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Fukushima Streit um die Zukunft der Atomkraft in Japan

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Provisorische Ersatzstadt

Eine Frau im Evakuierungscenter in Kazo Quelle: dapd

Die ganze Trauer und Wut der Evakuierten scheint sich in Bürgermeister Idogawa zu sammeln. Als Premierminister Yoshihiko Noda ihn Anfang Januar um Erlaubnis bat, in Futaba eine Zwischendeponie für radioaktiven Abfall zu errichten, fuhr der Bürgermeister den Regierungschef zornig an: "Halten Sie uns Futaba-Bewohner eigentlich noch für japanische Bürger?!"

Empört ist der Gemeindechef auch über die geplante Aufteilung seiner Stadt. Gesperrt bleiben sollen Gebiete mit einer jährlichen Strahlendosis über 100 Milli-Sievert. Flächen mit weniger als 20 Milli-Sievert - die gesetzlich erlaubte Menge - will man freigeben. Das hätte zur Folge, dass die Bewohner der küstennahen Gebiete zurückkehren dürften, aber weite Stadtgebiete Sperrzone bleiben. "Ja sind wir denn Versuchskaninchen?", ereifert sich Idogawa.

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Chancen gleich Null

Die Katastrophenopfer in der alten Oberschule von Kazo wissen, dass ihre Chancen auf eine baldige Rückkehr fast gleich Null sind. Auch ihr Bürgermeister macht sich keine Illusionen. Daher drängt er darauf, dass seine Schützlinge eine "provisorische" neue Stadt erhalten, bis Futaba wieder ohne Gesundheitsgefahr bewohnbar ist.

Alle Flüchtlinge wollten ohne Strahlung leben, beteuert Idogawa: "Uns reicht die Erfahrung des Ascheregens vom 12. März!" Seit jenem Tag blutet seine Nase häufig und die Haare an Brust und Beinen sind ihm ausgefallen.

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