Ernährung Jeder dritte Mensch isst zuviel - oder ist mangelernährt

Übergewicht ist auf dem Vormarsch - Hunger aber zugleich noch immer weit verbreitet. Das ist die „neue Normalität“, wie Experten sagen. Folge seien enorme Kosten für Gesundheit und Gesellschaft.

Welcher Supermarkt die besten Eigenmarken hat
Platz 8: Real
Netto Quelle: dpa
Platz 6: Aldi SüdDie Billigheimer von Aldi sind auch mit Eigenmarken wie Alpenmark, rio d'oro und Knusperone groß geworden. Mit einer Durchschnittsnote von 2,78 landet Aldi Süd im Qualitätsranking aber nur auf dem 6. Platz. Quelle: dpa
Platz 5: EdekaNicht nur die Discounter werben offensiv mit Eigenmarken. Auch Edeka vetreibt offensiv Marken wie
Platz 4: PennyIm Penny-Porfolio finden sich Marken wie
Platz 3: ReweDie Supermarktkette Rewe landet mit ihren Eigenmarken - darunter
Platz 2: Aldi NordAldi-Nord kommt mit einer Durchschnittsnote von 2,56 auf den zweiten Platz. Die No-Name-Artikel der Supermärkte stammen übrigens selten von ihnen selbst. Fast immer lagern die Händler die Produktion an Hersteller aus - häufig sogar an jene, deren eigene Markenartikel nebenan im Regal stehen. Hinter Aldis

Immer mehr Länder weltweit kämpfen einem aktuellen Bericht zufolge mit Übergewicht und Mangelernährung zugleich. „Wir leben in einer Welt, in der es die neue Normalität ist, fehlerhaft ernährt zu sein“, erklärte Lawrence Haddad vom Internationalen Forschungsinstitut für Ernährungspolitik (IFPRI) zur Vorlage des aktuellen „Global Nutrition Report“ am Dienstag. „Einer von drei Menschen leidet unter irgendeiner Form von Fehlernährung.“

Der in Peking vorgestellte Bericht sieht mangelnde Fortschritte im Kampf gegen falsche oder unzureichende Ernährung. Die Kosten seien „niederschmetternd“. Es werde nicht genug in Vorbeugung investiert. Der derzeitige Zustand sei „völlig unakzeptabel“, sagte Haddad, Co-Vorsitzender der unabhängigen Expertengruppe, die den Bericht herausgibt.

44 Prozent der Länder mit verfügbaren Daten zeigen demnach ein „sehr ernstes Maß“ sowohl an Unterernährung als auch an Übergewicht und Fettsucht unter Erwachsenen - das sind 57 von 129 untersuchten Ländern. „Die Welt ist vom Kurs abgekommen, diesen Trend zu verlangsamen und umzukehren“, heißt es in dem Bericht.

Die größten Bio-Supermarktketten in Deutschland 2014

Fast zwei Milliarden Menschen sind demnach fettleibig. Einer von zwölf leidet unter Diabetes. Fehlernährung sei verantwortlich für fast die Hälfte der Todesfälle von Kindern unter fünf Jahren, heißt es weiter. Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen falscher oder unzureichender Ernährung seien enorm. Elf Prozent der Wirtschaftsleistung gingen dadurch in Asien und Afrika verloren.

Allein durch Über- oder Unterernährung gehe jedes Jahr weltweit mehr Wirtschaftsleistung verloren als durch die globale Finanzkrise zwischen 2008 und 2010, hieß es weiter. Wenn ein Familienmitglied in den USA fettleibig sei, erhöhten sich die Gesundheitsausgaben um acht Prozent des jährlichen Einkommens. In China verliere ein Mensch mit Diabetes gut 16 Prozent seines Gehalts.

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