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Pioniere Die Forscher der Energiewende

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Platz 2: Jürgen Schmid

Deutschlands Stromversorgung soll vollständig auf regenerative Quellen umgestellt werden. Quelle: dpa

Lange galt Jürgen Schmid, der das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik in Kassel leitet, mit seinen Ideen als Außenseiter. Jetzt, mit der Energiewende, werden viele davon Wirklichkeit. Zum Beispiel die, Deutschlands Stromversorgung vollständig auf regenerative Quellen umzustellen.

Grüne Wärme

Für Schmid ist das jedoch nur der erste Schritt. Er will auch Kraftstoffe und Wärme künftig ausschließlich grün erzeugen: Steht Solar- und Windstrom im Überfluss bereit, wird er genutzt, um Wasserstoff und Methangas herzustellen. Sie können getankt oder in Kraftwerken und der Hausheizung verbrannt werden.

Der grüne Komplettumbau würde Industrie und Verbraucher bis 2050 um rund 700 Milliarden Euro entlasten, hat der Forscher ausgerechnet. Denn wegen der Massenproduktion sinken die Preise für die Grünstromtechnik rapide.

Sein Appell: Der aktuellen müsse nun die wahre Energiewende folgen.

Schmutziges Wachstum
Brasilien Quelle: dpa
Platz 12: ChinaVeränderung CO2-Ausstoß (zum Vorjahr): +10,4% Zuwachs Bruttoinlandsprodukt: +10,3% Quelle: dpa
Platz 11: IndienVeränderung CO2-Ausstoß (zum Vorjahr): +9,1% Zuwachs Bruttoinlandsprodukt: +9,7% Quelle: dapd
Südkorea Quelle: AP
Japan Quelle: AP
Russland
USA Quelle: Reuters

Platz 3: Marc Bettzüge

Wenn es um seine Ehre geht, versteht Marc Bettzüge, Direktor des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Uni Köln, keinen Spaß: Vehement weist er den Vorwurf zurück, die Energiewirtschaft habe seine für die Bundesregierung erstellten Studien zu den ökonomischen Folgen des Atomausstiegs beeinflusst. Sie fördere sein Institut zwar, die wissenschaftliche Unabhängigkeit aber sei per Satzung garantiert.

CO₂-Handelssystem muss nur konsequent umgesetzt werden

Seinerseits wettert der Ökonom gegen den „Geist der Planwirtschaft“ in der Energiedebatte und fragt: Warum gibt es zwar einen europäischen Binnenmarkt für Strom und Gas, aber 27 nationale Fördersysteme für erneuerbare Energien? Bettzüge plädiert dafür, Ziele statt Technologien, Mengen und Preise vorzugeben. Das bestehende CO₂-Handelssystem reiche als Instrument zur Verringerung der Emissionen aus, findet er. Konsequent umgesetzt böte es Unternehmen genügend Anreize, selbst die besten Technologien und Standorte zu finden.

Sein Ausblick: Die Stromerzeugung aus Kernenergie legt global zwar zu, ihr Anteil am gesamten Energiemix jedoch sinkt.

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