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Tablet-PCs Androiden greifen das iPad an

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Microsoft-Chef Steve Ballmer Quelle: AP

Keine Frage: Apple hat hier – erst mit dem iPhone, dann mit dem iPad – Standards gesetzt. Und so werden die Kalifornier das Tablet-Segment nach Ansicht von Experten wie Keith Bachman vom amerikanischen Marktforscher BMO Capital Markets zunächst auch weiter anführen.

Doch die Konkurrenz wird rasch härter. So versucht etwa Softwaregigant Microsoft mit einer für Tablets optimierten Version seines Windows-7-Betriebssystems einen Teil der PC-Dominanz in die mobile Welt hinüberzuretten. Und der weltgrößte PC-Hersteller, Hewlett-Packard, wird voraussichtlich im Frühjahr erste Mobilrechner auf der Basis des 2010 mit dem Handheld-Pionier Palm zugekauften Betriebssystems webOS auf den Markt bringen.

Der große Gewinner im 2011 auf weltweit mindestens 45 Millionen Geräte wachsenden Markt aber werde Google sein, prognostiziert Bachman. So trugen nach Branchenberechnungen 2010 noch gut vier Fünftel aller 15 Millionen verkauften Tablet-Computer das Apple-Logo. Doch spätestens in der zweiten Jahreshälfte 2011 werde Googles Android-Plattform, gemessen am Marktanteil der Softwareplattformen, auf ebenso vielen Tablets laufen wie das Apple-Betriebssystem iOS.

Google hängt Apple ab

Und – iPad 2 hin oder her – nach Ansicht von Bachman wird die Android-Fraktion Apple beim Wachstum in den nächsten Jahren sogar abhängen.

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    Damit zeichnet sich, wie in der Handywelt, auch bei den Tablets ein Zweikampf der Giganten ab zwischen Apple und Google. Denn der Suchmaschinenriese ist gerade dabei, sein bei Smartphones erfolgreiches Betriebssystem für den Einsatz auf den Tablet-Rechnern zu optimieren.

    Die nächste Android-Generation 3.0 – Codename Honeycomb – wird mit einem modifizierten Bedienkonzept mit 3-D-Darstellung von Anwendungs- und Bediensymbolen sowie erweiterten Funktionen wie etwa der automatischen Lesezeichensynchronisation zwischen Tablet und Haupt-PC speziell auf die handlichen Flach-Computer zugeschnitten sein.

    Und dieses System läuft auf den meisten neu vorgestellten Tablet-Rechnern. Motorola etwa sorgte auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas mit dem neuen Tablet-Modell „Xoom“ für Aufsehen (unten). Der einstige Handyspezialist will seinen Android-3.0-Rechner im März als einer der ersten Hersteller auf den US-Markt bringen. Der deutsche Markt folgt im späteren Jahresverlauf.

    Hersteller und Kunden profitieren vom Wettbewerb

    Auch Asus, Samsung oder Panasonic setzen auf Googles Technik, die zunehmend zum Windows der mobilen Internet-Welt wird: Apple besetzt das Premiumsegment. Das Massengeschäft macht Android, wie einst Microsoft auf dem PC.

    Von dem verschärften Wettbewerb werden nicht nur die Kunden – dank rasch fallender Gerätepreise – profitieren, sondern auch die Hersteller. Denn ähnlich wie die zwar vergleichsweise leistungsschwachen, aber preiswerten Netbooks, die das neue Marktsegment der Zweit- und Drittcomputer in Privathaushalten erschlossen haben, werden auch die Tablets weder Schreibtischrechner noch Laptops vom Markt verdrängen, sondern zusätzliche Umsätze generieren.

    Für viele traditionelle Anwendungsfelder des PCs sind sie mangels Rechenpower oder vernünftiger Tastatur eher ungeeignet. So lassen sich auf den virtuellen Displaytasten zwar nach einer Eingewöhnungszeit Texte und E-Mails verfassen. Wer aber Präsentationen gestalten oder Bilder bearbeiten will, benötigt auch in Zukunft eine Tastatur und eine Maus.

    Doch das tut dem Tablet-Boom keinen Abbruch: Laut einer Übersicht der BMO-Experten kommen im Laufe dieses Jahres 25 bis 30 neue Tablet-Computer von mindestens 20 Herstellern auf den Markt; darunter Asus, Fujitsu, Hewlett-Packard (HP), HTC, Lenovo, LG, MSI, Panasonic, Samsung, Toshiba und ViewSonic.

    Apples iPad 2 – zumindest das ist jenseits aller Gerüchte schon jetzt klar – ist dann nur noch ein Tablet von vielen.

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