Spritproduktion E10 - Katastrophe mit Ansage

Die Verwendung von Mais, Rüben, Raps und Sonnenblumen zur Spritproduktion verknappt das Angebot an Nahrungsmitteln. Das treibt die Preise, der Hunger breitet sich aus. Und das ist erst der Anfang eines gutmenschlichen, hochsubventionierten Dramas.

In diesen Städten fahren die meisten Autos
Platz 14 - BerlinAnzahl der privat zugelassenen PKWs: 1.012.467   Einwohner: 3.501.872   Dichte PKW (privat) pro 1.000 Einwohner: 289 Quelle: dpa
Platz 13 - HannoverAnzahl der privat zugelassenen PKWs: 167.627   Einwohner: 523.515   Dichte PKW (privat) pro 1.000 Einwohner: 320 Quelle: dpa
Platz 12 - Frankfurt am MainAnzahl der privat zugelassenen PKWs: 220.476   Einwohner: 679.664   Dichte PKW (privat) pro 1.000 Einwohner: 324 Quelle: dpa
Platz 11 - HamburgAnzahl der privat zugelassenen PKWs: 594.843   Einwohner: 1 .799.144   Dichte PKW (privat) pro 1.000 Einwohner: 331 Quelle: dpa
Platz 10 - LeipzigAnzahl der privat zugelassenen PKWs: 177.716   Einwohner: 525.245     Dichte PKW (privat) pro 1.000 Einwohner: 338 Quelle: dapd
Platz 9 - DresdenAnzahl der privat zugelassenen PKWs: 183.203   Einwohner: 526.395      Dichte PKW (privat) pro 1.000 Einwohner: 348 Quelle: dpa/dpaweb
Platz 8 - MünchenAnzahl der privat zugelassenen PKWs: 483.451   Einwohner: 1.382.273   Dichte PKW (privat) pro 1.000 Einwohner: 350 Quelle: obs

An Warnungen hat es nicht gemangelt! Vor fünf Jahren gab es die „Tortilla-Krise“, als in Lateinamerika, Afrika und Asien Millionen Menschen gegen explodierende Nahrungsmittelpreise aufbegehrten. Vor anderthalb Jahren kletterte der FAO Food Price Index erneut auf einen Rekordwert, warnte die Welternährungsorganisation vor einer Wiederkehr des Hungers für mehr als eine Milliarde Menschen. Und nun explodieren die Preise für Grundnahrungsmittel wieder.

Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) fordert nun einen Verkaufsstopp für E 10, das Benzin mit einem Beimischungsanteil von bis zu zehn Prozent Sprit aus Mais oder Zuckerrüben. Selbst Grünen-Chef Cem Özdemir, von seiner politischen Herkunft schon ein vehementer Verfechter für Sprit aus Wald und Feldern, fordert plötzlich eine „deutliche Verbesserung der Ökokriterien“.

Was für Krokodiltränen, was für eine Heuchelei! Das Drama war doch längst bekannt. Und jetzt mal eben die Biospritanlagen abzuschalten, geht auch nicht ohne weiteres. Zumindest Entwicklungsminister Niebel darf man hier zugutehalten, schon vor einem Jahr gegen E 10 gewesen zu sein. Allerdings konnte sich der FDP-Politiker damals nicht durchsetzen, und – wenn eine Prognose erlaubt ist – wird er sich auch diesmal nicht durchsetzen. Zu groß ist der Einfluss der Branchenlobby, die im Namen des Guten („Bio“-Energie) auf ökonomischem, ökologischem und humanitärem Crashkurs ihre Ziele verfolgt.

Dreckschleudern auf See
Crown Princess Quelle: Pressebild
Emerald Princess Quelle: Pressebild
Ruby Princess Quelle: Pressebild
Voyager of the Seas Quelle: Pressebild
Navigator of the Seas Quelle: Pressebild
Adventure of the Seas Quelle: pinguino

Dabei tut die Bioenergie-Branche übrigens nichts anderes als die Lobby für Wind- oder Solarenergie – mit einem qualitativen Unterschied: Bei Windanlagen werden „nur“ Brandenten und Graugänse geschreddert, wenn sie den Rotoren zu nahe kommen. Bei Biosprit geht es hingegen um Millionen Kinder und Erwachsene, für die weniger auf dem Teller übrigbleibt und die deswegen hungern, an Unterernährung leiden und auch sterben. Das geht zu weit, das darf keine zivilisierte Gesellschaft dulden, das darf keine Regierung fördern! 

Deutschland verschleudert Milliarden Euro für eine schlechtere Welt. Denn die Beimischung von E 10 bei Benzin funktioniert nur durch politischen Zwang. Gleiches gilt – Herr Minister Niebel: Bitte auch hier eingreifen! - für die Beimischung von Raps- und Sonnenblumenöl zu Diesel. Und das gleiche, Herr Minister Niebel,  gilt auch für all die Biogasanlagen, um die riesige Maisfelder angepflanzt werden; nur dank hoher Einspeisegebühren, für die die Stromverbraucher ebenfalls zwangsweise zahlen müssen, funktioniert dieser „Markt“. Dieser Markt wird politisch gepäppelt.

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