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Klimaschutz Die globale Ohnmacht

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Wissenschaft

Überschwemmung Bangkok Quelle: dpa

2. Was wissen wir über den Zusammenhang zwischen Klimawandel und Stürmen, Dürren und Überschwemmungen?

Geht es um die Folgen des weltweiten Klimawandels, prophezeien Politik und Medien immer neue Katastrophenszenarien: Ganze Landstriche könnten unter Wasser stehen, Hurrikane Küsten verwüsten und Dürren Millionen Menschen in den Hunger treiben. Wie realistisch dieses Bild ist, darüber sind sich die Forscher uneins. So löste der neueste Sonderbericht des Weltklimarates über die Folgen des Klimawandels, der am 18. November in der ugandischen Hauptstadt Kampala vorgestellt wurde, schon vor der Veröffentlichung Streit aus. Vor allem die Aussage, die Erderwärmung führe mit großer Wahrscheinlichkeit heute schon zu einer wachsenden Zahl extremer Wetterereignisse, sehen viele Wissenschaftler mit Skepsis. Dass beispielsweise Stürme weltweit zugenommen hätten, kann Hans von Storch vom Meteorologischen Institut der Universität Hamburg und selbst Autor für den Weltklimarat, nicht bestätigen. „Bei der Anzahl von Taifunen in Asien, Polarstürmen und Starkwinden über der Nord- und Ostsee hat unser Team für die vergangenen Jahre keine Zunahme festgestellt“, sagt von Storch. Auch in den nächsten 20 Jahren werde der Anstieg so gering sein, dass er nicht einmal messbar sei. Fehlalarm auch bei Hurrikanen, wie eine Studie der Universität Miami belegt: Orkane traten in den vergangenen Jahren nicht häufiger auf. In Zukunft ist sogar mit weniger Wirbelstürmen zu rechen. Das räumt selbst der neue Bericht des Klimarats ein. Allerdings werden die Hurrikane in Zukunft etwas heftiger, so die Untersuchung.

Laut von Storch werden mit steigenden Temperaturen auf der Erde allerdings die Regenfälle intensiver – und mit ihnen die Überschwemmungen. Der Grund: Bei höheren Temperaturen verdunstet mehr Wasser in die Atmosphäre, was zu mehr Regen führt. Die Fluten treten vor allem dort auf, wo es heute schon zu viel Regen gibt, in Südostasien zum Beispiel. Konsens ist unter Forschern zudem, dass die Erderwärmung extreme Dürreperioden verursacht. So warnte das amerikanische National Center for Atmospheric Research in Colorado vor Kurzem: Schon im Jahr 2030 könnten Dürren die USA und den Mittelmeerraum heimsuchen. Sie wären ähnlich stark wie die bislang schlimmsten Trockenphasen in den Siebzigerjahren in der Sahelzone Nordafrikas. Auf lange Sicht könnte der Klimawandel sogar die Erde schwanken lassen. So berechneten Forscher der Royal Society in London, dass die Gewichtsverlagerung durch das Abschmelzen der Polkappen Verschiebungen der Erdplatten auslöst, die zu See- und Erdbeben führen.

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