Fotovoltaik Neue Akkus machen Solarstrom unschlagbar günstig

Sich komplett selbst mit Strom zu versorgen wird möglich – und auch höchst lukrativ. Billige Akkus fachen den globalen Solarboom weiter an.

Tesla verkauft die Akkus für sein Elektroauto auch an Besitzer von Fotovoltaikanlagen. Quelle: REUTERS

Es ist ein wenig wie anno 1896 beim legendären Goldrausch am kanadischen Klondike-Fluss. Nur sollen diesmal nicht Nuggets Reichtum bringen, sondern Batterien, die den Strom aus Solaranlagen speichern. Und nicht Abenteurer, sondern Unternehmer wollen den Schatz heben.

Den Rausch ausgelöst hat vergangenen Monat US-Multi-Innovator Elon Musk mit seiner Ankündigung, die Akkus für sein Elektroauto Tesla noch dieses Jahr auch an Besitzer von Fotovoltaikanlagen zu verkaufen. Mit knapp 400 Euro je Kilowattstunde Kapazität zu einem Preis, der das Speichern von Solarstrom schlagartig wirtschaftlich macht.

Strahlende Zukunft

Der Preisrutsch bei den Batterien beraubt die Solarenergie ihres Makels, höchst unzuverlässig zu sein, weil Watt und Volt nur bereitstehen, wenn die Sonne scheint. Dank der Speicher fließt tagsüber produzierter Solarstrom nun auch nachts. Der Effekt: Die Fotovoltaik wird vom Zufallsstrom zur zuverlässigen und billigsten Energiequelle weltweit.

Seit Musks Ankündigung ist ein Damm gebrochen. Fast täglich erklären neue Anbieter, in den Markt einzusteigen oder sich stärker zu engagieren: Riesen wie RWE und E.On, Regionalversorger wie die Mannheimer MVV Energie oder Autohersteller Daimler mit seiner Tochter Accumotive.

Die besten Techniken zum Verwenden und Speichern von Solarstrom

Mit einer besonderen Idee will jetzt auch der japanische Autohersteller Mitsubishi im Markt mitmischen. Nicht nur sollen Besitzer eines Elektroautos wie dem Kleinwagen i-MiEV oder dem Plug-in-Hybrid Outlander den Solarstrom vom eigenen Dach tanken können.

Mithilfe einer neuen Ladestation, die der spanische Energieversorger Endesa entwickelt hat, können sie die Energie in den Auto-Akkus anzapfen, beim i-MiEV etwa 12 seiner insgesamt 16 Kilowattstunden Speicherleistung. Das reicht, um einen Zwei-Personen-Haushalt komplett eineinhalb Tage zu versorgen. Konkurrent Nissan bietet ein ähnliches System an.

All die neuen Speicher werden die Nachfrage nach Solaranlagen noch stärker boomen lassen. Bis 2035 werden Handwerker weltweit Anlagen im Wert von sagenhaften 4,4 Billionen Euro aufgestellt haben – ein Plus von 3,6 Billionen Euro gegenüber heute. Die Deutsche Bank schreibt in einer aktuellen Studie: „Trotz des billigen Öls und Erdgases ist der Siegeszug der Solarenergie nicht aufzuhalten.“

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%