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Umweltbelastung Bioplastik hilft gegen Müllberge

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Junger Markt mit Potenzial

Der Preis schreckt tatsächlich viele ab. 2012 standen den 288 Millionen Tonnen produziertem Plastik weltweit lediglich 1,4 Millionen Tonnen Biokunststoffe aus nachwachsenden Materialien gegenüber. Doch das wird sich ändern. „Bis 2020 soll der Biokunststoffmarkt um jährlich etwa 20 Prozent wachsen“, sagt Platics Europe-Sprecher Michael Herrmann. Dafür müsse allerdings erst einmal der Preis sinken, glaubt er.

„Biobasierte Kunststoffe aus biobasierten Grundchemikalien haben ein sehr großes Potential, in den kommenden Jahren dem Wettbewerb stand zu halten“, schätzt Innovationsmanager bei Bayer Material Science, Gernot Jäger, die Situation ein. „Einige biobasierte Grundchemikalien gibt es schon am Markt. Ich bin überzeugt, dass in den kommenden Jahren weitere dazu kommen werden.“ Sicher macht ihn der Blick auf die Größenverhältnisse. „Die petrobasierten Grundchemikalien, die zum Beispiel heute schon in die PET-Flasche gehen, werden in riesigen Mengen hergestellt. Die biobasierten Grundchemikalien und Kunststoffe werden dagegen noch in relativ kleinen Anlagen hergestellt." Wächst die Nachfrage erst einmal, wird Biokunststoff auch günstiger – so die Überlegung.

Aktuell gibt es weder in Europa noch den USA ein Mandat, dass die Unternehmen dazu zwingen könnte, ihre Polymere mit einem höheren Bioanteil zu versehen. Warum sollten die Kunden dann trotzdem auf eine teurere Variante zurückgreifen?

„Wenn wir alle in zehn, zwanzig, dreißig Jahren noch wettbewerbsfähig sein wollen, müssen wir nachhaltiger werden“, kontert Jäger. Außerdem sei die hundertprozentige Abhängigkeit vom Erdölpreis heutzutage nicht mehr wünschenswert. Es sei wichtig sich vom stark steigenden Erdölpreis unabhängig zu machen, sagen Experten.

Umwelt



Zwar hat sich der Markt in den USA aufgrund der neuen Frackingmethode zur Bergung von Schiefergas ein wenig erholt, doch die Preise lagen auch im ersten Quartal 2014 mit 106 Dollar je Barrel auf dem hohen Preisniveau des Vorjahres. Der Ukraine-Konflikt mit Russland hat für weitere Verunsicherungen gesorgt. Und auch die aktuellen politischen Unruhen im Irak werden den Ölpreis wieder nach oben drücken. Je nach Erdölpreis könne ein biobasiertes Polymer einen Kunststoff inzwischen sogar schon wieder günstiger machen, als die fossile Variante, glaubt Gernot Jäger.

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