Natürlicher Schutz Uralte Tradition

Biobauern als Pioniere: Sie bekämpften als Erste Schädlinge mit deren Feinden und verhalfen der Technik so zum Durchbruch.

Diese Lebensmittel sollten Sie besser Bio kaufen
Saftig, knackig, gesund? Obacht, meint die Umweltorganisation Greenpeace, denn frisches Obst und Gemüse enthält nicht nur viele Vitamine, Ballast- und Mineralstoffe, sondern bringt auch unerwünschte Substanzen auf den Tisch. Das ergab eine aktuelle Auswertung von mehr als 22.000 Proben der deutschen Lebensmittelüberwachung aus den Jahren 2009 und 2010. Die Ergebnisse, in einem Einkaufsratgeber für Obst und Gemüse zusammengefasst, sind nicht immer appetitlich... Quelle: AP
PaprikaAuch wenn momentan darüber diskutiert wird, dass Bio-Lebensmittel nur wenig gesünder als konventionelles Essen sind: Sicher ist, dass sie bei der Belastung mit Pestiziden deutlich besser abschneiden. Die Auswertung von Greenpeace hat ergeben, dass vor allem Paprika aus der Türkei die gesundheitlich bedenklichen Konzentrationen besonders häufig überschreitet. Über 20 Pestizide fanden die Experten in dem Gemüse. Das Online-Magazin „Utopia“ berichtet davon, dass beim Paprikaanbau oft die gefährliche Chemikalie Ethephon verwendet wird, um das Gemüse schneller einzufärben. Im menschlichen Körper soll Ethephon wie ein Nervengift wirken. Quelle: dpa
TafeltraubenAuch Tafeltrauben aus der Türkei enthalten im Schnitt zu viele Pestizide. Darauf weist neben Greenpeace auch das Bundesamt für Verbraucherschutz hin. Nicht selten lassen sich Spuren von zehn Pestiziden in den Trauben nachweisen. Bei Tafeltrauben aus Deutschland sind es im Schnitt weniger als fünf. Quelle: dpa
BirnenUnd auch in Birnen, die aus der Türkei importiert werden, finden sich Substanzen, die den Umweltschützern Sorgenfalten auf die Stirn treiben. In ihrer Analyse konnten die Greenpeace-Experten im Schnitt zehn Pestizide finden. Quelle: ZB
GrünkohlAuch wenn das Wintergemüse Grünkohl nicht jedermanns Sache ist: spätestens wenn man sich die Belastungen mit Pestiziden ansieht, kann einem der Appetit vergehen, denn häufig werden die gesetzlichen Höchstmengen für Pflanzenschutzmittelrückstände überschritten. Quelle: dpa
WeinblätterOb türkisch, griechisch oder orientalisch: Weinblätter bereichern die mediterrane Küche. Allerdings sind auch sie besser mit Vorsicht zu genießen. Darauf weist die Zeitschrift „Ökotest“ hin. Das Fazit ihrer Untersuchung: Häufig lauern in den grünen Blättern so viel chemische Stoffe, dass sie den unbeschwerten Genuss völlig verderben. Die Zeitschrift sprach ein vielen Fällen sogar eine Nicht-Kauf-Empfehlung aus. Wer trotzdem darauf zurückgreifen möchte, sollte es auf jeden Fall Bio kaufen. Quelle: dpa
Kirschen Hohe Rückstände von Pflanzenschutzmitteln tauchen regelmäßig auch in Süß- und Sauerkirschen auf. Von Kirschen aus konventionellem Anbau sollte man lieber die Finger lassen und sie statt dessen aus Nachbars Garten oder vom Biomarkt naschen. Quelle: gms
KopfsalatGrün, knackig, gesund? Sollte man meinen, denn immerhin 4,8 Kilogramm essen die Deutschen pro Kopf durchschnittlich im Jahr. In regelmäßigen Abständen untersucht Greenpeace auch Kopfsalat. Nicht den aus Omas Garten, sondern Produkte aus Gewächshäusern und Riesenfeldern. Fast immer sind die Ergebnisse dabei erschreckend, viele Salatproben enthalten zunehmend mehrere Pflanzenschutzmittel. Dass viele Pestizide parallel eingesetzt werden liegt daran, dass sich so die Überschreitung der Höchstmenge bei einem einzigen Stoff vermeiden lässt. Wie gesund Salat wirklich ist, damit hat sich auch das WDR-Fernsehen beschäftigt. Die Zusammenfassung des Beitrags lesen Sie hier. Quelle: dpa
ErdbeerenAuch bei der kalorienarmen Vitamin-C-Bombe sind Bio-Erdbeeren oft die gesündere Wahl. Konventionelle Erdbeeren sind oft mit Pflanzenschutzmitteln behandelt, die sie resistent gegen Ungeziefer und Schimmel machen sollen. Sieben Pestizide fanden die Greenpeace-Experten auf Erdbeeren aus Belgien, auf deutschen vier. Quelle: dapd
GurkenGesunde Salatgurke? Nicht immer, denn im konventionellen Anbau werden sie häufig mit Fungiziden, das sind Anti-Pilzmittel, behandelt. Bio-Gurken weisen hingegen nahezu gar keine Pestizid-Rückstände auf. Quelle: dpa
ÄpfelStark, groß, lecker - aber sind Äpfel auch unbedenklich? Während Äpfel aus dem Biolandbau nahezu frei von Pestiziden sind, weisen Tester der Zeitschrift „Öko-Test“ darauf hin, dass vor allem konventionelle Produkte aus Südamerika problematisch sind. Trotzdem gibt es auch gute Nachrichten, denn der aktuelle Apfel-Test zeigt, dass viel weniger gespritzt wird und die meisten Früchte, die man hierzulande kaufen kann, frei von problematischen Rückständen sind. Quelle: dpa
Spinat Spinat macht nicht nur den Comic-Helden Popeye stark, sondern verhilft auch Sportlern zu mehr Muskelkraft. Verantwortlich soll das enthaltene Nitrat sein. Allerdings gilt auch hier wie so oft: Die Dosis macht das Gift. Häufig wird dem Boden Nitrat als Düngemittel zugesetzt, um den Ertrag der Ernte zu steigern. Im Körper kann der Stoff mit Keimen dann in das krebserregende Nitrit umgewandelt werden. Vor einigen Jahren fand Stiftung Warentest sogar Listeriene in Spinat, ein Stoff aus Tierkot, schreibt das Magazin „Utopia“. Bio-Spinat sei in dem Test dabei deutlich besser weggekommen. Quelle: ZB

