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50 Ideen für eine bessere Welt Unternehmen sagen dem Raubbau den Kampf an

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Vernetzte Bürogeräte

Welche Lampe sich wo eignet
Pusteblumen-OLED-Lampe Quelle: dpa
Osram Halopar 16 Quelle: Osram
Philips MyAmbiance Quelle: Philips
Philips MyAmbiance Quelle: Philips
Für den Dauereinsatz: Osram Parathom A80- LED (12 Watt, 45 Euro) - sehr sparsam, langlebig Quelle: Osram
IKEA Sparsam Quelle: Ikea
Osram Duluxstar Quelle: Osram

Grün bilanzieren

Für den Chef des japanischen Drucker- und Kamerakonzerns Ricoh, Shiro Kondo, steht fest: Wir brauchen ein Wirtschaftssystem, das nicht mehr Ressourcen verbraucht, als die Erde ersetzen kann. Dass die Menschheit die Naturschätze jährlich um 30 Prozent überstrapaziert, hält er für „selbstzerstörerisch“.

Seinem Unternehmen hat Kondo aus dieser Einsicht heraus ein höchst anspruchsvolles Ziel gesetzt: Bis 2050 sollen Herstellung, Nutzung und Ausrangieren der Ricoh-Produkte die Umwelt nur noch rund ein Zehntel so stark belasten wie 2005 – und zwar nachrechenbar. Damit wurde sein Unternehmen industrieweit zu einem Vorbild. Um die notwendige Transparenz herzustellen, erfassen die Japaner sämtliche Material- und Energieströme und analysieren sie systematisch nach Einsparpotenzialen und ökologischen Alternativen.

So ersetzten Bauteile auf Basis von Biokunststoffen solche aus Erdöl. In der Produktion wiederum reinigen die Japaner Walzen und Papierfächer mit Nanobläschen aus Ozon statt wie früher mit Wasser. Überdies haben sie eine spezielle Tinte entwickelt, die den typischen Strombedarf eines Druckers auf eine Kilowattstunde (kWh) in der Woche senkt. Laserdrucksysteme zum Beispiel verbrauchen zwei bis vier kWh. Zudem beraten die Ricoh-Experten Kunden, wie sie im Büroalltag mit weniger Papier und Toner auskommen. Ihre Lieferanten verpflichten sie, ebenfalls möglichst wenig schädliche Chemikalien einzusetzen. Die Münchner Nachhaltigkeits-Ratingagentur Oekom Research wertet Ricohs Maßnahmenkatalog wegen seiner Breite als weltweit vorbildlich. „Das ist der Maßstab für den Aufbau grüner Produktionskreisläufe“, lobt Oekom-Experte Philipp Rühle.

Einmalig ist dabei das Rücknahmesystem der Japaner. In Recyclingzentren zerlegen sie Altgeräte, reinigen sie, tauschen verschlissene Teile aus und verkaufen die aufgemöbelten Multifunktionsdrucker unter dem Label Greenline wieder. Sie sind praktisch wie neu, kosten aber gegenüber einem Neugerät rund die Hälfte. Und ihre Ökobilanz ist unschlagbar. Gerade einmal neun Kilogramm CO2-Ausstoß verursacht die Herstellung des Recyclingdruckers – gegenüber 88 Kilogramm bei einem Neugerät.

Sparen im Schwarm

In einem Konzern laufen Hunderttausende Computer, Drucker, Telefone, Faxgeräte und Kopierapparate. Was wäre, wenn sie sich alle zentral steuern und abschalten ließen? Genau das ermöglicht Josef Brunner mit seinem Münchner Startup Joulex: Der IT-Experte hat eine Software entwickelt, die Geräte über das firmeneigene Netzwerk abschaltet, wenn sie nicht in Gebrauch sind. Die Joulex-Software läuft heute weltweit in über 100 Großunternehmen.

Umwelt



Bei Cisco beispielsweise hat Brunner eine halbe Million Bürogeräte vernetzt. Der Effekt: Die Firmen reduzieren ihren Stromverbrauch um bis zu 60 Prozent. Würden alle Unternehmenscomputer in den USA auf diese Weise gesteuert, ließen sich laut PC Energy Report rund 2,8 Milliarden Dollar sparen.

Schüttel-Strom

Mitunter werden Katastrophen zu Katalysatoren der Innovation. Wie im Falle jener Taschenlampe, die der japanische Technologiekonzern Brother 2011 nach Erdbeben, Tsunami und Reaktorkatastrophe auf den Markt gebracht hat: Die schlichte Leuchte besitzt weder Batterie noch Generatorkurbel – und liefert doch quasi unbegrenzt Licht. Zumindest solange ihr Benutzer sich oder die Lampe bewegt, denn sie wandelt diese kinetische Energie in Strom um. Zwei bis drei Minuten Bewegung erzeugen genug Strom für eine Viertelstunde Licht.

Energy Harvesting – zu Deutsch Energieernte – nennen Fachleute diese Idee. Und an solchen Projekten arbeiten gerade viele: Künftig soll der aus Bewegung, Wärme oder sogar Schallwellen gewonnene Strom – vom Handy bis zum Herzschrittmacher – weite Teile von Industrie und Alltag erobern.

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