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ExxonMobil-Manager Kalkoffen "Fracking ist sicher"

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Wie gefährlich ist Fracking?

Gift-Cocktail - Attac-Aktivisten demonstrieren gegen

Viele Verbraucher machen sich Sorgen, weil Sie zur Schiefergas-Förderung das umstrittene Fracking-Verfahren nutzen, bei dem teils giftige Chemikalien in die Erde gepumpt werden. Wie gefährlich ist die Förderung?

Die Sorgen der Menschen nehmen wir sehr ernst. Aber ich kann Ihnen versichern: Fracking ist sicher.

Obwohl Sie Millionen Liter Wasser und Chemikalien in unsere Böden pumpen?

Wir pumpen nicht irgendetwas in den Boden. Die Fracking-Flüssigkeit fließt durch mehrfach gesicherte Bohrungen in Hunderte Meter Tiefe. Es ist geologisch und physikalisch unmöglich, dass die Stoffe durch Hunderte Meter Gestein nach oben gelangen und das Grundwasser erreichen. Das haben hochrangige, unabhängige Wissenschaftler in ihrer Risikostudie bestätigt.

Nun wurde aber in den USA vereinzelt doch Fracking-Flüssigkeit im Grund- wasser nachgewiesen.

In den USA ist das Verfahren rund eine Million Mal zur Anwendung gekommen. Das Fracking-Verfahren selbst war dabei nach allem, was wir wissen, nicht in einem einzigen Fall für eine Verunreinigung des Grundwassers verantwortlich. Aber richtig: Wenn obertägig nicht sorgfältig gearbeitet wird, kann es zu Schäden kommen, wobei wir in Deutschland gerade aus diesem Grund versiegelte Bohrplätze haben, anders als andernorts. Im Übrigen sind die Chemikalien in der Fracking-Flüssigkeit stark verdünnt. Chlor ist in konzentrierter Form auch giftig, im Schwimmbad aber stört es nicht.

Also würden Sie auch in ein Becken mit Fracking-Flüssigkeit springen?

Ja sicher.

Und wenn Sie versehentlich einen Schluck davon trinken?

Kalkoffen: Wäre das auch nicht schlimm.

Aber wenn unter Ihrem Haus gefrackt würde: Würden Sie protestieren.

Nein, wieso?

Es könnte Risse in Ihren Wänden verursachen: In England hat Fracking schon kleinere Erdbeben ausgelöst.

Solche Zwischenfälle können wir ausschließen, indem wir zunächst sorgfältig messen. Wenn wir etwa eine kritische unterirdische Spannung feststellen, dann bohren wir dort nicht. Und wir wissen, wovon wir sprechen: Wir nutzen das Fracking-Verfahren in Deutschland seit Jahrzehnten.

Wie bitte?

Ein Drittel der heimischen konventionellen Gas-Produktion beruht auf dem Fracking-Verfahren. Bislang hat es bei uns weder Umweltschäden, Grundwasser-Verunreinigungen noch Gebäudeschäden gegeben. Das gleiche Verfahren mit sogar weniger chemischen Zusätzen wollen wir nun für die Schiefergas-Förderung nutzen.

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