Umweltbundesamt-Studie Elektrogeräte gehen immer schneller kaputt

Ob Waschmaschine, Kühlschrank oder Flachbildfernseher: Die Deutschen nutzen ihre Geräte immer kürzer. Das liegt nicht nur am Wunsch nach etwas Neuem: Die Lebensdauer der Produkte lässt zu wünschen übrig.

Ein Mann sortiert Elektroschrott. Die Deutschen nutzen ihre Geräte immer kürzer. Quelle: AP

Eine neue Waschmaschine für 600 Euro, ein moderner Kühlschrank für 700 Euro - das ist eine Investition, so ein Gerät soll mindestens zehn Jahre halten. Doch immer häufiger ist schon nach kurzer Zeit der Ärger groß: Die Garantie ist gerade abgelaufen, da geben die Produkte den Geist auf. Und das, obwohl Omas gute alte Waschmaschine davor bestimmt 20 Jahre durchgehalten hat.

Diese gefühlte Wahrheit belegt nun eine Untersuchung von Umweltbundesamt (UBA), Öko-Institut und der Uni Bonn. Sie zeigt: Der Anteil der Haushaltsgroßgeräte, die bereits nach nicht einmal fünf Jahren wegen eines Defekts ausgetauscht wurden, stieg von 2004 bis 2012 um mehr als das Doppelte - von 3,5 auf 8,3 Prozent. Bei zwei Dritteln waren technische Defekte ausschlaggebend für den Neukauf.

Nutzungsdauer von Elektrogeräten

Ob die Hersteller bewusst planen, dass die Geräte bereits nach Kurzem kaputt gehen und so die Nachfrage nach neuen Produkten gesteigert wird, soll die Studie noch zeigen. Zunächst wurden Zwischenergebnisse der großangelegten Untersuchung veröffentlicht, die bis Ende des Jahres abgeschlossen sein soll. "Dass neue Geräte kürzer verwendet werden, hat unterschiedlichste Ursachen. Inwieweit ein geplanter Verschleiß dafür verantwortlich ist, klären wir jetzt in der zweiten Hälfte der Studie“, erläutert UBA-Präsidentin Maria Krautzberger. Eine systematische Analyse der Geräteausfälle soll Aufschluss darüber geben, ob gezielt Schwachstellen eingebaut werden.

Auch die Verbraucher selbst wollen ihre Geräte immer kürzer nutzen, selbst wenn sie noch ihren Dienst tun. Schuld sind - vor allem bei der Produktgruppe Fernseher - erhebliche Technologiesprünge. „Heute werden mehr Elektro- und Elektronikgeräte ersetzt, obwohl sie noch gut funktionieren“, sagt Rainer Grießhammer vom Öko-Institut. So wurden im Jahr 2012 mehr als 60 Prozent der noch funktionierenden Flachbildschirmgeräte durch ein neues Produkt ersetzt. Nur bei einem Viertel der Geräte war ein Defekt der Anlass für den Austausch. Im Schnitt waren die ersetzen TV-Geräte 2012 gerade einmal 5,6 Jahre alt. Anders sieht das bei Notebooks aus: Hier liegt die Dauer der Erstnutzung relativ konstant bei fünf bis sechs Jahren.

Aus den Resultaten der Untersuchung will das Umweltbundesamt Empfehlungen für Hersteller, Verbraucher und den Gesetzgeber ableiten. „Aufgabe der Studie ist nun zu prüfen, wie die Mindestlebensdauer ausgeweitet und am Ende auch überprüft werden kann“, erklärte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger. Der Zwischenbericht basiert vor allem auf Verbraucherbefragungen.

Eine Schwäche der Untersuchung: Sie basiert vorwiegend auf Befragungen von Kunden zur sogenannten "Erst-Nutzungsdauer". Damit wird die Nutzung vom Kauf bis zum Ersatzkauf eines Geräts bezeichnet. Ob die Geräte aber etwa noch in anderen Haushalten weitergenutzt wurden, wurde nicht erhoben.

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