WiWo App Jetzt gratis testen!
Anzeigen

Solarindustrie Maschinenbauer stürzen ins Auftragsloch

Seite 3/3

Neue Konkurrenten

Für die deutschen Solarmaschinenbauer rechnet VDMA-Mann Wessendorf jedoch nicht mit einer dauerhaften Krise. Er gehe lediglich von einer vorübergehenden Delle aus. Entgegen der Lobbyistenmeinung sieht Wolfgang Hummel vom Zentrum für Solarmarktforschung in Berlin jedoch keine schnelle Erholung: „Vor Mitte 2012 ist mit einem Abbau der bestehenden Überkapazitäten bei den Zell- und Modulherstellern nicht zu rechnen.“

Denn die Produktionsanlagen bei den chinesischen Modul- und Zellherstellern seien im Schnitt kaum drei Jahre alt. Die vorrangige Aufgabe der Hersteller sei nicht die erneute Nachrüstung, sondern die Optimierung der Prozesse. Erschwerend hinzu komme die allgemeine Konjunkturabschwächung, die auch die Nachfrage privater Haushalte nach Solaranlagen dämpfen werde, so Hummel.

Zudem droht den deutschen Anlagenbauern verschärfte Konkurrenz aus dem Ausland: Bisher gehören die Chinesen nur in der Zellen- und Modulfertigung zu den Weltmarktführern.

Der Schlüssel zum Erfolg

Dass sie auch im Anlagenbau zur Weltspitze aufschließen können, zeigt das sogenannte 48. Forschungsinstitut des Staatskonzerns China Electronics Technology Group Corporation: Es gehört seit 2010 zu den Top Ten der internationalen Anlagenhersteller für die Solarindustrie.

Entscheidend für die deutschen Maschinenbauer seien nun ein flexibler Personaleinsatz, Diversifizierung und die Konzentration auf bestehende Kunden: „Centrotherm reagiert genau richtig“, konstatiert Solarexperte Hummel.

Mitte November veröffentlichen die Maschinenbauer ihre Zahlen für das dritte Quartal. Dann wird sich abzeichnen , ob die Branche in eine kleine Delle schlittert oder durch ein tiefes Tal marschieren muss.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Zur Startseite
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%