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Energie Kraftwerk Metropolis

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Energie aus Biomüll

Selbst aus Algen lässt sich Energie gewinnen. Zukünftig könnten sie Mais, aus dem derzeit Biodiesel gewonnen wird, bei der Herstellung ersetzen. Quelle: dpa

Auch Biomasse lässt sich in Städten zur Energieerzeugung nutzen. Allein in Berlin kommen jährlich 400.000 Tonnen Biomüll zusammen. Die Abfallbetriebe bauen nun eine Fermentierungsanlage, die daraus Biogas erzeugen soll, um die 150 gasbetriebenen Fahrzeuge der Stadtreinigung anzutreiben. Weil sich Biogas in das Gasleitungsnetz mischen lässt, kann es auch in hocheffizienten Blockheizkraftwerken verfeuert werden, die in den Kellern von Gebäuden Wärme und Strom für ganze Wohnblöcke erzeugen.

Sogar Algen – in städtischen Seen bisher eher ein Ärgernis – können zu einem Treibstoff der Stadt werden. Erste Konzepte sehen vor, sie in speziellen Tanks auf Dächern oder Grünstreifen anzubauen. Anschließend können die Miniorganismen mit neuen chemischen Methoden in Öl oder Gas umgewandelt werden. Der Vorteil: Pro Hektar ergeben Algen bis zu zehn Mal mehr Treibstoff als Mais, der derzeit weltweit zu Biodiesel verarbeitet wird.

Wissenschaftler der Uni Bielefeld züchten Algen, die aus Sonnenlicht und Wasser Wasserstoff produzieren. Die Erträge sind zwar noch sehr gering, doch hoffen die Forscher, in einigen Jahren im industriellen Maßstab umweltfreundlichen Treibstoff für Brennstoffzellenautos zu gewinnen.

Die besten Städte für Radfahrer
Tausende Fahrradfahrer überqueren die Köhlbrandbrücke im Hafen in Hamburg Quelle: dpa
Screenshot der Homepage von Dublin Quelle: Screenshot
Screenshot der Homepage Montréal Tourisme Quelle: Screenshot
Eine Fahrradverleihstation in Paris Quelle: dpa
Eine Spaziergängerin und ein Radfahrer überqueren die Isar in München Quelle: dpa
Fahrradroboter "Murata Boy" in Chiba bei Tokio Quelle: dapd
Ein Radfahrer fährt in Berlin an einer Regenpfütze vorbei, in der sich das Brandenburger Tor spiegelt. Quelle: dpa

Schneller könnte die Wasserkraft in die urbanen Zentren zurückkehren. Das österreichische Startup Aqua Libre hat schwimmende Bojen mit eingebauten Turbinen entwickelt, die mithilfe der Flussströmung Strom erzeugen. Die Strom-Boje, die 2013 in Serienfertigung gehen soll, erzeugt als Prototyp in der Donau 30 Kilowatt Leistung. Laut Aqua Libre könnten die Bojen allein in den österreichischen Flüssen insgesamt zwei Terawattstunden Strom erzeugen – was in etwa zwei großen Kohlemeilern entspricht.

Wärme aus dem Abflussrohr

Energie wird in Städten der Zukunft aber nicht nur erzeugt – sondern auch wiederverwertet. So hat das Schweizer Unternehmen Rabtherm ein Kanalrohr entwickelt, das die Wärme des Schmutzwassers auf einen Wasserkreislauf in einer zweiten Rohrleitung überträgt. Ein Wärmetauscher speist die Energie in eine nahegelegene Gebäudeheizung. Bis zu 70 Prozent des Heizöls sollen Gebäude damit sparen.

Das Dortmunder Startup LaTherm verschickt Wärme sogar auf Rädern – in einem Container, der mit einem Wärmespeichermaterial gefüllt ist. In einer Dortmunder Deponiegasanlage sammeln die Erfinder Abwärme ein, die bisher ungenutzt durch den Schornstein ging, und speisen sie später in die Heizungsanlage eines Schwimmbads ein. Zwei bis vier Fuhren am Tag reichen für angenehme Planschtemperatur – und sparen dabei nach Abzug des Dieselverbrauchs beim Transport 90 Prozent Energie.

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