Outdoor-Kleidung Greenpeace warnt vor Chemikalien

Dass Outdoor-Kleidung der Umwelt zusetzt, stört nicht nur Greenpeace: Auch Kunden fragen nach Kleidung ohne giftige Chemikalien. Warum sie noch verwendet werden und welche Alternativen es gibt – ein Überblick.

Greenpeace warnt vor Chemikalien in Outdoor-Kleidung. Quelle: dpa

Glasklare Flüsse, saftige Bergwiesen, wilde Landschaften: Mit diesen Bildern werben die Hersteller von Outdoor-Kleidung für ihre wetterfeste Kleidung. Dabei tragen ausgerechnet diese Firmen nach Ansicht von Greenpeace dazu bei, die Natur zu belasten. Seit Jahren prangert die Organisation den Einsatz gefährlicher Chemikalien in wasserdichten Jacken, Hosen oder Rucksäcken an.

Was ist das Problem mit der Outdoor-Kleidung?

Für die Herstellung der Funktionskleidung werden immer noch von vielen Firmen perfluorierte Chemikalien (PFC) eingesetzt. Sie sorgen dafür, dass Wasser und Schmutz von der Kleidung abperlen und diese sich auch bei anhaltender Nässe trocken und leicht anfühlt. „Bei der Herstellung von Outdoor-Kleidung werden PFC-Moleküle freigesetzt“, warnt Greenpeace. Die verbreiten sich rund um den Globus: „Sie reisen mit der Atmosphäre und den Meeresströmungen auch in abgeschiedene Gebiete.“

Bei einer Expedition in entlegene Gebirgsregionen - etwa im chinesischen Shangri-La-Gebiet, im russischen Altai-Gebirge oder im Torres-del-Paine-Nationalpark in Chile – fanden Umweltaktivisten im vergangenen Jahr Spuren von PFC in Wasser- und Schneeproben.

Sind die Chemikalien auch für den Menschen gefährlich?

Perfluorierte Chemikalien reichern sich in der Nahrungskette an. Einige stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. „Die Chemikalien bleiben über viele Jahrzehnte in der Natur und reichern sich durch Trinkwasser und Nahrung im Körper an“, erklärt Greenpeace. In der Leber von Eisbären seien sie genauso zu finden wie in Muttermilch und menschlichem Blut. Die Organisation fordert deshalb seit Jahren einen vollständigen Verzicht auf die Stoffe.

Warum werden die Chemikalien immer noch verwendet?

Die meisten großen Outdoor-Hersteller in Deutschland haben nach der Greenpeace-Kampagne angekündigt, ihre Produktion umzustellen und spätestens bis 2020 auf die Stoffe zu verzichten. Dass es nicht schneller geht, begründen die Firmen mit der schwierigen Suche nach Alternativen. „Zur Wasserabweisung gibt es mittlerweile auch gute umweltverträgliche Alternativen“, sagt Benedikt Tröster vom Outdoor-Bekleidungshersteller Vaude.

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Allerdings seien diese nicht so funktional wie die PFC-Produkte: Schmutz oder Öl perlten nicht so gut ab und auch die Wäsche sei ein Problem: „Nach zwei bis drei Wäschen muss man unter Umständen nachimprägnieren.“

Welche Alternativen sind möglich?

Das Unternehmen Gore hat vor kurzem erstmals Kleidung vorgestellt, bei der die wasserdichte Membran außen ist – und nicht wie sonst üblich unter einer weiteren Textillage. „Indem die Membran nach außen gekehrt wird, kann deren natürliche wasserabweisende Eigenschaft genutzt werden“, erklärt Firmensprecherin Anja Herberg. Normalerweise wird die wasserdichte Membran in Outdoor-Kleidung von einer weiteren Textilschicht geschützt, damit sie bei mechanischen Belastungen keine Löcher bekommt.

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Diese obere Schicht umweltfreundlich herzustellen, ist derzeit das größte Problem für die Hersteller: Die Kleidung bleibt zwar wasserdicht, fühlt sich aber an der Oberfläche klamm und schwer an.

Vaude hatte nach eigenen Angaben schon eine PFC-freie Ausrüstung erfolgreich getestet. „Die fertig produzierten Muster fielen dann jedoch im Test durch: Der Oberstoff saugte das Wasser auf.“ Bis 2020 will das Unternehmen aber komplett auf PFC verzichten.

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