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Pseudo-Skandal um Glyphosat Trinken Sie bitte in Ruhe Ihr Bier aus!

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Nahrungsmittel-Reinheitsideologien

Seit Jahren wird immer wieder irgendeine angsterregende Chemikalie in Nahrungsmitteln nachgewiesen, meist von privaten Instituten (wie im aktuellen Fall dem Umweltinstitut München). Woraufhin interessierte und den Instituten verbundene NGOs (mit Greenpeace und Food Watch an der Spitze und oft imposanter Unterstützung der Grünen Partei) dann die Redaktionen und Sozialen Netzwerke mit empörungsgesättigten Pressemitteilungen fluten.

Eine ganze Industrie von Nahrungsmittel-Reinheitsideologien ernährt sich an dieser Empörungsökonomie.

Die Voraussetzung für die Panikmache ist, dass die Diskussion über tatsächliche Gesundheitsschädlichkeit der festgestellten Konzentrationen nebensächlich sein muss. Der pure „Nachweis“ als solcher genügt für die Aufreger-Überschrift. Allenfalls im Nachgang erscheint dann die Relativierung durch seriöse Institutionen, die klarstellen, wie viele Tausend Liter Muttermilch ein Baby trinken müsste, um sich auch nur ein bisschen zu vergiften.

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    Um es einmal klarzustellen: Auch in Ihrem Blut, lieber Leser, kann ein Labor, das über ausreichend moderne Analysemethoden verfügt, vermutlich Spuren aller möglichen Gifte feststellen. Vermutlich sogar das seit Jahrzehnten in Deutschland verbotene Pestizid DDT. Man kann seit Jahren schon in nur einem Glas Wasser aus dem Rhein die Rückstände des Kokains nachweisen, das Kokser an seinen Ufern über ihren Urin ausscheiden.

    Die Glyphosat-Alarmisten dieser Tage bedienen sich des Tricks, die im Bier gefundene Konzentration mit dem sogenannten Grenzwert für Trinkwasser zu vergleichen. Dieser Trinkwasser-Grenzwert ist wie der für andere Schadstoffe in Deutschland extrem niedrig, nämlich an der bis vor einigen Jahren de-facto-Grenze der Nachweisbarkeit von 0,1 Nanogramm pro Milliliter. Ein Nanogramm ist übrigens ein Milliardstel Gramm. In den USA gelten 700 Nanogramm pro Milliliter als Grenzwert des Akzeptablen.

    Umwelt



    Wie ist zu begreifen, dass trotz dieser auch für Nicht-Naturwissenschaftler eigentlich leicht nachvollziehbaren Entzauberung, solche Pseudo-Nachrichten mit eindeutig propagandistischer Absicht immer wieder zum großen Thema werden? Das wäre mal ein Thema für soziologische Untersuchungen unter Journalisten, Lesern und Online-Netzwerkern.

    Vielleicht kämen im Ergebnis einer solchen Untersuchung Begriffe wie „geschickter Lobbyismus von Öko-NGOs“, „grüner Zeitgeist“, „mangelndes wissenschaftliches Verständnis“ und „German Angst“ vor.

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