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LED als Attraktion Wenn das Straßenlicht zum Spektakel wird

Der Name LED steht nicht einfach nur für eine vergleichsweise neue Licht-Technologie. Die Leuchtdioden sorgen inzwischen rund um die Welt für Spektakel - auf Plätzen, Straßen und Hochhäusern.

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Prozession im spanischen Valladolid: Dank LED wechselt die Straßen- und Passagenbeleuchtung je nach Feiertag die Farbe. Quelle: dpa

Köln Die Bürger im spanischen Valladolid danken dem Herrgott per Straßenbeleuchtung: LED-Lampen verändern je nach Jahreszeit oder Festtag ihre Lichtfarbe. Während der Weihnachtszeit erstrahlt die Stadt in Teilen violett, zu Pfingsten rot. An anderen Feiertagen leuchten die Lampen in reinstem Weiß.

Die Lichtplaner haben mit LED-Technologie von Philips ein Spektakel geschaffen, das bald auch andernorts Realität werden könnte: Künftig soll Licht nicht nur erhellen, sondern auch zur Attraktion werden. „LED ist das Licht der Zukunft. Die Revolution ist vergleichbar mit der Digitalisierung der Unterhaltungsindustrie“, sagt Philips-Sprecher Bernd- Heinrich Glaser. Entsprechend wolle man zur Messe Light+Building auf LED den Schwerpunkt setzen. Auch Hersteller wie Osram oder Ledxon setzen voll auf die neue Technologie.

Auf der Messe zeigt sich, wie sehr der Markt im Umbruch ist. Konventionelle Lichtlösungen geraten unter Druck. Die Unternehmensberater von McKinsey schreiben in einer aktuellen Studie: „Das Aufkommen von LED wird die Branche stark verändern.“ Noch könne die neue Technologie aufgrund der höheren Kosten nicht in allen Bereichen mit anderen Lichtquellen konkurrieren. Doch die Produktionskosten sinken laut McKinsey rasant um etwa 30 Prozent im Jahr. Schon 2020 könnten weltweit 60 Prozent der Umsätze in der Beleuchtungsindustrie mit LED gemacht werden. Die Philips-Manager rechnen sogar damit, dass 2020 drei von vier verkauften Lampen auf LED-Technik basieren werden.

Die Branche verspricht einige Vorteile: Die Lampen sollen bis zu 90 Prozent effizienter sein als Glühbirnen und schneiden damit teilweise noch besser ab als Energiesparlampen. Außerdem sind sie extrem langlebig. Im Idealfall soll eine Lampe bis zu 30 Jahre alt werden. Vor allem ermöglicht die neue Technik aber eine bisher unbekannte Flexibilität für neue Lichtdesigns.

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    Haushalte sollen auf LED umrüsten

    Das gilt vor allem für farbiges Licht. Bisher müssen abschwächende Farbfilter über die eigentliche Lichtquelle gelegt werden – um die gleiche Helligkeit zu erzielen, steigt der Stromverbrauch. Mit LED lassen sich Farben deutlich einfacher erzeugen. Auch lässt sich die Lichtfarbe einfach umprogrammieren – das ermöglicht spektakuläre Effekte.

    Hersteller Osram verkleidet drei riesige Hochhäuser in Aserbaidschans Hauptstadt Baku mit mehr als 10000 LED-Strahlern. Die Türme werden so zu riesigen Bildschirmen umfunktioniert für Animationen und Filme. Ein Vorzeigeprojekt befindet sich auch in Oslo: Osram stattete den Konzertsaal eines Opernhauses mit LED-Lampen aus. Als Prunkstück gilt der mit mehreren tausend LEDs bestückte Kronleuchter mit sieben Metern Durchmesser und über acht Tonnen Gewicht. „LED liefern eine Show“, sagt Osram-Sprecherin Nadine Kleinert.

    Schon heute stammen ein Viertel der Osram-Umsätze aus dem Geschäft mit den Dioden. Noch kommen sie hauptsächlich bei Großprojekten oder im kommerziellen Bereich zum Einsatz: in Geschäften, Büros oder Hotels. „Wegen der häufigeren Verwendung amortisieren sich die Kosten hier deutlich schneller“, sagt Philips-Sprecher Glaser. So hat das Hamburger Hotel Vier Jahreszeiten kürzlich einen Großteil der Beleuchtung auf die neue Technik umgestellt. Das Hotel will so 80 Prozent Energie sparen und verspricht sich geringere Wartungskosten – nur alle 25000 Stunden müssen die Lampen getauscht werden. Nach acht Monaten soll sich die Umrüstung rechnen.

    Die sinkenden Preise sollen dazu führen, dass bald auch Haushalte auf die LED-Technik umrüsten. Was im Großen für Effekte sorgt, kann auch eine Wohnung gemütlicher machen. „Auf Knopfdruck kann man per Fernbedienung Kerzenlichtstimmung im Wohnzimmer schaffen“, verspricht Glaser. Eine solche Leuchte stellt Philips auch auf der Light+Building vor. Damit ist das Potential noch lange nicht ausgereizt. In der Wohnung der Zukunft könnte sich die Lichtfarbe über den Tag hinweg verändern – wie das Tageslicht in der Natur.

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