WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Insekten als Lebensmittel Warum Insekten auf unseren Teller gehören

Haben Burger mit Mehlwürmern oder Pasta mit Heuschrecken eine Zukunft in Deutschland? Bevor Insekten regelmäßig auf den Tisch kommen, gibt es zwei Probleme: Ekel und Lebensmittelsicherheit.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Die besten Insekten-Snacks
AmeisenDie kleinen Tiere eignen sich gut als Snack. In Kolumbien mögen die Menschen besonders die Blattschneiderameise, denn die schmeckt nach Speck. Wer auch in Deutschland einmal einen Ameisen-Snack probieren möchte, kann mit der Einsteiger-Variante beginnen. Zwei Schalen Ameisen aus der Biozucht auf ein eingefettetes Backblech legen und bei 150 Grad knusprig backen (etwa 30 Minuten). Gleichzeitig Schokolade im Wasserbad schmelzen, über die fertigen Ameisen gießen und auf der Arbeitsfläche aushärten lassen. Quelle: dpa
SkorpioneIn China gelten Skorpione als eine Delikatesse. Unser eins denkt bei den Tierchen eher an heruntergekommene Hotelzimmer und Schreckenserlebnisse aus dem Urlaub. Die Tiere können aber auch unser Essen verfeinern. Aber Vorsicht: Skorpione müssen speziell gezüchtet sein, damit sie vor dem Verzehr nicht mehr giftig sind. Sie schmecken angebraten im Wok besonders gut. Dazu Reis und Sojasoße. Aber auch frittiert sind die kleinen Tiere leckerer, als man erwartet. Quelle: AP
Raupen Viele kennen Raupen nur so: Klein, leicht grünlich und draußen im Wald, wo sie Blätter durchlöchern. Raupen machen aber auch auf dem Tisch eine gute Figur. Wachsmottenlarven lassen sich einfach und schnell im Backofen rösten. Anschließend können die knusprigen Raupen mit Studentenfutter gemischt werden. Die leicht nussigen Insekten passen perfekt zu Erdnüssen und Rosinen. Aber auch als Beilage zu Reis und Gemüse machen sich die Insekten gut. Zehn Stück kosten 1,60 Euro. Quelle: dpa/dpaweb
HonigbienenlarvenHonigbienen können mehr als nur Frühstücksaufstrich produzieren. Ihre weißen Baby-Maden eigenen sich perfekt als Snack für Zwischendrin. In Erdnussöl anbraten und im Anschluss in eine süßsaure Soße dippen. Oder aber als Einlage in einer klaren Gemüsesuppe. Erwachsene Bienen aber bitte nicht verspeisen. Zehn Larven können für weniger als einen Euro beim Imker oder in Angelshops erworben werden. Quelle: obs
GrillenInsekten statt Schokolade: Wer mal wieder Lust auf selbstgemachte Chocolate-Chip-Cookies hat, kann auf eine alternative Variante mit essbaren Grillen zurückgreifen. Einfach Schokoteig anrühren und anstelle von Schokostückchen geröstete Grillen unterrühren. Vorher müssen allerdings die Flügel und die Beine entfernt werden. Grillen schmecken leicht süßlich und versorgen den Körper mit Proteinen. 100 Gramm Grillen haben 12,9 Gramm Protein. Zehn Stück kosten 1,50 Euro. Quelle: dpa
MehlwürmerWer sich nach einem ungewöhnlichen Zwischensnack sehnt, sollte Mehlwürmer (ganz rechts) ausprobieren. Im Backofen können die Insekten bei 180 Grad knusprig gebraten werden. Wer nicht auf süß verzichten möchte, kann die Würmer danach in geschmolzene Vollmilchschokolade tauchen - Schokofondue der besonderen Art. Kaufen kann man die Tiere zum Beispiel in der Zoohandlung. Dort kosten zehn Stück etwa 0,25 Euro. Quelle: dpa
Larve vom Riesen-SchwarzkäferEine ganz besonderer Snack sind auch Zophobas - oder nicht ganz so kompliziert: Larven vom Riesen-Schwarzkäfer. Im Internet gibt es einige Online-Shops, auf denen kuriose Köstlichkeiten verkauft werden. Zum Beispiel Insekten-Lollis mit Zitronengeschmack, die Stefan Krauß über seinen Internethandel vertreibt. Ameisen-Lollis mit mit Bananengeschmack kann man auf trau-dich-shop.com für 2,69 Euro pro Stück erwerben. Quelle: dpa

