Vereinigte Staaten Doping für Unternehmen

Der Rohstoffboom in den USA schafft Hunderttausende Jobs – und lindert die Wirtschaftskrise.

Der Boom des Fracking ist auch in den USA umstritten Quelle: REUTERS

Wenn Barack Obama 2017 aus dem Präsidentenamt scheidet, werden sich die Kommentatoren in Washington über sein Erbe streiten. Eines aber wird klar sein: Unter seiner Ägide ist das Land wieder zur Energie-Supermacht geworden. Maßgeblichen Anteil daran hat das Fracking, durch das große Erdöl- und Erdgasmengen im Schiefergestein zugänglich wurden. Es hat nicht nur die Abhängigkeit von Energie-Importen gesenkt, sondern ist auch maßgeblich für den zarten Wirtschaftsaufschwung der vergangenen Jahre verantwortlich.

Ökonomen der Purdue-Universität im Bundesstaat Indiana zufolge fällt das Bruttoinlandsprodukt der USA pro Jahr zwischen 2008 und 2035 um 3,5 Prozent höher aus als ohne den Rohstoffboom. Auch die Bürger profitieren: Sie zahlten im März dieses Jahres nur halb so viel für ihr Erdgas wie 2008, als der Gasboom begann. Bis 2023 will die Chemieindustrie zudem rund 100 Milliarden Dollar in neue Produktionsstätten investieren – eine Folge der günstigen Preise für chemische Grundstoffe und Energie.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

Aber auch in den USA ist der Boom umstritten. Zwar sind bisher kaum Fälle nachgewiesen, in denen Fracking das Grundwasser verunreinigte. Dennoch kritisieren Umweltschützer Folgen der Energieschwemme wie entgleiste und explodierte Güterzüge mit Schieferöl an Bord und Tausende zusätzlicher Trucks voll Wasser und Chemikalien auf den Highways. Oder Förderunternehmen, die giftige Flüssigkeiten aus den Bohrlöchern in die Landschaft kippen.

Eines ist aber klar – der Rohstoffboom wird nicht so schnell enden, selbst wenn die Förderraten bei Schiefervorkommen rasch sinken. Aber es gibt ein wirksames Mittel, um die Öl- und Gas-Bonanza am Laufen zu halten: bohren, bohren und nochmals bohren.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%