Energiewende Bahntrassen nur bedingt als Stromnetz nutzbar

Der Ausbau der Stromnetze ist eine der größten Baustellen der Energiewende. Der Ausbauplan sieht die Nutzung von Bahntrassen als Stromautobahnen vor. Doch diese sind nur bedingt dafür geeignet, wie eine neue Studie belegt.

Das bittere Fazit aus einem Jahr Energiewende
Kühltürme des Braunkohlekraftwerkes der Vattenfall AG im brandenburgischen Jänschwalde (Spree-Neiße) Quelle: dpa
Freileitungen verlaufen in der Nähe eines Umspannwerkes bei Schwerin über Felder Quelle: dpa
Die Flagge Österreichs weht auf einem Hausdach Quelle: dpa
Ein Strommast steht neben Windkraftanlagen Quelle: AP
Windräder des Windpark BARD Offshore 1 in der Nordsee Quelle: dpa
Eine Photovoltaikanlage der Solartechnikfirma SMA Quelle: dpa
Euroscheine stecken in einem Stromverteile Quelle: dpa

Beim Bau großer Stromautobahnen können bestehende Trassen der Deutschen Bahn einem Medienbericht zufolge nur zum Teil genutzt werden. Das berichtet die Zeitung „Die Welt“ unter Berufung auf ein Gutachten im Auftrag der Bundesnetzagentur, das am Montag vorgestellt werden soll.

Es gebe deutliche Einschränkungen bei der Nutzung von Bahntrassen. Hierauf hatten auch die Netzbetreiber jüngst bei der Vorstellung des Ausbauplans hingewiesen, der 3800 Kilometer an neuen Stromautobahnen bis 2022 vorsieht, um Windstrom vom Norden in den Süden zu bekommen. Eine Einbeziehung der Bahntrassen könnte aber den Flächenbedarf stark reduzieren, zudem könnte so der Bürgerprotest kleiner ausfallen.

Der Aufwand, die Bahnstromtrassen in den Netzausbau einzubeziehen, wäre groß, heißt es dem Gutachten zufolge. Das rund 7750 Kilometer lange Stromnetz der Deutschen Bahn wird mit 16,7 Hertz betrieben, einem Drittel der üblichen Frequenz. Damit ist es für die herkömmliche Stromdurchleitung eigentlich ungeeignet, aber Trassen könnten zu einer parallelen Aufrüstung mit Hoch- oder Höchstspannungsleitungen für den Ökostromtransport genutzt werden.

Das Bahnstromnetz ist vor allem ein Verteiler- und Ausgleichsnetz, es stellt die Verbindung einer Vielzahl von Erzeugerstandorten mit den Unterwerken an den Strecken her. Eine großräumige Übertragung massiver Strommengen findet daher bislang so gut wie nicht statt.

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Die Gutachter kommen daher zu dem Ergebnis, dass eine Parallelführung von Bahn- und Hochspannungsleitungen in erster Linie auf kürzeren Strecken bis etwa 50 Kilometer machbar sei.

Eine ebenfalls mögliche Alternative sei eine Verlegung von Erdkabeln im Trassenraum der Bahn. Das sei aber sehr teuer. Sie schlagen daher mit Blick auf wirtschaftliche Gesichtspunkte Freileitungen von Bahn- und öffentlichem Strom auf gemeinsamen Masten vor. Dafür seien aber „innovative Mastsysteme“ notwendig.

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