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Naturschutz In unserem Papier steckt illegales Tropenholz

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Den Worten von Lieferanten kann man nicht vertrauen

So weit die Theorie. Die Analysen der TU Darmstadt zeugen von einer anderen Praxis: Das Unternehmen Depesche etwa, ein führender Anbieter von Gruß- und Geschenkartikeln in Europa aus Geesthacht nahe Hamburg, bezieht viele Produkte aus China – und unterliegt den EUTR-Vorgaben. Dennoch fand Forscher Schaffrath in seinen Analysen in acht Artikeln Tropenholz aus Naturwäldern – in Anteilen von 7 bis 35 Prozent. Zu Zellstoff verkocht, sei der Tropenholz-Nachweis nicht einfach, sagt er. „Wenn Unternehmen mit Raubbau Geld verdienen wollen, ohne dass man ihnen auf die Schliche kommt, müssen sie es verdünnt einführen.“

Die Verantwortlichen bei Depesche konnten auf Nachfrage keine Legalitätsnachweise vorlegen, behaupten aber, seit 2014 nur noch Produkte mit dem FSC-Siegel zu beziehen. Die untersuchten Produkte seien davor importiert worden, sagt Sprecherin Wiebke Wolf. Zudem hätten die Lieferanten versichert, die Produkte stammten nicht aus Raubrodungen tropischer Wälder. „Diesem Wort haben wir vertraut.“ Doch Vertrauen allein – da ist die EUTR eindeutig – reicht nicht.

Wer bei der Nachhaltigkeit punktet
Gelsenkirchen Quelle: obs
Oberhausen Quelle: dpa/dpaweb
Krefeld Quelle: AP
Herne Quelle: dpa/dpaweb
Hamm Quelle: dapd
Mönchengladbach Quelle: dpa/dpaweb
Essen Quelle: AP

Kein Legalitätsnachweis

Beispiel Iden: Die Berliner Unternehmensgruppe hatte im Oktober 2013 eine Geschenktüte von der chinesischen Fujian Jiamei Group Corporation eingeführt. Laut Laborbericht der TU Darmstadt enthält deren Innenseite zwölf Prozent illegales Tropenholz aus Naturwäldern. Auch Iden legte auf Nachfrage keinen Legalitätsnachweis vor, ließ stattdessen durch seinen Anwalt Thorsten Feldmann mitteilen, die Tüte enthalte überwiegend Eukalyptus und sei FSC-zertifiziert. Letzteres ist falsch.

Denn mit dem FSC-Siegel dürfen sich nur Produkte schmücken, wenn alle Zulieferer zertifiziert sind. Die Fujian Jiamei Group Corporation ist das erst seit dem 10. November 2014 – war es zum Zeitpunkt der Geschenktüten-Lieferung also noch nicht.

FSC Deutschland reagiert verärgert. „Der seit 2012 zertifizierten Firma Iden hätte dieser Umstand bekannt sein müssen“, sagt Geschäftsführer Uwe Sayer. „Wir behalten uns vor, gegen solche falschen Aussagen rechtliche Schritte einzuleiten.“

"Ohne Stichproben geht es nicht"

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Iden hat Konsequenzen gezogen. „Um Problemen bei der Wahrnehmung unserer Produkte in der Öffentlichkeit vorzubeugen“, teilt Feldmann mit, habe man auf FSC-Qualität umgestellt. Zudem hat Iden ein System etabliert, das Zulieferer verpflichtet, Herkunftsnachweise zu unterzeichnen und sich durch externe Zertifizierer kontrollieren zu lassen. Die BLE habe Iden im September 2014 überprüft und nichts beanstandet, so der Anwalt.

Den Papierexperten Zahnen erstaunt das nicht. Der WWF beklage seit Jahrzehnten, dass Dokumente aus Ländern wie China das Papier nicht wert seien, auf das sie gedruckt sind. „Da kann es doch nicht sein, dass die BLE sich mit abgehefteten Papieren zufrieden gibt. Ohne Stichproben und kritisches Hinterfragen geht es nicht.“

Doch selbst wenn es härtere Kontrollen gäbe, würde illegales Tropenholz weiter nach Deutschland gelangen. Die EUTR hat befremdliche Lücken: Produkte wie ein Gartentisch fallen unter die Verordnung, Gartenstühle, Bücher oder Musikinstrumente sind dagegen ausgenommen.

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