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Garnelenzucht in Bayern Schlemmen ohne Gewissensbisse

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Ausgeklügeltes technisches System

Weil es zuvor nur kleinere, oft zu Forschungszwecken betriebene Zuchtanlagen gab, mussten Riedel und Assmann zahlreiche eigene Lösungen finden. Das Ergebnis ist ein ausgeklügeltes technisches System, das etwa das Wasser einmal in der Stunde vollständig filtert und so Futterreste, Kot, Karkassenreste und das entstehende Ammoniak entfernt. „98 Prozent des Wassers werden wiederverwendet“, schildert Riedel stolz.

In den meisten herkömmlichen Garnelenfarmen ist das undenkbar: „Für 1 Tonne Shrimps benötigt man circa 50 Millionen Liter eines Gemischs aus Süß- und Meerwasser“, schreibt etwa der WWF in einem Hintergrundpapier. „Der enorme Bedarf an Süßwasser hat häufig eine Absenkung des Grundwasserspiegels rund um die Zuchtfarmen zur Folge.“ Eine weitere Folge des ständigen Wasserwechsels in den Zuchtbecken sei die Versalzung der umliegenden Böden mit entsprechenden Auswirkungen auf Flora und Fauna.

Wenn es um die Wurst geht, ist guter Rat teuer
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Bioland Quelle: dpa
Ökologische und tiergerechte Landwirtschaft Quelle: dpa/dpaweb

Die „Großstadtfischer“ aus Langenpreising sehen daher gute Geschäftschancen, zumal auch die Wildbestände immer leerer gefischt werden. „Garnelen sind weltweit das wichtigste Seafood, vom Wert her und von der Beliebtheit her“, betont Riedel. Auch die Deutschen greifen gerne zu Garnelen, Shrimps und Krabben: „Das ist ein Wachstumsmarkt. Zwischen 2013 und 2015 ist der Absatz um fünf Prozent gewachsen“, berichtet Wolfgang Adlwarth vom Nürnberger Marktforschungsunternehmen GfK. Rund 30 Prozent aller Privathaushalte hätten im vergangenen Jahr Garnelen & Co. gekauft - und dafür rund 210 Millionen Euro ausgegeben.

Die Garnelen aus Langenpreising sind erst seit gut vier Monaten auf dem Markt und wesentlich teurer als die Importware. Dennoch sind die Becken durch die hohe Nachfrage auch aus der Spitzengastronomie derzeit buchstäblich leergefischt, der Bestand muss erst wieder nachwachsen.

Vorerst rechnet Riedel mit einem Jahresernte von 30 Tonnen. Doch ersten, noch zaghaften Ausbauplänen würde nichts im Wege stehen: „Auf dem Gelände könnte wir noch einmal 1,5 solcher Hallen bauen.“

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