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Geldbeutel-Test In diesen Städten leben die (un)ehrlichsten Menschen

Wie ehrlich sind Finder von verlorenen Geldbörsen? Ein Magazin hat weltweit 16 Metropolen verglichen. Alter und Geschlecht spielen bei der Finder-Ehrlichkeit keine Rolle. In Europa zeichnet sich dennoch ein Muster ab.

Das Magazin „Reader's Digest“ wollte wissen, in welchen Städten die unehrlichsten Menschen leben. Um das herauszufinden, wurden in 16 Metropolen absichtlich Geldbörsen „verloren“ und anschließend beobachtet. Jede Brieftasche enthielt eine Telefonnummer, ein Familienfoto, Visitenkarten und 50 US-Dollar in der Landeswährung. Das sind die Ergebnisse: Quelle: dapd
Lissabon: 1 von 12 Geldbörsen zurückgegebenMit Lissabon steht die nächste Hauptstadt eines europäischen Krisenlandes an der Spitze der unehrlichsten Länder. Nur ein ein einziges Mal wurde das „verlorene“ Portemonnaie hier zurückgegeben. Ein Pärchen in den 60-ern rief unmittelbar nach dem Fund den Reporter an. Der erfuhr am Telefon, dass die beiden gar nicht aus Lissabon stammen – sondern zwei niederländische Urlauber sind. Quelle: dpa
Madrid: 2 von 12 Geldbörsen zurückgegebenAuffällig ist auch, dass Menschen in den nordeuropäischen Ländern prinzipiell eher eine Brieftasche zurückgeben als die Finder aus dem Süden. Während Spitzenreiter Helsinki nur ein verschwundenes Portemonnaie verzeichnet und Berlin mit sechs zurückgegebenen Geldbeuteln maximal Mittelmaß ist, gab es in Spaniens Hauptstadt Madrid nur zwei ehrliche Finder. Quelle: dpa
Prag: 3 von 12 Geldbörsen zurückgegebenDas Experiment zeigte auch, dass relativer Wohlstand kein Garant für Ehrlichkeit ist. Im armen Mumbai wurden neun von zwölf Brieftaschen zurückgegeben, aber im vergleichsweise wohlhabenden Zürich kehrten nur vier Geldbeutel in die Hände der Reporter zurück. In der tschechischen Hauptstadt Prag gab es sogar noch einen unehrlichen Finder mehr. Hier wurden nur drei Portemonnaies zurückgegeben. Quelle: dpa
Bukarest: 4 von 12 Geldbörsen zurückgegebenAuch in der rumänischen Hauptstadt wurden nur vier Brieftaschen zurückgegeben. Eine 20-jährige ehrliche Findern rief unmittelbar nach dem Fund den Reporter an: „Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man sein Portemonnaie verliert. Meine Mutter hat ihres mal verloren und es nie wiedergesehen“, sagte sie. Eine andere junge Frau, die eine Geldbörse fand, fragte zunächst zwei andere Passanten, ob die Brieftasche ihnen gehört. Als diese verneinten, steckte sie die Brieftasche ein. Einen Anruf bekam der Reporter nie. Quelle: dpa
Rio de Janeiro: 4 von 12 Geldbörsen zurückgegebenNur ein Drittel der Brieftaschen wurden in Rio de Janeiro zurückgegeben. Zumindest komplett – weitere Test-Geldbörsen kehrten zwar in die Hände des Reporters zurück, das Geld allerdings war nicht mehr enthalten. Quelle: dpa
Zürich: 4 von 12 Geldbörsen zurückgegebenUnter den unehrlichen Findern in Zürich war auch ein Straßenbahnführer. Er steckte das Portemonnaie ein, meldete sich aber nie bei den Reportern. Die Empfehlung des Züricher Verkehrsbetriebs, Fundsachen dem Fahrpersonal zu übergeben, bekommt so einen bitteren Beigeschmack. Insgesamt kehrten nur vier der zwölf Brieftaschen in die Hände des Reporters zurück. Quelle: dpa
London: 5 von 12 Geldbörsen zurückgegebenNicht einmal die Hälfte der Geldbeutel wurde in London zurückgebracht. Nur fünf Finder in der englischen Hauptstadt waren ehrlich und gaben das Portemonnaie zurück. „Das Geld könnte das letzte sein, dass eine Mutter besitzt, um ihre Kinder zu füttern“, dachte sich einer von ihnen und kontaktierte den Besitzer der Geldbörse. Quelle: dpa
Warschau: 5 von 12 Geldbörsen zurückgegebenAuch aus dem Geschlecht lässt sich kein Rückschluss auf die Ehrlichkeit ziehen. Männer und Frauen gaben das Portemonnaie fast gleich oft zurück. Dennoch gab es zwei Städte, in denen die weiblichen Finder besonders hervorstachen: Im polnischen Warschau waren es ausschließlich Frauen, welche die sieben nicht zurückgebrachten Geldbeutel behielten. Im slowenischen Ljubljana hingegen wurden fünf der sechs zurückgegebenen Portemonnaies von Frauen gefunden. Quelle: dpa
