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Fahrradtrends 2017 Das Ende des Radelns, wie wir es kennen

Die Auswahl wird größer, die Vielfalt verwirrender: Fahrräder gibt es für jede Situation und jeden Geschmack. Doch mit den neusten Trends verändert sich auch das Wesen des Rades - daran ist nicht allein das E-Bike schuld.

Satteltaschen mit selbst gewähltem Motiv, Elektromotoren in jeder Radgattung und Riemen statt Kette - der Radmarkt bedient jeden Geschmack. Quelle: PR

Karl Freiherr von Drais hat sich im 19. Jahrhundert um vieles Gedanken gemacht, zum Beispiel, wie sich Klaviertöne aufnehmen lassen. Dafür erfand er eine Maschine, die gedrückten Töne auf Papierband festhielt. Mit der Kochkiste ersann er er eine Art Herd.

Woran er jedoch nicht dachte, als er 1817 zum Patentamt ging, war eine Kette. So blieb es dabei, dass er ein Gefährt dort anmeldete, das mit Muskelkraft vorangetrieben wird und auf lediglich zwei Rädern rollt. Das Fahrrad war geboren.

2017 ist die Grundform kaum verändert: Die Beschränkung auf zwei Räder. Doch heute sind die Fahrräder aus Bambus oder Kohlefaserstoff - und das mit der Muskelkraft ist immer weniger wichtig.

Mit diesen Fahrrädern sorgen Sie sicher für Aufsehen
Da fehlt doch was.... Richtig, das sogenannte Sattelrohr, das nahezu alle klassischen Fahrräder besitzen und den Sattel mit dem Tretlager verbinden. Velowland ist ein Unternehmen, das sich auf Unikate spezialisiert hat. Dieses giftgrüne ist mit Vorsatz an der Ästhetik des dennoch geringfügig schnelleren Lamborghinis im Hintergrund orientiert. Quelle: Cyclingworld Düsseldorf (25./26. März) Quelle: PR
Jung, urban, hip - da darf das Rad gerne mal in fabrikfrisch aussehen, als wäre es ein Kellerfund in Opas altem Häuschen. Cremecycles spielt gekonnt auf der Klaviatur der Ästhetik, die ihre Basis bei den Fixie-Kurieren aus New York hat, erweitert um Weißwandreifen, wie sie auch die Autoindustrie für historisierende Fahrzeuge wählt. Moderne Schaltungstechnik ist natürlich dennoch verbaut. Denn so mühselig treten wie Opa wollen dann doch nur die wenigsten. Quelle: PR
Wattitud - Alles, E-Bike und in diesem Fall ist der Akku formschön hinter einer Art Tank-Optik von Motorrädern versteckt. Federgabel mit sichtbaren Federn. Alles Retro - außer dem Antrieb. Quelle: PR
Es sind die Profipendler, die die Vorzüge eines Faltbikes zu schätzen wissen, wenn es darum geht, im ICE zum Bahnhof in der Arbeitsstadt zu pendeln und von dort aus die letzten Kilometer rasch zu radeln - und abends wieder heimwärts. Faltbikes dürfen dort nämlich mit hinein, weil sie als Gepäck durchgehen. Das Go-Cycle macht sich sehr klein und ist zusätzlich mit Elektroantrieb ausgestattet. Quelle: PR
In Südtirol ist man als Radfahrer ja schneller an empfindlichen Anstiegen als es der durchschnittliche Radfahrer wünscht. Die in Bozen ansässige Marke Leaos legt bei der Konstruktion von E-Bikes, die einen flott die Anstiege nach oben befördern, vor allem Wert auf das Design. Mit Holz und Leder lassen sich die Modell individuell konfigurieren. Quelle: PR
Aus alt mach neu - das ist das Motto von Senad Sarac, der seit Jahren unter dem Namen Levelo Bikes antike Fahrradteile aus allen Epochen sammelt und daraus neue einzigartige Räder zusammenbaut. Quelle: PR
In den Innenstädten haben sich Fahrradkuriere für kleinere Dinge schon lange etabliert. Als Transportmittel, um auch mal schwere Gegenstände von A nach B zu befördern, steht mit Cargorädern wie diesem der Marke HNF Heisenberg aus Berlin der nächste Erfolg vor der Tür. Quelle: PR

Fahrrad, das ist im Jubiläumsjahr nicht länger ein Fortbewegungsmittel. Es ist Technologieträger, Transportalternative, Abenteuergerät, Lifestyle-Objekt. "Es gibt nicht mehr das ideale Rad für Jeden, sondern für alle Geschmäcker das passende Rad", sagt Gunnar Fehlau von der Kommunikationsagentur pd-f, die den Markt kontinuierlich nach Neuheiten vom Schuh bis zur Fahrradgarage absucht.

Boom der E-Bikes

Den größten Schub erlebt der Handel derzeit mit einer Entwicklung, die Drais nicht mal ahnen konnte: Die Motorisierung des Fahrrades. Anfang März präsentiert der Verband der Zweiradindustrie die Zahlen für 2016, doch jetzt schon rechnen Experten wie Fehlau damit, dass die Umsätze, die E-Bikes im Fahrradhandel ausmachen, weiter gestiegen sind.

Elektro-Fahrräder: Was ist was?

Das liegt auch daran, dass das E-Bike endgültig den Ruf abgelegt hat, nur für unsportliche Menschen geeignet zu. Die Anbieter von E-Bikes vernachlässigen keine Klientel von Mountainbiker über Rennradfahrer bis Weltenbummler mehr. Für rund 5000 Euro bietet beispielsweise der deutsche Spezialist Riese & Müller mit dem Delite Mountain, das gleich zwei Akkus mit sich führt, um den Fahrer auch schwieriges Gelände und hohe Aufstiege mit genug Unterstützung nach oben zu bringen.

Radkuriere mit Lastenrädern profitieren ebenso von der Antriebshilfe, wie auch die zahlreichen Menschen, die sich mit Komforträdern nach langen Jahren der Pause, wieder an größere Strecken trauen und Büroradler im Anzug finden Modelle im modischen Gewand eines alten Stahlrahmens und kaum noch sichtbaren Motor.

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