Eine Quiche mit Mehlwurm oder Wüstengrillen auf Mango-Maracuja-Chutney? Was nach einer Ekel-Prüfung aus dem Dschungel-Camp klingt, hat für Wissenschaftler eine andere Bedeutung. Insekten auf dem Teller werden unter Europas Forschern ernsthaft diskutiert. Es geht um Eiweiße, Fettsäuren, Nachteile der Massentierhaltung und die Welternährung. „Wir brauchen eine Umstellung unserer Nahrung“, sagt Arnold van Huis, der für die Welternährungsorganisation FAO zu essbaren Insekten forscht. „Wenn der Fleischbedarf weiter steigt, bekommen wir ein Problem.“

In van Huis niederländischer Heimat sind Insektenburger schon auf dem Markt. Auch Belgien, Frankreich und Dänemark preschen vor, bevor es in Europa von 2018 an mehr Regelungen zu Insekten als Nahrungsmittel geben soll. Bisher gelten sie in der EU als „neuartige Lebensmittel“, die nur nach einer gesundheitlichen Bewertung und Zulassung auf den Teller kommen dürfen. In der USA wird Heuschreckenpulver schon als nachhaltiges und umweltschonendes Produkt beworben.

„Insekten als Nahrungsquelle stoßen zunehmend auf öffentliches Interesse“, berichtet Reiner Wittkowski, Vizepräsident des Berliner Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) am Dienstag auf einer Tagung. „Umso wichtiger ist es zu klären, wie sicher diese neuen Lebensmittel sind.“

Diese Schreibtischsnacks halten Sie fit
ChicoreeBitter, aber gesund! Chicoree hat eine hohe Nährstoffdichte. Wem die Rübe zu bitter ist, kann sie vorher Zuhause dünsten oder leicht anbraten.
WasserkresseAls eher unbekanntes Gemüse taucht Wasserkresse kaum als Schreibtisch-Snack auf. Dabei besteht das Gemüse zu 100 Prozent aus Nährstoffen und ist damit optimal geeignet als Energiekick für zwischendurch. Geschmacklich erinnert das Gemüse an Rettich oder Senf. Um in den Genuss des vollen Aromas zu kommen, sollten Sie die Wasserkresse roh verzehren. Man kann die Blätter klein schneiden und über Salate streuen. Auch auf einem Butterbrot, als Zusatz zu Frischkäse oder Quark und in Dips macht sich die Brunnenkresse gut.  
China-KohlChina-Kohl ist ein echtes „Power-Veggie“. Es schmeckt roh im Salat oder auch mit einem leckeren Dipp. Nur rund dreizehn Kilokalorien nimmt man pro 100 Gramm zu sich, da das Gemüse zu 95 Prozent aus Wasser besteht - also greifen Sie ordentlich zu!
GrapefruitWer er lieber fruchtig mag, kann sich die Mittagspause mit Grapefruit versüßen. Wem die Frucht roh zu sauer ist, kann sie als Beilage für diverse Gerichte wie zum Beispiel Obstsalat verwenden. Ähnlich wie viele andere Zitrusfrüchte haben auch Grapefruits nur wenige Kalorien. 100 Gramm enthalten durchschnittlich zwischen 38 und 50 Kalorien. Damit ist die Grapefruit eine der gesündesten Früchte überhaupt.
KräuterZusammen mit Salat sind Kräuter, insbesondere Schnittlauch, ein gesunder Snack für die Mittagspause. Meist enthalten sie größere Mengen an Vitamin A und C. Außerdem wirken sie bakterienhemmend, anregend auf Appetit und Verdauung und regulieren schonend erhöhten Blutdruck.
KohlblätterEine wahre Vitaminbombe: Früher noch als Arme-Leute-Essen verschrien, ist Kohl heute der perfekte Manager-Snack. Besonders reich ist Kohl an Vitamin C. Und wem das Grünzeug roh nicht schmeckt – es gibt tolle Kohl-Smoothie-Rezepte.
PetersilieLässt sich super zwischendurch knabbern, oder auch auf dem Brötchen. Macht nicht dick, stillt aber den kleinen Hunger, der uns im Büro so oft heimsucht. Auch in Salaten kommt Petersilie gut.

