Clou ist die integrierte Technik, wie Gründer Matthias Bürger demonstriert. Er nimmt einen Hund, drückt den Aufnahmeknopf und bewegt Körper und Beine für einige Sekunden. Dann stellt er das Spielzeug auf den Boden, drückt auf Play und das Plastiktier bewegt sich genau so, wie es ihm sein Entwickler gerade beigebracht hat.

Noch sind es Prototypen, doch bis Jahresende wollen die Kinematics-Macher die ersten in Serie gefertigten Exemplare verkaufen – Vorbestellungen sollen im Rahmen einer Crowdfunding-Kampagne ab April möglich sein.    

Auch das Münchner Startup Cosinuss zeigt in Hannover seinen Prototypen: einen Sensor der wie ein Ohrstöpsel aussieht. Neben der Pulsfrequenz können Sportler damit auch die Körperkerntemperatur messen, dass soll angenehmer zu tragen sein als Brustgurte und mehr und präzisere Daten liefern, als die derzeit boomenden Fitnessarmbänder. Zudem haben viele Sportler sowieso zum Musikhören einen Knopf im Ohr. Der nächste Schritt ist daher nahe liegend: „Wir arbeiten jetzt an der Kombination mit einem Kopfhörer“, sagt Gründerin Greta Kreuzer.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen

Jetzt auf wiwo.de

Sie wollen wissen, was die Wirtschaft bewegt? Hier geht es direkt zu den aktuellsten Beiträgen der WirtschaftsWoche.
Diesen Artikel teilen:
  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%