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Valley Talk

"Umwelttechnologie ist eine noble Art, Geld zu verlieren"

Matthias Hohensee Quelle: Frank Beer für WirtschaftsWoche
Matthias Hohensee Korrespondent (Silicon Valley)

Der Hype um die US-Umwelttechnikbranche ist vorbei. Doch der Szene geht es besser, als es scheint.

Der Hype um Cleantech scheint endgültig vorbei zu sein. Quelle: dpa

Nüchterner hätte Joe Dear die Stimmung der Investoren in der US-Cleantech-Branche nicht beschreiben können: "Umwelttechnologie ist eine noble Art, Geld zu verlieren", grummelte der Investment-Chef von Calpers, der größten US-Pensionskasse, jüngst auf einer Branchenkonferenz. Seit 2005 hat Calpers rund 1,2 Milliarden Dollar in Umweltfonds von Risikokapitalgebern gesteckt und dabei rund 0,8 Prozent der Summe verloren.

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Schlafkapsel von Leap-Factory Quelle: PR
Prototyp eines wärmespeichernden Grills Quelle: PR
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Tomaten in einem Gewächshaus Quelle: dpa
Ein Schild mit der Aufschrift "Genfood" steckt in einer aufgeschnittenen Tomate neben einem Maiskolben Quelle: dpa/dpaweb

Kein hoher Verlust. Aber eben alles andere als die erhofften, erheblichen Zuwächse. Zudem ist das Cleantech-Image seit dem US-Präsidentschaftswahlkampf angeschlagen. Da musste der inzwischen insolvente Solarzellenhersteller Solyndra aus dem Silicon Valley als Beispiel für die angebliche Verschwendung öffentlicher Gelder für grüne Projekte durch Präsident Obama herhalten. Solyndra hatte Kredite von 535 Millionen Dollar von der US-Regierung erhalten.

Und auch der mit Steuergeldern geförderte Elektroautohersteller Fisker krebst am Rande der Pleite herum. Hinzu kommt, dass die Produzenten von Solarpanels nicht einmal mit Schutzzöllen gegen die Konkurrenz aus China ankommen. Die USA hoffen nun, dank neuer Fördertechniken auf Jahre hinaus auf billigeres Erdöl und Erdgas.

WiWo Green 2/2013

Das hat Folgen. Vergangenes Jahr wurden laut dem Marktforscher Clean Tech Group aus San Francisco weltweit 6,5 Milliarden Dollar in Umweltunternehmen investiert, 3,1 Milliarden weniger als noch 2011. Und im ersten Quartal 2013 flossen gar nur noch rund 400 Millionen Dollar in die US-Cleantech-Branche.

Doch das düstere Bild trügt. In den USA, vor allem im Silicon Valley, vollzieht sich alles in Hype-Zyklen. Was heute gemieden wird, ist morgen wieder in. Tatsächlich sieht es nach einer leichten Aufwärtsbewegung aus. Kapitalverwalter legen bereits neue Fonds auf, um die niedrigere Bewertung von Umwelttechnologie zu nutzen.

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