Vor den großen Zukunftsträumen steht eine nüchterne Bilanz: Nur jeder zehnte Deutsche, der noch nie Insekten gekostet hat, kann sich im Moment überhaupt vorstellen, die Krabbeltiere zu essen.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Rund 30 Prozent würden Insekten zumindest mal probieren. 60 Prozent lehnen sie als Lebensmittel aber gänzlich ab - vor allem aus Ekel. Das ergab eine repräsentative BfR-Umfrage im April. Viele haben zwar schon von essbaren Insekten gehört, doch nur zehn Prozent haben sie schon einmal probiert, zumeist im Urlaub in Südostasien.

    Rund 1900 Insektenspezies sind essbar

    Nach Schätzungen der FAO sind rund 1900 Insektenspezies essbar. Bei rund zwei Milliarden Menschen stehen sie bereits auf dem Speiseplan. Am beliebtesten sind Käfer, gefolgt von Raupen, Bienen, Wespen, Ameisen, Heuschrecken, Grillen, Zikaden, Termiten, Libellen und Fliegen - bis hin zu Küchenschaben. In Uganda sind Heuschrecken eine Delikatesse. In China werden Zikadenlarven mit Gemüse und Chili gebraten.

    Vielen Forschern gelten diese Traditionen als zukunftsweisend. Denn 2050 könnten neun bis zehn Milliarden Menschen auf der Erde leben - nährstoffreiches Essen für alle könnte knapp werden. Die Nahrungsmittelproduktion mit Hilfe von Insekten sei dabei mit Blick auf Wasser- und Futterverbrauch sowie Kohlendioxid-Erzeugung wesentlich effektiver als beispielsweise die Rinderzucht, erklärt van Huis

    Insekten sind reich an Proteinen, ungesättigten Fettsäuren, Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen wie Eisen, Magnesium, Selen und Zink. Und die Larven des Mehlkäfers liefern ähnlich wertvolle Omega-III-Fettsäuren wie Fisch.

    Vegan bedeutet nicht gleich gesund
    Zu viel Fett, zu viel Salz oder zu viele gesättigte Fettsäuren: Die Verbraucherzentrale Hamburg hat gravierende Mängel an veganem Fleischersatz gefunden. Sie weist Veganer darauf hin, dass vegane Produkte keineswegs rein natürlich seien. Ohne den größeren Einsatz von Zusatzstoffen sei die „Herstellung oder ein annehmbarer Geschmack in den meisten Fällen nicht möglich“. Auch Etikettenschwindel und irreleitende Phantasienamen kämen im Test vor. Zudem seien gesättigte Fettsäuren schwer für den Körper zu verarbeiten. Geflügel-Mortadella ist die Vorlage dieses Brotaufschnitts. Die Verbraucherzentrale kritisiert, dass auf der Verpackung wichtige Nährwertangaben fehlen würden und der Hersteller nicht auf Nachfragen über das Produkt geantwortet habe. So bliebe unter anderem die Herkunft der Zutaten verborgen. Immerhin hat der Aufschnitt aber nur halb so viel Fett wie herkömmliche Mortadella. Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg
    Dieses Schlagsahneimitat enthält den Testern zufolge zu viele gesättigte Fettsäuren. Außerdem haben sie Bedenken bezüglich des verarbeiteten Seetangs. Der Hersteller habe zu der Herkunft der Zutaten auf Nachfrage keine Auskunft gegeben. Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg
    Auch an diesem Produkt hat die Verbraucherzentrale etwas auszusetzen: Beim ersten Blick auf die Vorderseite dieses Produkts bliebe unklar, worum es sich überhaupt handele. Es ist Margarine. Außerdem seien die Wallnüsse auf dem Deckel irreführend, da das Produkt nur zwei Prozent Wallnussöl enthalte. Die Margarine hätte über dies einen hohen Gehalt an gesättigten Fettsäuren, verursacht durch Kokos- und Palmöl. Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg
    Name und Design dieses Getränks würden suggerieren, dass die Zutaten aus der Schweiz stammen, obwohl sie teilweise aus Italien, Ungarn und Türkei importiert werden. Das sei irreführend, kritisieren die Hamburger. Ebenso fehlleitend sei die Angabe, dass der Drink keinen Zucker enthalte. Denn der enthaltene Zuckerersatz Maltodextrin werde teilweise im Mund zu Zucker umgewandelt. Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg
    Laut Verbraucherzentrale ist dieses Produkt eines der wenigen, das bei ihrem Test gut abgeschnitten haben. Diese Würstchen bestehen hauptsächlich aus den Samen der Süßlupine, einer heimischen Hülsenfrucht, die zu den Ginsterarten gehört. Eine Wurst enthalte halb so viel Fett wie eine herkömmliche Bratwurst, was ein positiver Punkt sei. Nur der Salzgehalt sei zu hoch. Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg
    An diesen veganen Burger-Patties kritisiert die Verbraucherzentrale Hamburg, dass sie 35 Prozent mehr Fett als handelsübliche Bouletten aus Rinderhack und vier mal so viele gesättigte Fettsäuren enthalte. Das Etikett sei zudem irreführend: Der Veggie Burger enthalte geschmacksverstärkendes Hefeextrakt, obwohl auf der Verpackung „ohne Zusatz von Glutamat“ abgedruckt sei. Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg
    Der Käseersatz überzeugt die Verbraucherzentrale Hamburg nicht, da er viele Zusatzstoffe wie Konservierungsmittel und gesättigte Fettsäuren enthalte. Außerdem bemängelt sie, dass die Produktbeschreibungen „Ethisch“ oder „Vegane Aromen“ nicht genau definiert sei. Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg

