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Rana kauffeldi Neue Froschart mitten in New York entdeckt

Vor allem in den Tropen werden regelmäßig neue Tierarten entdeckt, häufig kleinere Insekten oder Spinnen. Aber ein Wirbeltier mitten in New York? Auch das kommt gelegentlich vor, berichten US-Forscher.

Mitten im Großstadt-Dschungel von New York haben Wissenschaftler eine neue Froschart entdeckt - Rana kauffeldi. Quelle: dpa

Mitten im Großstadt-Dschungel von New York haben Wissenschaftler eine neue Froschart entdeckt. Rana kauffeldi blieb lange unentdeckt, weil er äußerlich kaum von verwandten Arten zu unterscheiden ist. Vor allem seine Paarungsrufe wichen aber von denen verwandter Spezies ab, berichten Forscher im Fachblatt „PLOS ONE“. Die Entdeckung zeige, dass auch in dicht besiedelten Gegenden gelegentlich neue Wirbeltierarten gefunden werden können.

Genetische Hinweise auf eine neue Froschart im Großraum New York und in angrenzenden Bundesstaaten hatten Untersuchungen schon im Jahr 2012 gebracht. In dieser Gegend sind unter anderem die Leopardfrösche Rana pipiens und Rana sphenocephala heimisch. Einige Experten hatten bereits zuvor vermutet, dass es sich bei den verschiedenen Populationen tatsächlich um noch mehr unterschiedliche Arten handeln könne.

Diese Tiere begeistern die Forscher
Forscher haben in den Anden in Peru eine neue Wasserfroschart entdeckt. Der "Telmatobius ventriflavum", also der "Gelbbauch" gehört zur bedrohten Gattung der "Telmatobius", die beispielsweise in Ecuador bereits als ausgestorben gelten. Quelle: A. Catenazzi
Wissenschaftler aus den USA haben 2013 eine neue Tierart entdeckt, den "Olinguito (Bassaricyon neblina)". Ein brauner Pelz, dunkle Knopfaugen, runde Ohren und eine stupsige Schnauze mit Barthaaren – wie eine Mischung aus Teddybär und Hauskatze sieht der Olinguito aus. Das neu entdeckte Tier lebt in den Nadelwäldern der Anden. Allerdings ist der Lebensraum der Olinguitos bedroht. 42 Prozent ihres Lebensraums ist bereits Feldern oder Wohnraum gewichen, heißt es in der Veröffentlichung. Quelle: Reuters
Ein nur sieben Millimeter großer Frosch ist seit Sommer 2013 das kleinste bekannte Wirbeltier der Welt. Der Frosch mit dem lateinischen Namen Paedophryne amauensis lebt im Regenwald von Papua-Neuguinea. Er wurde von der Universität von Arizona in Tempe für die Liste ausgewählt. Viele der dort genannten Tiere und Pflanzen wurden schon vor langer Zeit entdeckt, aber erst 2012 als neue Art beschrieben. Quelle: dpa
Erstmals seit 28 Jahren stießen Biologen in Afrika auf eine noch unbekannte Affenart. Das Lesula-Äffchen (Cercopithecus lomamiensis) lebt versteckt in der Lonami-Region des Kongo. Es hat „menschenähnliche“ Augen, männliche Tiere fallen außerdem durch einen leuchtend blauen Hautstreifen über ihrem Hinterteil und dem Geschlecht auf. Männchen wie Weibchen sollen das Morgengrauen lautstark mit einer ihnen eigenen Art von Affentanz begrüßen. Quelle: dpa
Ein fleischfressender Schwamm begeisterte die Forscher mit seinen harfenähnlichen Armen. Es ist kein Wunder, dass er bisher verborgen blieb - Chondrocladia lyra lebt über drei Kilometer tief im Pazifik vor der Küste von Kalifornien. Quelle: dpa
Diesen Schmetterling mit durchsichtigen Flügeln und einem spinnenförmigen Fleck darauf, entdeckten Biologen auf der Internetseite des Fotodienstes Flickr. Über Umwege identifizierten sie das Insekt als neue Art und benannten es nach der Tochter (Jade) des Fotografen: Semachrysa jade. Die Art wurde von der Universität von Arizona in Tempe (USA) für die Liste der skurrilsten Entdeckungen 2012 ausgewählt. Quelle: dpa
Eine fluoreszierende Kakerlake vom Tungurahua Vulkan in Ecuador schaffte es 70 Jahre nach ihrem Fund auf die Artenliste. Inzwischen könnte das leuchtende Insekt ( Lucihormetica luckae), das seine Feinde ähnlich abschreckte wie ein giftiger Käfer, nach Meinung der Autoren schon ausgestorben sein. Quelle: Presse

Die Forscher um Jeremy Feinberg von der Rutgers University in New Brunswick (US-Staat New Jersey) gingen der Sache nun genauer nach. Sie analysierten vor allem die Paarungsrufe einzelner Exemplare. Außerdem analysierten sie das Aussehen der Tiere im Detail und auch verschiedene Erbgut-Marker. Die Ergebnisse zeigten, dass in New York und in mindestens acht Bundesstaaten nördlich und südlich davon eine bisher unbeschriebene Art heimisch ist. Sie nannten sie Rana kauffeldi, in Erinnerung an den US-Wissenschaftler Carl F. Kauffeld, der schon vor Jahrzehnten eine dritte Art von Rana-Fröschen in der Region vermutet hatte.

Rana kauffeldi kommt vor allem in mäßig feuchten Flachland-Gebieten vor, zum Beispiel in Süßwasser-Feuchtgebieten entlang der Küste, im Haff oder in Flusstälern. Äußerlich variiert die Farbe von hellem Grün bis zu dunklem Braun. Die Tiere haben wie andere Leopardfrösche dunkle Flecken. Zur Paarungszeit finden sich fünf oder mehr Männchen zusammen und senden tieffrequente, nicht besonders gut hörbare Rufe aus.

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Rana kauffeldi ist eine sogenannte Kryptospezies - eine Art, die sich äußerlich kaum von verwandten Arten unterscheiden lässt. Es sei der erste Froschlurch, der seit 1955 an der US-Atlantikküste neu entdeckt wurde, schreiben die Wissenschaftler. Besonders bemerkenswert sei, dass die Art mitten in New York identifiziert worden sei - ein Exemplar wurde nur 15 Kilometer von der Freiheitsstatue entfernt entdeckt.

Erstmals hatte Feinbergs Team im Fachblatt „Molecular Phylogenetics and Evolution“ 2012 über den Fund berichtet, nun folgte die genaue Einordnung der Tiere.

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