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Schiefergas-Förderung Fracking - die unabsehbare Gefahr aus der Tiefe

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Die Gefahren durch Fracking

Demonstranten mit Schildern gegen Fracking stehen in Kassel zusammen. Mehr als 300 Menschen beteiligten sich im Oktober am Protest gegen die umstrittene Gasfördertechnik. Der Umweltausschuss des Hessischen Landtags hatte im Regierungspräsidium Kassel eine Expertenanhörung veranstaltet. Quelle: dpa

Die Nordwalder sind mit ihren Sorgen nicht alleine. Die Initiative „Gegen Gasbohren“ vereint 31 Bürgerinitiativen in ganz Deutschland, die sich gegen Probebohrungen in ihrem jeweiligen Landstrich zur Wehr setzen. Sie sorgen sich um ihr Trinkwasser, die Struktur ihrer Böden und die Landschaft. Da es in Deutschland bisher kaum Erfahrungswerte mit Fracking gibt, unterfüttern sie ihre Kritik mit theoretischen Studien und Erfahrungswerten aus den USA. Denn die Nachrichten aus Pennsylvania und Co. handeln nicht nur von klingelnden Kassen. Sie berichten auch von gigantischen Bohrtürmen und Zufahrtsstraßen, die die Natur verschandeln. Auch zu Unfällen kommt es immer wieder.

Frischwasser-Container statt Wasser aus dem Hahn

Ganz besonders besorgt sind die Bürger bezüglich des Trinkwassers. Eine Studie der privaten Universität Duke University aus North Carolina unterstützt die Vermutung, dass Fracking das Wasser verunreinigen kann. Das Problem beim unkonventionellen Erdgas ist, dass es in der Regel weniger tief liegt als konventionelle Lagerstätten. Entsprechend geringer ist der Abstand zum Grundwasser und den dazugehörigen Ökosystemen. Etliche Anwohner haben sich in den USA daher mit Frischwasser-Containern eingedeckt, um das Wasser nahe der Bohrungen nicht trinken zu müssen.

Eine weitere Sorge ist die Instabilität des Bodens. Seismologen haben im Nordwesten der USA Erschütterungen der Stärke drei bis vier auf der Richterskala gemessen. Diese Stärke dieser Erdbeben gilt als sehr leicht und kaum gefährlich. Dennoch ist sie immer spürbar. Da die Böden durch die Bohrungen sehr durchlöchert sind, könnten sie instabil werden - so die Sorge. Angeblich seien schon Böden abgesackt.

Desweitern soll explosives Methangas durch die Wasserleitungen und so über den Hahn in die Privathaushalte gelangt sein. All diese Aspekte zeigt auch der Dokumentarfilm „Gasland“ des Filmemachers Josh Fox. Eine Firma bot ihm im Jahr 2010 etwa 100.000 US-Dollar, um auf seinem Land Probebohrungen durchführen zu dürfen. Daraufhin fuhr er in den Nordwesten der USA, um sich selbst ein Bild zu machen.

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