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OECD-Studie Steigender Warenverkehr gefährdet Klimaziele

Ob Lebensmittel, Kleidungsstücke oder Smartphones - immer mehr Güter werden durch die halbe Welt transportiert. Der zunehmende Gütertransport gefährdet die Einhaltung der globalen Klimaziele.

Ein Container wird auf einen Lastwagen verladen. Quelle: AP

Erdbeeren aus Ägypten und Mode „made in China“: Immer mehr Güter werden immer weiter um den Globus transportiert - der steigende Warenverkehr droht einer OECD-Studie zufolge die globalen Klimaziele zu gefährden. Laut einer am Dienstag in Paris veröffentlichten Untersuchung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) soll sich das internationale Frachtvolumen von 71 Milliarden Tonnenkilometern 2010 bis zum Jahr 2050 vervierfachen.

Pro Kilometer werden nach der Studie immer mehr Transportgüter bewegt - und das auf allen Wegen. Besonders der internationale Schiffs- und Flugverkehr wird verstärkt für Gütertransport genutzt. Deutschland liegt in der Luftfracht an vierter Stelle hinter den USA, China und Japan.

Neue Risiken durch den Klimawandel
FSMEEine der wichtigsten durch lebende Organismen übertragenen Krankheiten in Deutschland ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine virusbedingte Hirnhaut- oder Gehirnentzündung. Überträger sind Zecken. Laut RKI erkrankten im vergangenen Jahr daran rund 420 Menschen. Gegen FSME schützt eine Impfung. Quelle: dpa-dpaweb
MalariaDie Malaria-Erreger werden durch weibliche Anopheles-Mücken übertragen. In Deutschland werden jedes Jahr mehrere hundert Fälle eingeschleppt - meist von Reiserückkehrern aus Afrika und Asien. Mit der globalen Erwärmung könnten Überträger der Erreger auch nach Europa vordringen. Größere Ausbrüche in Deutschland hält das RKI allerdings für "äußerst unwahrscheinlich" - wegen des hohen medizinischen Standards und weil entsprechende Bedingungen für die Anopheles-Mücken fehlen. Quelle: AP
BorrelioseWeit häufiger übertragen Zecken die von Bakterien verursachte Lyme-Borreliose, die Nervensysteme und Gelenke schädigen kann und an der jedes Jahr schätzungsweise bis zu 100.000 Menschen in Deutschland erkranken. Eine Schutzimpfung dagegen gibt es nicht. Früh erkannt, lässt sich die Infektion aber gut mit Antibiotika behandeln. Quelle: dpa
Hantavirus2012 infizierten sich mehrere Touristen bei einem Besuch im Yosemite Nationalpark in Kalifornien mit Hantaviren. Zwei von von ihnen starben. In Deutschland wurden im selben Jahr 2825 Fälle bekannt. Hantaviren werden in Deutschland durch die Rötelmaus und die Brandmaus übertragen. Der Mensch infiziert sich in der Regel über eingeatmeten Staub, der Exkremente infizierter Tiere enthält, über Hautkontakt zu Exkrementen oder verseuchte Nahrungsmittel. Zu den Risikofaktoren zählen unter anderem Gartenarbeiten, Holzschlagen, Zelten und Forstarbeiten. Quelle: dpa
Dengue-FieberDas Virus wird von Stechmücken, vor allem in den Tropen und Subtropen übertragen. Dengue gehört bei deutschen Reiserückkehrern zu den häufigen Infektionen. 2012 wurden in Deutschland rund 600 Fälle gemeldet, 2013 noch mehr. Am häufigsten infizierten sich Menschen in Thailand, Indonesien und Indien. Aber auch in Südkroatien und Südfrankreich tauchte der Erreger schon auf. Die asiatische Tigermücke, die den Erreger übertragen kann, wurde mehrfach auch in Süddeutschland gefunden - bislang enthielt aber keine der eingeschleppten Mücken tropische Viren. Quelle: dpa
LeptospiroseWirtstiere sind Ratten, Mäuse und andere Haus-, Nutz- und Wildtiere. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt hauptsächlich durch Kontakt mit dem Urin infizierter Tiere. Häufig zeigen sich grippeähnliche Symptome, es können aber auch lebensbedrohliche Formen mit Leber- und Nierenversagen auftreten. Im Jahr 2012 wurden in Deutschland 85 Erkrankungen bekannt. Quelle: dpa
West-Nil-FieberAsiatische Buschmücken, Überträger von Krankheiten wie dem West-Nil-Fieber, sind nach Angaben von Experten inzwischen auch in Süddeutschland heimisch. Auch die in Deutschland weit verbreitete Gemeine Stechmücke kann das Virus übertragen. Hierzulande sind bislang nur neun aus dem Ausland importierte Infektionen bekannt. Allerdings breitet sich das Virus immer weiter aus. Auch in Deutschland scheinen laut RKI Voraussetzungen für mögliche Ausbrüche gegeben. Infektionen wären durch Stiche von Mücken denkbar, die Kontakt zu infizierten Zugvögeln hatten. Konkrete Anhaltspunkte dafür gibt es bislang nicht. Quelle: dpa

Damit stehe die Transportbranche vor zwei Herausforderungen, heißt es im OECD-Bericht. Zum einen seien viele Infrastrukturen dem steigenden Handel bislang nicht gewachsen, was den erwarteten Aufschwung bremsen könnte. Weiterhin stelle der steigende Güterverkehr eine enorme Belastung für das Klima dar.

So schätzen die Experten der OECD, dass sich die aus dem Frachtverkehr entstandenen CO2-Emissionen bis 2050 um 290 Prozent erhöhen, was „Klimaziele ernsthaft untergraben“ könne.

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