    Nur hilft das alles nicht gegen Ekel. Deshalb sind Insekten auch als verarbeitete, sozusagen unsichtbare Lebensmittel im Gespräch. „Wenn die Currywurst aus dem 3D-Drucker kommt, geht Insektenmehl in Zukunft vielleicht auch“, sagt BfR-Experte Wittkowski. Noch ist das in Deutschland aber Zukunftsmusik. Insekten gibt es bisher allein als Futtermittel für den Heimtierbedarf. Für Nutztiere sind sie nicht erlaubt. Und exotische Insektenrestaurants brauchen in der Regel die Erlaubnis der Lebensmittelüberwachung in den Bundesländern.

    Top-Jobs des Tages

    Jetzt die besten Jobs finden und
    per E-Mail benachrichtigt werden.

    Standort erkennen

      Die BfR-Wissenschaftler denken vor einer möglichen Liberalisierung auch über Nachteile von Insekten als Lebensmittel nach und sehen erheblichen Forschungsbedarf. Denn Insekten können Krankheitserreger wie Viren, Bakterien, Pilze und Parasiten übertragen. Zwar seien Erkrankungen für Europa bisher nicht nachgewiesen, sagt Niels Bandick, der am BfR zu biologischer Sicherheit forscht. Für eine mögliche Zucht sollten solche Risiken aber ausgeschlossen werden. „Auch wenn Insekten in der Regel nicht roh gegessen werden.“

