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Kopenhagen Letzter Anlauf beim Weltklimagipfel

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US-Außenministerin Hillary Clinton deutete allerdings an, dass Obama möglicherweise doch nicht kommen wird. „Wir hoffen, dass es etwas gibt, für das es sich lohnt zu kommen“, sagte sie. Erstmals nannten die USA mit 100 Milliarden Dollar (69 Milliarden Euro) eine Summe, die die reichen Länder vom Jahr 2020 an jährlich für Klimamaßnahmen in den Entwicklungsländern aufbieten sollen. Die EU bezifferte diesen Betrag allerdings auf 100 Milliarden Euro. Zugleich erhöhte sie den Druck auf Peking, eine internationale Überprüfung seiner Klimaziele zuzulassen. China hat eine Reduzierung seiner Kohlenstoffintensität angekündigt, möchte sich aber nicht auf verbindliche Ziele festlegen und diese auch nicht international überprüfen lassen. „Wenn es noch nicht einmal die Bereitschaft gibt, über Transparenz zu reden, ist das für uns ein unüberwindbares Hindernis in den Verhandlungen.“

Gegenseitige Vorwürfe

Dänemarks Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen gab am Morgen den Versuch auf, für die Chefrunde eine praktikable und entschlackte Verhandlungsgrundlage auszuarbeiten. Vor allem China, Brasilien sowie das G77-Sprecherland Sudan hatten Dänemark mit Vorwürfen der Intransparenz, mangelnder Demokratie und Einseitigkeit überhäuft. „Wir haben zwei Verhandlungstage verloren, was aber nicht die Schuld der G77 ist“, sagte eine sudanesische Delegierte. Dagegen hatten westliche Diplomaten den Schwellen- und Entwicklungsländern vorgeworfen, untereinander uneins zu sein und sich nicht auf einzelne Vertreter geeinigt zu haben. Diese Stimmenvielfalt habe den Prozess blockiert.

Rasmussen ernannte seine frühere Klimaministerin Connie Hedegaard zur Leiterin der beiden Arbeitsgruppen. Diese sollen ihre Ergebnisse den Staats- und Regierungschefs in Form von zwei Dokumenten vorlegen. Die eine Gruppe repräsentiert die Länder des Kyoto-Abkommens, das verpflichtende Reduzierungen von Treibhausgasen für die Industriestaaten vorsieht, dem aber die USA nie beigetreten sind. Der andere Strang beruht auf der Klimakonvention von Rio de Janeiro von 1992, die alle Länder umfasst, aber noch keine bindenden Verpflichtungen enthält.

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