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Grüne Antriebstechnik E-Autos werden zum Jobmotor

Zu Anfang waren die Unkenrufe laut: Wegen grünen Autos stünden zig Mitarbeiter von Autobauern auf der Straße, hieß es noch 2010. Stimmt alles nicht, sagt jetzt eine Studie: Je mehr E-Autos, desto mehr Jobs.

Elektroautos, die zu haben sind
VW e-Up! Quelle: Volkswagen
Porsche Panamera S E Hybrid Quelle: Porsche
Renault FluenceMarke: Renault Modell: Fluence Preis: ca. 25.950 Euro plus Batteriemiete von 79 €/Monat Reichweite (in km): 185 km Leistung (kw/PS): 70kW/95 PS Quelle: Presse
Mercedes SLS ed Quelle: Daimler
Renault TwizyMit futuristischem Design und ohne echte Türen kommt der Twizy daher. Der Zweisitzer ist besonders klein und wendig und für den Stadtverkehr konzipiert. Er kann an jeder Haushaltssteckdose aufgeladen werden. Marke: Renault Modell: Twizy Urban Grundpreis (inkl. MwSt): ab 6990 Euro, zusätzlich fallen mindestens 50 Euro Batteriemiete pro Monat an Reichweite (in km): 100 Höchstgeschwindigkeit (km/h): 80 Stromverbrauch (kWh/100km): 6,3 Quelle: dapd
Smart ed Quelle: Daimler
Kangoo RapidDer Elektro-Kangoo soll den städtischen Lieferverkehr sauberer und leiser machen. Er bietet mit bis zu 3,5 Kubikmetern Laderaum soviel Platz wie sein konventioneller Dieselbruder. Das ist möglich, weil die Batterien im doppelten Ladeboden verschwinden. Mit 60 PS ist der Elektro-Kangoo ausreichend schnell.   Marke: Renault Modell: Kangoo Rapid Z.E. Grundpreis (inkl. MwSt): 15.100 (+ 86 Euro monatlich fürs Batterie-Leasing) Reichweite (in km): 160 Höchstgeschwindigkeit (km/h): 130 Stromverbrauch (kWh/100km): nicht bekannt Quelle: Presse

Die zunehmende Produktion umweltschonender Autos könnte einer Studie zufolge in den kommenden Jahrzehnten zusätzliche Arbeitsplätze in der Automobilbranche schaffen. Einer am Montag von Daimler und mehreren Forschungsinstituten in Stuttgart veröffentlichten Untersuchung zufolge ist bis zum Jahr 2030 mindestens mit einer stabilen und zeitweise sogar steigenden Beschäftigung in der Branche zu rechnen. Dabei wird unterstellt, dass in den nächsten 18 Jahren in den Autofabriken sowohl Autos mit Verbrennungsmotor von den Bändern laufen als auch Fahrzeuge, die teilweise oder allein elektrisch angetrieben werden.

Tiefgreifende Veränderungen

Innerhalb der eng zwischen Autoherstellern und ihren Zulieferern verzahnten Branche könne es künftig „zu tiefgreifenden Veränderungen“ kommen, teilte Daimler unter Verweis auf die Studienergebnisse mit. Denn bei dem sich abzeichnenden Umbruch in der Antriebstechnologie dringen bisher branchenfremde Unternehmen in die Industrie vor, beispielsweise Software-, Elektronik- und Elektromotoren-Hersteller. Auch die Anforderungen an die Qualifikation der Beschäftigten änderten sich künftig, der technologische Wandel führe unter anderem zu neuen Produktionsabläufen. Die Studie war Ende 2010 vom Betriebsrat des Stuttgarter Konzerns in Auftrag gegeben worden. Finanziert wurde das Forschungsvorhabens unter Leitung des Fraunhofer-Instituts von Daimler, der IG Metall Baden-Württemberg sowie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.

Horrorszenarien entworfen

In Arbeit
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Damit sollte erstmals untersucht werden, welche Folgen die klimaschonende Elektrifizierung der Fahrzeugantriebe auf die Beschäftigung sowie die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter bei Autobauern und Zulieferern im Detail hat. Die von Daimler anfänglich befürchteten Arbeitsplatzverluste durch die zunehmende Verbreitung von Elektroautos wurde von der Studie nicht belegt. „Die Ausgangsthese ist: Die Beschäftigung wird sinken“, hatte Daimler-Personalexperte Eckhard Kressel Ende 2010 bei der Vorstellung des Forschungsvorhabens gesagt. Denn statt eines Verbrennungsmotors und eines Getriebes benötigten Elektroautos künftig Batterien, Elektromotoren und Brennstoffzellen. Mit deren Produktion sind bislang nur wenige Mitarbeiter beschäftigt, während für den Bau von Verbrennungsmotoren und Getrieben mehrere zehntausend Beschäftigte tätig sind. „Der Elektroantrieb bindet deutlich weniger Beschäftigung als die vielen Teile, die an einem Verbrennungsmotor dranhängen“, hatte auch Daimler-Betriebsratschef Erich Klemm vorausgesagt.

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