      Wie gesund ist Fleischverzicht?
      EiweißmangelIn Fleisch ist jede Menge Eiweiß enthalten. Um beim Fleischverzicht trotzdem genug Eiweiß zu sich zu nehmen, müssen Vegetarier neben pflanzlichen Lebensmitteln auch jede Menge Eier und Milchprodukte verzehren. Auch Getreide und Hülsenfrüchte enthalten viel Eiweiß, allerdings können diese die tierischen Produkte wie Milch und Eier nicht ersetzen. Wer Vegan lebt, und auch darauf verzichtet, muss quasi zum Ernährungsexperten werden und die pflanzlichen Proteinquellen geschickt miteinander kombinieren, damit dem Körper genügend Eiweiß für Zellen, Muskeln, Organe und Knochen zur Verfügung steht. Quelle: dpa
      CalciummangelStrahlend weiße und gesunde Zähne brauchen vor allem eins: Calcium. Auch für den Knochenbau, bei der Muskel- und Nerventätigkeit und der Blutgerinnung macht sich das Element bemerkbar. Vegetarier müssen zwar sehr auf ihr Ernährung achten, doch Calciummangel ist nur in den seltensten Fällen ein Problem. Gerade Milchprodukte wie Käse, Joghurt und Buttermilch sind reich an Calcium. Auch rein pflanzliche Lebensmittel, wie Broccoli, Kohl, weiße Bohnen, Samen oder Lauch enthalten das Element - wenn auch in deutlich geringerer Menge als Milchprodukte. Entsprechend schwierig ist es für Veganer eine ausreichenden Menge zu sich zu nehmen. Quelle: ZBSP
      Jod-MangelEin paar Bio-Doraden könnten helfen: Immer wurde in der Vergangenheit bei Vegetariern Jodmangel festgestellt, und gerade in Fisch ist viel Jod enthalten. Allerdings wird der Jodmangel bei Vegetariern inzwischen deutlich seltener beobachtet. Grund könnte die verstärkte Verwendung von Jodsalz in deutschen Haushalten sein. Ein anderer der stärkere Verzehr von Tiefkühlprodukten. Durch die Tiefkühlkost gelangen immer mehr pflanzliche Lebensmittel aus Gegenden mit mehr Jod in jodarme Gegenden wie Deutschland. Die Weltgesundheitsorganisation beziffert den Minimalbedarf an Jod für Erwachsene mit 60 bis 120 Mikrogramm pro Tag. Einige Lebensmittel enthalten Substanzen, die die Jodaufnahme hemmen und dadurch den Jodbedarf erhöhen können. Hierzu gehören unter anderem Blumenkohl und Rettich. Aber auch Nitrat, Rauchen oder bestimmte Arzneimittel haben einen hemmenden Einfluss. Die wichtigste Folgeerkrankung des resultierenden chronischen Jodmangels ist der Kropf, eine Schilddrüsenvergrößerung. Quelle: dpa
      EisenmangelBekommt der Körper zu wenig Eisen treten Symptome wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit oder Konzentrationsproblemen auf. In Fleisch steckt jede Menge Eisen. Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln wird vom menschlichen Körper deutlich schlechter aufgenommen. Entsprechend müssen Vegetarier besser auf ihre Ernährung achten. Zu Lebensmitteln, in denen viel Eisen enthalten ist, gehören Vollkornbrot aus Roggen oder Weizen, Haferflocken, Hülsenfrüchte wie Linsen und weiße Bohnen, Blattgemüse (Spinat), Nüsse, Samen, Hirse, Pfifferlinge, Amarant oder Quinoa. Besonders gut wird Eisen in Kombination mit Vitamin C aufgenommen. Das Vitamin steckt in Orangen, Paprika, Rosenkohl oder Sauerkraut. Quelle: AP
      Vitamin-B12-MangelDas Vitamin-B12 übernimmt im Körper wichtige Funktionen beim Fettstoffwechsel und ist unentbehrlich für den Aufbau der roten Blutkörperchen. Vegetarier haben in der Regel weniger ein Problem mit Vitamin-B12-Mangel, sofern sie auch tierische Produkte wie Milch und Eier zu sich nehmen. Schwieriger ist es bei Veganern. Denn das Vitamin kann nicht von Pflanzen gebildet werden. Zwei Ausnahmen: Geringe Mengen finden sich in vergorenem Gemüse wie Sauerkraut und teilweise in Algen wieder. Quelle: dpa
      FleischkonsumWer glaubt, dass regelmäßiger Fleischkonsum die einzig wahre Ernährung ist, liegt falsch. Auch Fleischesser müssen darauf achten, wie viel Fleisch sie essen. Denn der Konsum von zu viel tierischem Fett schadet der Gesundheit, da diese Fette Entzündungen auslösen können. Dadurch werden Krankheiten wie Arthrose, Arthritis und Reuma begünstigt. Massiver Konsum von tierischen Fetten kann sogar zu Magen- oder Darmkrebs führen. Experten empfehlen daher nicht mehr als 300 bis 450 Gramm fettarmes Fleisch pro Woche zu sich zu nehmen. Rotes Fleisch wie Rind, Schwein und Lamm sollten eher selten gegessen werden. Sie interessieren sich für Ernährungsmythen? Klicken Sie hier. Quelle: dpa

      Vorsicht empfiehlt auch Alfonso Lampen, am BfR zuständig für Lebensmittelsicherheit. „Einige Käferarten, zum Beispiel Bockkäfer, produzieren toxische Substanzen. Beim Menschen können sie Magen-Darm-Probleme auslösen“, sagt er. Dazu komme die Frage nach Allergenen. Winzige Hausstaubmilben seien ein Beispiel dafür, dass Insekten Allergien auslösen könnten. Und auch Insekten sind Tiere. Bei einer Zucht in Europa - als Lebens- oder Futtermittel - kommen ethische Fragen dazu. Empfinden Insekten Schmerz? Ist das Gas Kohlendioxid eine humane Tötungsart für Krabbeltiere? Und ist ein tierisches Produkt wirklich ökologisch sinnvoller als eine importierte pflanzliche Alternative wie Sojamehl? Das BfR will diese Fragen geklärt sehen, ehe Grillen-Snacks und Mehlwurm-Pfannkuchen mehr als ein Party-Gag werden.

      © Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
      Zur Startseite
      -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%