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Energieversorgung Was sich seit Fukushima verändert hat

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USA

Ein Arbeiter vor dem Vogtle-Kernkraftwerk in Burke County Quelle: dpa

Burke County

Es gibt schönere Flecken in den USA als Burke County. In dem trostlosen Landstrich drei Autostunden südöstlich von Atlanta gilt fast jeder dritte Einwohner als arm. Die einzige Sehenswürdigkeit ist das Vogtle-Kernkraftwerk, das Ende der Achtzigerjahre errichtet wurde und mit Abstand der größte Arbeitgeber der Region ist. Jetzt sollen die zwei weithin sichtbaren Atommeiler durch zwei weitere Reaktoren erweitert werden – und 3500 Jobs schaffen. Vogtle markiert einen Wendepunkt in der US-Politik: Über 30 Jahre waren alle Pläne für die Erweiterung von Atomkraftwerken in den Tresoren der Versorger verschlossen.

Die zehn größten Solarzellenhersteller
Solaranlage von Suntech Quelle: dapd
Platz 3 - JA SolarDrittgrößter Solarzellenhersteller ist JA Solar. Der chinesische Hersteller produzierte 2011 1700 Megawatt. Ein Plus von rund 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Quelle: Reuters
Platz 2 - First SolarDer zweitgrößte Hersteller ist First Solar. Das US-Unternehmen produzierte Solarzellen mit einer Leistung von 1981 Megawatt. Das waren rund 40 Prozent mehr als im Vorjahr (1412 Megawatt). Quelle: dpa
Platz 4 - YingliDen vierten Platz nimmt der Hersteller Yingli aus China ein. Mit 1604 Megawatt produzierte Yingli 2011 rund 51 Prozent mehr als im vorangegangenen Jahr (1060 Megawatt). Quelle: dapd
Platz 5 - TrinaTrina ist der fünftgrößte Solarzellenhersteller. Die Produktion der Chinesen nahm gegenüber dem Vorjahr um knapp 48 Prozent zu. Trina produzierte im Jahr 2011 1550 Megawatt Leistung. Quelle: dapd
Platz 13 - Q-CellsDer deutsche Hersteller Q-Cells war früher Weltmarktfrüher. Mittlerweile ist das Unternehmen auf Rang 13 abgerutscht. Am 3. April 2012 hat der Hersteller aus Bitterfeld-Wolfen Insolvenz angemeldet. Im vergangenen Jahr produzierte Q-Cells Zellen mit einer Leistung von 790 Megawatt. Im Jahr 2010 waren es noch 1014 Megawatt. Quelle: pr
Solaranlage von Motech Industries Quelle: Presse

Zu tief saß der Schock über das Atomunglück von Harrisburg bei Pennsylvania, wo sich 1979 eine Kernschmelze ereignete. Die radioaktive Wolke, die sich über das Land ausbreitete, zog eine Protestwelle gegen Atomkraft nach sich. Politisch herrscht seither ein Patt zwischen Gegnern und Befürwortern der Kernkraft in Washington.

Anteile an der Stromversorgung in Prozent Quelle: IEA, BDEW, DECC

Zu wenig Kernkraftgegner

Dass ausgerechnet jetzt eine neue Baugenehmigung für ein Atomkraftwerk erteilt wird, ist allerdings Zufall: Im Falle Vogtle setzten sich schlichtweg die Befürworter durch – gegen den Widerstand von Gregory Jaczko, dem Chef der Nuklearaufsichtsbehörde NRC. „Ich kann nach Fukushima nicht einfach zur Tagesordnung übergehen“, sagt er. Doch US-Energieminister Steven Chu lässt das kalt. „Wir brauchen die Kernenergie, um unseren Strombedarf ohne zusätzlichen Ausstoß von Treibhausgasen zu decken“, sagt er.

Georgia Power, der Betreiber der neuen Vogtle-Blöcke, könnte sich den 14 Milliarden Dollar teuren Neubau indes allein kaum leisten. Möglich wird das neue Kraftwerk nur durch Subventionen der US-Regierung. Zwar haben Kernkraftgegner Einspruch gegen das Projekt eingelegt. Doch in den USA sind sie in der Minderzahl.

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