Berlin: 6 von 12 Geldbörsen zurückgegebenAuch in Deutschlands Hauptstadt war nur die Hälfte der Finder ehrlich. Ein Mann Anfang 40 fand den „verlorenen“ Geldbeutel in einem Park. Es dauerte zehn Minuten, bis er seinen ersten Anruf tätigte. Allerdings ging dieser nicht an den vermeintlichen Besitzer. Die Finder, die den Geldbeutel hingegen zurückbrachten, gaben häufig den Anblick der Familienfotos im Portemonnaie als Motivation ihrer Ehrlichkeit an: „Ich habe das Bild der Mutter mit ihrem Kind gesehen. Ein Foto wie dieses bedeutet dem Besitzer etwas“, so einer der Berliner. Quelle: dpa
Ljubljana: 6 von 12 Geldbörsen zurückgegebenEin Mann Anfang 50 findet in Ljubljana ein Portemonnaie und zückt sofort sein Handy. Einen Augenblick lang wächst beim Reporter von „Reader's Digest“ die Hoffnung auf einen ehrlichen Finder – dann steckt der Mann Handy und Geldbeutel ein, steigt in sein teures Auto und fährt davon. Andere Bewohner der slowenischen Hauptstadt waren da deutlich ehrlicher. Die Geldbörse wurde in sechs Fällen zurückgegeben. Quelle: dpa
Amsterdam: 7 von 12 Geldbörsen zurückgegebenAuch im niederländischen Amsterdam wurden noch immerhin sieben der zwölf „verlorenen“ Geldbeutel zurückgegeben. Hier begründeten die Finder ihre Ehrlichkeit damit, dass ihnen selbst schon einmal ein Wertgegenstand abhanden gekommen sei. Entweder haben sie selbst gute Erfahrungen mit ehrlichen Menschen gemacht oder eben nicht – und wollten anderen Leuten dieses Schicksal ersparen. Quelle: dpa
Moskau: 7 von 12 Geldbörsen zurückgegebenDie Studie hat auch gezeigt, dass Alter kein Indikator dafür ist, ob eine Person ein gefundenes Portemonnaie zurückgibt oder nicht. In allen 16 Städten deckten ehrliche und unehrliche Finder das gesamte Altersspektrum ab. In Russlands Hauptstadt Moskau erhielt der Reporter der Zeitschrift von sieben Personen seine Geldbörse zurück. Quelle: dpa
Budapest: 8 von 12 Geldbörsen zurückgegebenAuch in Ungarns Hauptstadt waren zwei Drittel der Finder ehrlich. Eine Siebzehnjährige erklärte dem Reporter, warum sie den Fund nicht einfach selber einsteckte: „Ich erinnere mich daran, wie wir mit dem Auto fuhren, als mein Dad ein Portemonnaie am Straßenrand bemerkte. Als wir den Besitzer erreichten, war er sehr dankbar. Ohne die Papiere in der Geldbörse hätte er seine Heirat verschieben müssen, die noch am selben Tag stattfinden sollte.“ Quelle: dpa
New York: 8 von 12 Geldbörsen zurückgegebenNew Yorker sind laut, vulgär und unfreundlich – ein in Amerika weit verbreitetes Klischee. Zumindest was die Ehrlichkeit angeht, hat die bevölkerungsreichste Stadt der USA aber anderen Metropolen etwas voraus. Acht von zwölf gefundenen Geldbörsen wurden hier zurückgebracht. Quelle: dpa
Mumbai: 9 von 12 Geldbörsen zurückgegebenDie indische Metropole ist mit 12,5 Millionen Einwohnern (ohne Vororte) die größte Stadt Indiens und eine der bevölkerungsreichsten Städte der Welt. Dennoch wurden hier neun von zwölf Gelbeuteln zurückgegeben. Großstädte und Kriminalität – das gehört nicht immer zwangsläufig zusammen. Quelle: dpa
Helsinki: 11 von 12 Geldbörsen zurückgegebenIn jeder Metropole wurden zwölf Geldbeutel platziert, das macht bei 16 Städten insgesamt 192 Portemonnaies. In 90 Fällen waren die Finder ehrlich und gaben dem vermeintlichen Besitzer den Fund zurück. Die Unterschiede von Stadt zu Stadt sind dabei allerdings enorm. Sollten Sie ihr Portemonnaie im Urlaub verlieren, haben Sie in Helsinki die größte Chance, es zurückzuerhalten. Die finnische Hauptstadt ist mit elf von zwölf zurückgegebenen Geldbeuteln Spitzenreiter was die Ehrlichkeit angeht. Quelle: dpa
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