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Solarindustrie Maschinenbauer stürzen ins Auftragsloch

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Zwangsurlaub und Kurzarbeit


Vom Silizium zum Modul Produktion einer Solaranlage auf einer Maschine von Centrotherm

So machen seit Beginn vergangener Woche einige Hundert der insgesamt 1200 Mitarbeiter beim Solaranlagenbauer Centrotherm aus dem schwäbischen Blaubeuren während der Herbstferien für zwei Wochen Zwangsurlaub. Sollten weitere Auftragseingänge ausbleiben, plant Centrotherm Kurzarbeit. Außerdem haben die Schwaben nach dem Bau einer neuen Logistik-Mehrzweckhalle alle weiteren millionenschweren Neubauprojekte auf Eis gelegt.

Dabei hatte der nach dem US-Konzern Applied Materials weltweit größte Hersteller von Maschinen und Anlagen für die Fotovoltaikindustrie im August noch glänzende Halbjahreszahlen präsentiert. Gleichzeitig deutete sich aber an, dass die Aufträge schwinden.

Im ersten Halbjahr wurden Bestellungen im Wert von 44 Millionen Euro storniert, davon der überwiegende Teil im zweiten Quartal. Das Unternehmen hatte als Reaktion darauf Verträge mit Zeitarbeitern nicht verlängert. „Die Stammbelegschaft wollen wir halten“, sagt ein Centrotherm-Sprecher. Künftig werde sich das Unternehmen stärker um die Aufrüstung bestehender Anlagen kümmern.

Stornierungen in Millionenhöhe

Dramatischer ist die Lage beim sächsischen Solarmaschinenbauer Roth & Rau. Das jüngst übernommene Unternehmen hatte schon im Juli die Prognose für das Gesamtjahr kassiert und Umsatz- und Ergebnisrückgänge angedeutet.

Mit Blick auf die rückläufige Nachfrage nach Solarmodulen hätten einige Kunden ihre Investitionsvorhaben in den Ausbau ihrer Produktionskapazitäten auf den Prüfstand gestellt und die vereinbarten Liefertermine verschoben, hieß es in einer Ad-hoc-Meldung. Im zweiten Quartal gingen bei den Sachsen nur noch Aufträge im Wert von 29 Millionen Euro ein, denen Stornierungen in Höhe von 17 Millionen Euro gegenüberstanden.

Dem Roth & Rau-Käufer Meyer Burger aus Thun im Schweizer Kanton Bern scheint auch die Luft auszugehen. Dienstag vergangener Woche kündigte der Technologiekonzern bei seinem Tochterunternehmen MB Wafertec für den November eine Stilllegung der Produktion von vorerst drei Wochen an. Betroffene Mitarbeiter sollen diese Zeit zunächst durch den Abbau von geleisteten Überstunden überbrücken. Meyer Burger ist unter anderem spezialisiert auf die Herstellung von Drahtsägen, die zum Zuschneiden von Silizium für den Bau von Solarmodulen benötigt werden

Chinesische Hersteller müssen büßen

Auch beim Maschinenbauer Manz aus Reutlingen brechen die Umsätze und Auftragsbestände in der Solarsparte weg. In wie weit sich dieser Einbruch auf das Gesamtergebnis auswirken wird, dazu wollte das Unternehmen keine Stellung nehmen. In den beiden anderen Geschäftsfeldern – Maschinen für die Flachbildschirm- und Batterie-Fertigung – laufen die Geschäfte beim börsennotierten Familienunternehmen besser als erwartet.

Nachdem die Krise in der Fotovoltaikbranche zunächst die deutsche und die amerikanische Solarindustrie erfasste, leiden nun auch die chinesischen Hersteller massiv unter dem viel zu großen Angebot an Solarmodulen, das sie selbst durch ihre aggressive Expansion hervorgerufen haben.

Jesse Pichel, Solaranalyst bei der US-Bank Jefferies, geht davon aus, dass die führenden Solarunternehmen Chinas nur noch mit einer Auslastung von 50 Prozent produzieren. Viele kleinere Firmen hätten ihre Produktion komplett ausgesetzt.

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