Umweltschützer Sea-Shepherd-Chef in Deutschland festgenommen

Der als militanter Walfanggegner und Haischützer bekannte Paul Watson ist in Frankfurt festgenommen worden. Gegen Watson liege ein internationaler Haftbefehl aus Costa Rica vor, sagte ein Sprecher der hessischen Generalstaatsanwaltschaft.

Festgenommen in Deutschland: Umweltschützer und Sea-Shepherd-Chef Paul Watson (M.) Quelle: dpa

Der 61-Jährige sei am Sonntag bei seiner Ankunft auf dem Frankfurter Flughafen festgenommen worden. Watson, Chef der internationalen Tierschutzgruppe Sea Shepherd (Deutsch: Meeres-Hirte), werde Eingriff in den Schiffsverkehr vorgeworfen. Hintergrund ist ein Vorfall aus dem Jahr 2002 in guatemaltekischen Gewässern. Dabei soll der in Kanada geborene Watson die Crew eines Schiffes aus Costa Rica bedroht und mit einer Wasserkanone angegriffen haben. Costa Rica verlangt die Auslieferung Watsons.

Aktion für Spenden

Beim Kampf um Spenden setzt Sea Shepherd auf spektakuläre Aktionen. 11,4 Millionen Dollar kann die US-Umweltorganisation jährlich ausgeben, fast zehn Millionen mehr als 2008. Damit ist sie zwar ein Zwerg, verglichen mit dem Konkurrenten Greenpeace, der sein Budget von 197 Millionen Euro 2008 auf zuletzt 226 Millionen Euro steigerte. Geht es aber darum, durch spektakuläre Aktionen Aufsehen zu erregen, liegen die Aktivisten mit der Piratenflagge vorn: Showeffekte wie das Rammen von Schiffen sind Standard – und ziehen prominente Helfer an: US-Moderator Bob Barker bezahlte ein Schiff, Esprit- und North-Face-Gründer Doug Tompkins schultert die Spritkosten.

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29 Millionen Dollar hat Japans Regierung im Herbst von den Spenden für die Tsunami- und Erdbebenopfer an ihre Walfangflotte überwiesen. Sie soll mit dem Geld ihre Schiffe aufrüsten, um sie besser vor Angriffen von Sea Shepherd zu schützen. Im März attackierte eines der drei Sea-Shepherd-Schiffe japanische Walfänger mit 40 Leuchtgeschossen und einer Laserkanone. Die meisten Ökoaktivisten arbeiten ehrenamtlich. Sea Shepherd beschäftigt nur 30 Angestellte, Greenpeace mehr als 1000.

32 Millionen Dollar kostete das neue Greenpeace-Schiff Rainbow Warrior III. Während sich der Ökoriese einen maßgeschneiderten Motorsegler vom Bremer Yachtbauer Fassmer leistet, begnügt sich Sea Shepherd mit einem 1975 gebauten Patrouillenboot als Flaggschiff, der Steve Irwin. In den USA gilt Sea-Shepherd-Chef Paul Watson als Nachfolger von Jules Vernes Romanfigur Kapitän Nemo, der Konventionen verletzt, um Ziele zu erreichen.

Mit Material von dpa.

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