Gipfel in Katar Klimakonferenz eröffnet mit "goldener Chance"

Eine "historische Konferenz" soll es werden, kündigt Katar zu Beginn der Klimaverhandlungen an. Doch das muss sich in den kommenden zwei Wochen erst noch zeigen. Die Positionen scheinen noch unverändert.

Schnelle Wege aus der Klimafalle
Klimaexperten haben mehr als 400 Methoden zur Bekämpfung des Klimawandels unter die Lupe genommen. Im Fokus der im Wissenschaftsmagazin „Science“ veröffentlichten Untersuchung stand ausnahmsweise nicht der Klimakiller CO2, sondern das Treibhausgas Methan sowie Ruß, der in der Atmosphäre dafür sorgt, dass weniger Sonnenstrahlung ins All reflektiert wird. Schon mit einigen einfachen Maßnahmen, so die Wissenschaftler, ließe sich der Ausstoß von Methan und Ruß so stark reduzieren, dass der globale Temperaturanstieg bis zum Jahr 2050 um ein Drittel geringer ausfallen würde als bislang vorhergesagt. Die zehn wichtigsten Maßnahmen im Überblick. Quelle: dpa
Durch eine bessere Filterung bei der Entlüftung von Kohleminen würde deutlich weniger Methan freigesetzt. Quelle: dpa
Lecke Gaspipelines sind eine weitere Treibhausgas-Quelle, die sich mit relativ geringem Aufwand schließen ließe. Quelle: dpa
Deponie-Gas, dessen Hauptbestandteil Methan ist, entsteht durch den bakteriologischen und chemischen Abbau von organischen Inhaltsstoffen des Mülls. Seine Freisetzung zu verhindern und es nutzbar zu machen, würde dem globalen Klimawandel entgegenwirken, so die Forscher. Quelle: dpa
Durch unkontrolliertes Abblasen bei der Ölförderung gelangen ebenfalls große Mengen Methan in die Atmosphäre, die durch verbesserte Fördertechnik eingefangen werden könnten. Quelle: dpa
Auch durch eine bessere Aufarbeitung der bei der Nutztierhaltung anfallenden Exkremente – etwa durch Vergärung in Biogasanlagen – ließe sich der Methanausstoß deutlich verringern. Quelle: dpa
Keine andere Kulturpflanze setzt soviel Methan frei wie Reis. Durch verbesserte Anbaumethoden, weniger Dünger und eine weniger intensive Bewässerung ließe sich der Methanausstoß beim Reisanbau reduzieren. Quelle: dpa
Eine deutliche Verringerung der Rußpartikel-Emissionen ließe sich etwa durch die verbindliche Einführung von Abgasfiltern für alle Dieselfahrzeuge erreichen. Quelle: dpa
Ältere Fahrzeuge mit besonders hohem Schadstoffausstoß sollten generell aus dem Verkehr gezogen werden. Quelle: ap
Durch das unkontrollierte Verbrennen von Abfällen aus Landwirtschaft und Gartenbau gelangen große Mengen Ruß in die Atmosphäre. Konsequent machen sich die Forscher daher für ein Verbot dieser Feuer stark. Quelle: dapd
Weltweit sind rund drei Milliarden Menschen auf Holz, Kohle, Torf oder Dung als Brennmaterial angewiesen, um ihr Essen zu kochen. Zumindest einem Teil dieser Menschen den Zugang zu besseren Kochherden zu verschaffen, könnte den Ruß-Ausstoß verringern und damit helfen, den Klimawandel zu verzögern, so die Forscher. Quelle: dpa

Gastgeber Katar hat zur Eröffnung des UN-Klimagipfels in Katar alle 194 Teilnehmerstaaten dringend zur Zusammenarbeit aufgerufen. „Vor uns, in den kommenden Tagen, liegt eine goldene Chance. Wir müssen sie nutzen“, sagte der Vizepremier des Golfstaates, Abdullah bin Hamad Al-Attiyah, zur Eröffnung der zweiwöchigen Konferenz am Montag. Der Klimawandel sei eine gemeinsame Herausforderung aller Staaten. Doch die Fronten scheinen sich zu Beginn der Konferenz nicht verändert zu haben.

Geopolitisch komme dieser Klimakonferenz eine ganz besondere Rolle zu, sagte die Chefin des UN-Klimasekretariats, Christiana Figueres. Erstmals finden die Verhandlungen in einem arabischen Land statt. Damit biete sich der Golf-Region eine unvergleichliche Weltbühne, um ihr Energiewachstum nachhaltiger zu gestalten und eine stärkere und sicherere Energieversorgung für alle Staaten auf den Weg zu bringen.

Das Gas- und Ölland Katar hat den höchsten Pro-Kopf-Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase weltweit. „Wir sollten uns aber nicht auf die Pro-Kopf-Emissionen konzentrieren“, sagte Al-Attiyah bei einer Pressekonferenz. Vielmehr gehe es um die Gesamtemissionen einzelner Länder, sagte er und verwies auf nationale Klimabemühungen Katars, etwa bei der Solarenergie und der Forschung zur CO2-Abscheidung. „Wir glauben daran, dass Technologie die Probleme lösen wird.“ Katar sei der richtige Ort für die Klimaverhandlungen.

Klimaschützer äußerten zu Beginn der Verhandlungen die Hoffnung, dass die kleine Golfmonarchie aus der Konferenz als Spitze einer regionalen Allianz progressiver Länder hervorgehen würde. Dazu gehörten etwa die Vereinigten Arabischen Emiraten und Ägypten, sagte Thomas Hirsch von Brot für die Welt. Saudi-Arabien blockiere bislang. Katar spielt bei der Lösung politischer Konflikte in der arabischen Welt zunehmend eine Schlüsselrolle.

Der Klimawandel in Zahlen

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