Castor-Behälter Grüne sorgen sich um Deutschlands Atommüll

Wie sicher ist der Atommüll in Deutschlands Castor-Behältern? Unmittelbare Gefahr besteht wohl nicht – aber für bestimmte Teile der tonnenschweren Castoren fehlen Sicherheitsnachweise. Die Grünen fordern Aufklärung.

Diese Länder setzen (noch) auf Atomenergie
Hokkaido Electric Power's Tomari nuclear power station at Tomari village in Japan's northern island of Hokkaido. Quelle: dpa
Kuehlturm von Block 2 (r.) und die Reaktoren Block 2 (l.) und Block 1 (M.) des Kernkraftwerk Isar Quelle: dapd
Mitglieder der Aktion "Bern ohne Atomkraftwerk" fahren am Dienstag, 2. August 2005, vor dem Bundeshaus in Bern, Schweiz, mit einem fiktiven Atommuelltransporter auf Quelle: AP
Arbeiter gehen am 15.04.2008 an der Baustelle des größte Atomkraftwerk der Welt in Olkiluoto/Finnland vorbei Quelle: dpa
Kernkraftwerk Sellafield in Nordwestengland Quelle: dapd
Aljona Kirssanowa, die bei einer früheren Wahl zur "Miss Atom" das Motto «Atomkraft macht sexy» auf die Spitze trieb. D Quelle: dpa
Warsaw's skyline is reflected in the icy Vistula river as sun sets Quelle: dapd
Menschen aus Spanien, Italien, Portugal und Griechenland halten am 21.11.2011 in Frankfurt am Main ihre jeweiligen Landesfahnen vor der großen Euro-Skulptur Quelle: dpa
A small boat floats by the nuclear plant at Fessenheim Quelle: AP
Ein Fischer legt vor dem Atomkraftwerk Barsebäck bei Malmö seine Reusen aus Quelle: dpa
controversial Temelin nuclear power plant in Temelin, south Bohemia, Czech Republic Quelle: AP
US President Barack Obama blickt auf einen Computer Quelle: dpa
a woman walks past a mural depicting portraits of former South African President Nelson Mandela in Soweto, South Africa Quelle: dapd
The 'Floating Dutchman' floats through a canal in Amsterdam Quelle: dpa
Das iranische Atomkraftwerk Buschehr Quelle: dpa
Canadian soldiers fold the Canadian flag Quelle: REUTERS
Mexico's outgoing president, Felipe Calderon, left, gives a Mexican flag to president-elect Enrique Pena Nieto during the official transfer of command ceremony at the National Palace in Mexico City, Quelle: dapd

Angesichts bekannt gewordener Sicherheitsbedenken bei Castor-Behältern haben die Grünen eine rasche Aufklärung verlangt. „Die Sicherheit der Atombehälter muss überall lückenlos gewährleistet und dokumentiert sein“, sagte Parteichefin Simone Peter am Sonntag in Berlin.

Niedersachsen hatte einen Transportstopp für Castor-Behälter im Land verhängt. „Das Problem ist nicht auf Niedersachsen beschränkt“, sagte Peter. In Niedersachsen dürfen 58 Castorbehälter mit radioaktivem Müll vorerst nicht mehr bewegt werden.

Die lange Suche nach einem Atommüllendlager

Das Landesumweltministerium hatte das mit einer mangelhaften Dokumentation der Qualitätsprüfungen für bestimmte Teile der tonnenschweren Behälter begründet. Genehmigungen zum Transport soll es dort erst wieder geben, wenn die zum Anheben der Behälter nötigen Haken ausgetauscht sind - oder ein lückenloser Nachweis über deren Zuverlässigkeit besteht.

Bundesweit sind inklusive der niedersächsischen Behälter 315 Castoren von diesen Nachweis-Problemen betroffen. Entsprechende Angaben Niedersachsens wurden in der Bundesregierung bestätigt.

„Gehen davon aus, dass die Sicherheit der Behälter nicht betroffen ist“

Grünen-Chefin Peter forderte: „Das Bundesamt für Materialforschung hat sicherzustellen, dass solche Mängel gar nicht erst auftreten.“ Das Bundesamt für Materialforschung und -prüfung in Berlin ist für bestimmte technische Überprüfungen der Castor-Behälter zuständig. Es ist eine Bundesbehörde im Geschäftsbereich des Bundeswirtschaftsministeriums.

Am Freitag herrschte allerdings zunächst Unklarheit über die Zuständigkeiten. Ein Sprecher des Wirtschaftsressorts in Berlin hatte in der Sache ans Bundesumweltministerium verwiesen. Eine Sprecherin dieses Hauses hatte betont: „Wir gehen davon aus, dass die Sicherheit der Behälter nicht betroffen ist.“

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

Die überall in Deutschland zwischengelagerten Castoren müssen gelegentlich für Reparaturen, Inspektionen oder auch für die alle fünf Jahre anstehende verkehrsrechtliche Zulassung bewegt werden. Unmittelbar sind wohl aber keine Transporte geplant, bei denen die fraglichen Haken gebraucht würden.

Von dem Problem des mangelnden Sicherheitsnachweises der Haken nicht betroffen sein sollen die nächsten Atommüll-Transporte aus Sellafield in England (voraussichtlich 2017) und aus La Hague in Frankreich (frühestens 2016), wie es aus der Bundesregierung hieß.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%