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Trockenheit in Kalifornien Mit Sprühfarbe gegen die Dürre

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Entsalzung oder Wasser-Recycling als Lösung des Dürreproblems?

Ähnliche Projekte - etwa eine Solar-Entsalzungsanlage nahe San Francisco, die zumindest die Energiekosten reduzieren soll - gibt es überall im Land. Sie könnten finanziell durchaus sinnvoller sein, als das Carlsbad-Projekt, das vor 25 Jahren gestartet wurde und dank einiger Falschplanungen nun am Ende weniger bringt, als gehofft.

Die frisch eröffnete Entsalzungsanlage an der Küste des Pazifischen Ozeans in der Gemeinde Carlsbad, nahe der Millionenstadt San Diego. Quelle: AP

In der Küstenstadt Santa Barbara beispielsweise soll nun für rund 40 Millionen Dollar eine alte Entsalzungsanlage reaktiviert und mit neuer Technik ausgestattet werden. Das Problem: Die "alte" Anlage wurde auch erst 1992 gebaut, aber schon nach drei Monaten in den Ruhestand geschickt, weil ihre Energiekosten zu hoch waren. Viele halten es deshalb für fraglich, ob es sich dieses mal lohnt - nur weil die Dürre jetzt viel schlimmer ist. Die hohen Kosten der Projekte in Carlsbad oder Santa Barbara jedenfalls lassen viele kalifornische Gemeinden vor dem Entsalzungs- Ansatz zurückschrecken.

Statt Wasser zu entsalzen, versuchen andere Forscher, es neu aufzubereiten. Eine Studie der „WateReuse Research Foundation“, einer Stiftung, die sich für das Wasser-Recycling einsetzt, ergab 2014, dass man im Jahr 2020 in Kalifornien aus gereinigtem Abwasser mehr als 3,7 Milliarden Liter Trinkwasser pro Tag gewinnen könnte, wenn die Mittel bis dahin dafür geschaffen würden. Das wäre genug für mehr als acht Millionen Kalifornier. „Wasserrückgewinnung ist Dürren-erprobt und die kostengünstigste und sicherste Möglichkeit“, ist sich Doug Owen, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, sicher.

Wirkliche Erfahrungen aus der Praxis gibt es aber nur wenige - bislang konnten nur wenige kalifornische Gemeinden von diesem Ansatz überzeugt werden.

Wenn die Nachbarschaftsregeln das Wassersparen verhindern

Während Behörden und Forscher weiter nach der richtigen Lösungen suchen, ändert die Trockenheit das Leben der Anwohner. Was die bedrohliche Dürreperiode für jede kalifornische Familie bedeutet, zeigt sich vor allem an zwei ganz einfachen Dingen: ihrem Rasen im Vorgarten und der Wasserrechnung.

Wer in Südkalifornien einen gepflegten grünen Vorgartenrasen will, braucht eine Sprinkleranlage und die muss zwei Mal am Tag laufen. Zumeist in den Morgenstunden und unmittelbar nach Sonnenuntergang. In den Vorstädten von Los Angeles zeigte sich über Jahrzehnte so ein und dasselbe Bild. Wer zur entsprechenden Zeit durch die Wohngebiete von Irvine, San Bernardino oder Brentwood fuhr, konnte im Minutentakt beobachten, wie an jedem Haus mit netter grüner Rasenfläche die Sprinkler starteten. Jeden Tag. Zwei Mal. Für einige Minuten.

Wenn ein Gewässer verschwindet
Ein Steg auf dem Trockenen Quelle: André Künzelmann/UFZ
Eine kamerahülle liegt auf ausgetrocknetem Ufer Quelle: Mandy Hoyer/TU Bergakademie Freiberg
Krater am Rand des Toten Meeres Quelle: Dr. Christian Siebert/UFZ
Ufer des Toten Meeres Quelle: André Künzelmann/UFZ
Ufer des Toten Meeres Quelle: Mandy Hoyer/TU Bergakademie Freiberg
Ufer des Toten Meeres Quelle: Dr. Christian Siebert/UFZ

In Zeiten enormer Wasserknappheit gehört dies zu den Dingen, auf die die Kalifornier verzichten sollten. Doch wo die Bewohner der Aufforderung des Gouverneurs nachkamen, wurden die grüne Rasenflächen langsam braun. Das ist sorgte für neuen Ärger.

Trotz Dürre wollen die Kalifornier keine hässliche braune Wüste im Vorgarten. Wer in eine bessere amerikanische Nachbarschaft zieht, verpflichtet sich häufig sogar, seinen Garten gepflegt zu halten – und dazu gehört häufig auch eine grüne Rasenfläche.

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