Umweltverschmutzung China will Gesetze verschärfen

China leidet unter Smog. Jetzt will die Regierung die Gesetze verschärfen und dagegen vorgehen. Wenn sich nicht bald etwas tut, kann das für China zum Problem werden.

Nach Schätzungen renommierter chinesischer Wissenschaftler sterben jährlich 350 000 bis 500 000 Chinesen vorzeitig an den Folgen der hohen Luftverschmutzung. Quelle: REUTERS

Im Kampf gegen die massive Umweltverschmutzung will China die Gesetze verschärfen. Künftig sollen Umweltverschmutzer für den von ihnen verursachten Schaden zur Rechenschaft gezogen werden und finanziell dafür aufkommen, wie es in einem am Sonntag veröffentlichten Papier des einflussreichen Politbüros hieß. Einzelheiten wurden nicht genannt. Bislang hat das Umweltministerium kaum Befugnisse, um gegen Verschmutzer vorzugehen und der von Ministerpräsident Li Keqiang kürzlich ausgerufene "Krieg gegen die Umweltverschmutzung" wird von Kritikern mehr als Lippenbekenntnis bezeichnet.

Schnelle Wege aus der Klimafalle
Klimaexperten haben mehr als 400 Methoden zur Bekämpfung des Klimawandels unter die Lupe genommen. Im Fokus der im Wissenschaftsmagazin „Science“ veröffentlichten Untersuchung stand ausnahmsweise nicht der Klimakiller CO2, sondern das Treibhausgas Methan sowie Ruß, der in der Atmosphäre dafür sorgt, dass weniger Sonnenstrahlung ins All reflektiert wird. Schon mit einigen einfachen Maßnahmen, so die Wissenschaftler, ließe sich der Ausstoß von Methan und Ruß so stark reduzieren, dass der globale Temperaturanstieg bis zum Jahr 2050 um ein Drittel geringer ausfallen würde als bislang vorhergesagt. Die zehn wichtigsten Maßnahmen im Überblick. Quelle: dpa
Durch eine bessere Filterung bei der Entlüftung von Kohleminen würde deutlich weniger Methan freigesetzt. Quelle: dpa
Lecke Gaspipelines sind eine weitere Treibhausgas-Quelle, die sich mit relativ geringem Aufwand schließen ließe. Quelle: dpa
Deponie-Gas, dessen Hauptbestandteil Methan ist, entsteht durch den bakteriologischen und chemischen Abbau von organischen Inhaltsstoffen des Mülls. Seine Freisetzung zu verhindern und es nutzbar zu machen, würde dem globalen Klimawandel entgegenwirken, so die Forscher. Quelle: dpa
Durch unkontrolliertes Abblasen bei der Ölförderung gelangen ebenfalls große Mengen Methan in die Atmosphäre, die durch verbesserte Fördertechnik eingefangen werden könnten. Quelle: dpa
Auch durch eine bessere Aufarbeitung der bei der Nutztierhaltung anfallenden Exkremente – etwa durch Vergärung in Biogasanlagen – ließe sich der Methanausstoß deutlich verringern. Quelle: dpa
Keine andere Kulturpflanze setzt soviel Methan frei wie Reis. Durch verbesserte Anbaumethoden, weniger Dünger und eine weniger intensive Bewässerung ließe sich der Methanausstoß beim Reisanbau reduzieren. Quelle: dpa
Eine deutliche Verringerung der Rußpartikel-Emissionen ließe sich etwa durch die verbindliche Einführung von Abgasfiltern für alle Dieselfahrzeuge erreichen. Quelle: dpa
Ältere Fahrzeuge mit besonders hohem Schadstoffausstoß sollten generell aus dem Verkehr gezogen werden. Quelle: ap
Durch das unkontrollierte Verbrennen von Abfällen aus Landwirtschaft und Gartenbau gelangen große Mengen Ruß in die Atmosphäre. Konsequent machen sich die Forscher daher für ein Verbot dieser Feuer stark. Quelle: dapd
Weltweit sind rund drei Milliarden Menschen auf Holz, Kohle, Torf oder Dung als Brennmaterial angewiesen, um ihr Essen zu kochen. Zumindest einem Teil dieser Menschen den Zugang zu besseren Kochherden zu verschaffen, könnte den Ruß-Ausstoß verringern und damit helfen, den Klimawandel zu verzögern, so die Forscher. Quelle: dpa

Allerdings verlautete im Februar aus dem Umfeld der Regierung, dass das Ministerium künftig mehr Macht erhalten soll und die Aufseher Betriebe bei wiederholten Verstößen schließen können.

Die Umweltverschmutzung wird für China zu einem immer größeren Problem, das die Wirtschaft belastet und für zunehmende Unruhe in der Bevölkerung sorgt. Viele Menschen leiden unter immer wieder auftretenden gesundheitsgefährdenden Smog in Industriezentren wie Peking und Produktionsmetropolen wie Shanghai.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

Auch müssen Fabriken deshalb immer wieder vorübergehend ihre Produktion drosseln. Am Sonntag testete China staatlichen Medien zufolge eine Drohne, um mit Hilfe chemischer Stoffe Smog aufzulösen.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%