Die Idee des Pflanzenschutzes ist so alt wie der Ackerbau selbst. Seit Menschen Getreide, Obst und Gemüse anbauen, müssen sie ihre Nutzpflanzen vor Tieren, Pilzen oder Viren schützen, die sich über die Ernte hermachen, sie verfaulen lassen oder die Gewächse schwächen.

Schon in der Antike nutzen Bauern dazu Gifte wie Arsen, Kupfer oder Pyrethrum aus Chrysanthemenblüten. Die Stoffe stammen zwar aus der Natur, gesund sind sie trotzdem nicht. Schonende Methoden wie das Absammeln von Kartoffelkäfern gerieten jedoch ins Hintertreffen, als hochwirksame chemische Insektengifte wie DDT Ende der Dreißigerjahren erfunden wurden.

Nur im alternativen Landbau blieben die Chemikalien verpönt. Dort entwickelten Biobauern Alternativen, wie das fast zeitgleich mit DDT entdeckte Bodenbakterium Bacillus thuringiensis. Dessen Gift tötet Insekten aller Art, von der Malariamücke bis zum Maiszünsler. Doch seit Forscher den Bauplan für das Gift per Gentechnik in Nutzpflanzen integriert haben, pflanzten Bauern diese weltweit großflächig an. So wird auch diese Waffe stumpf: Die Insekten entwickeln Resistenzen gegen das Gift.

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Unverändert wirksam dagegen bleiben Marienkäfer, die Landwirte gezielt auf deren Lieblingsspeise loslassen – die Blattläuse. Noch spezifischer ist der Einsatz von Pheromonen: Mit diesen für Mensch und Umwelt ungefährlichen Botenstoffen kommunizieren Insekten untereinander. Seit sie sich künstlich erzeugen lassen, boomen die Lockstofffallen.

Marktführer Pherobank aus den Niederlanden hat fast 400 Pheromone gegen 150 Schadinsekten im Angebot. Darunter Sexuallockstoffe, die Borkenkäfer, Apfelwickler oder Maiswurzelbohrer anziehen und sie so von Wäldern, Plantagen und Äckern fernhalten.

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