WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Vertikale Stadtplanung "Eine 600 Meter hohe Stadt"

Seite 2/3

"Wir betreten hier bewusst Neuland"

Die spektakulärsten Brücken der Welt
Brücke von Millau, FrankreichDas Bauwerk hält aktuell zwei Weltrekorde: Es ist mit einer Gesamtlänge von 2640 Metern die längste und höchste befahrbare Schrägseilbrücke der Welt. Dafür wurde es mit dem „Outstanding Structure Award“ der Iabse ausgezeichnet. Gebaut wurde die Brücke, die das Tal Tarn überspannt, zwischen 2001 und 2004. Quelle: REUTERS
Stari Most in Mostar, Bosnien-HerzegowinaDie „alte Brücke“, wie sie übersetzt heißt, verbindet den bosniakischen Osten mit dem kroatischen Westen der Stadt. Sie gilt als symbolische Brücke zwischen der Welt des Christentums und der islamischen Welt. Die erste Version wurde von 1556 bis 1566 gebaut und im jugoslawischen Bürgerkrieg zerstört. 1995 begann der Wiederaufbau. Ihre Wiedereröffnung fand im Juli 2004 statt. Quelle: dapd
Ponte de Vasco de Gama in LissabonDer Brückenzug ist mit seiner Gesamtlänge von 17 Kilometern die längste Brücke Europas. Benannt wurde das Bauwerk nach dem gleichnamigen Seefahrer, der den Seeweg nach Indien entdeckt hat. Die Brücke wurde pünktlich zur Expo 98 gebaut und eröffnet. Quelle: AP
Hangzhou Bay Bridge in ChinaMit ihrer Gesamtlänge von 35 Kilometern hält die Brücke einen Weltrekord: Sie ist die längste Brücke, die über ein Meer führt. Damit dies möglich wurde, arbeiteten rund 600 Experten neun Jahre lang an ihrer Konzeption und dem Bau. 2008 wurde die Brücke eröffnet. Quelle: dpa
Harbour Bridge, SydneyDie Brücke gilt neben dem Opernhaus als Wahrzeichen der Stadt und wurde schon 1932 eröffnet. Die Australier nennen ihre Brücke liebevoll „Kleiderbügel“. Die Bogenbrücke ist insgesamt 1149 Meter lang und 49 Meter breit. Quelle: AP
Széchenyi-Brücke, BudapestDie Hängebrücke ist die älteste der neun Budapester Brücken. Sie wurde zwischen 1839 und 1849 gebaut und überspannt die Donau. Das klassizistische Bauwerk ist 375 Meter lang und 6,5 Meter breit. Wegen den Ketten, die zwischen den Pfeilern hängen, wird die Brücke auch „Kettenbrücke“ genannt. In vielen Mythen und Legenden spielt sie eine wichtige Rolle, da sie den Beginn der ungarischen Identität symbolisiert. Quelle: AP
Ponte Vecchio, FlorenzDas Bauwerk gilt als eine der ältesten Segmentbogenbrücken der Welt und überspannt den Arno. Bereits 1333 begann der Bau der bis heute erhaltenen Brücke. Sie ist die einzige Brücke der Stadt, die während des Zweiten Weltkriegs nicht von deutschen Truppen zerstört wurde. Quelle: AP

Wie ist der Plan?

Sie arbeiten mit Fassadensystemen, die Sonnenlicht wahlweise in Strom oder Wärme umwandeln. Letztere wird in großen, unterirdischen Speichern gesammelt. Kleine, über das Gebilde verteilte Windräder erzeugen ebenfalls ganzjährig Elektrizität.

Flugroboter, hybride Solarfassaden, Multifunktionswaben – ist das technisch nicht alles sehr weit weg?

Natürlich betreten wir hier bewusst Neuland. Doch wir haben gezielt Technologien ausgewählt, die nach unseren Erwartungen bis 2020 bereitstehen.

Wie überzeugt sind Sie denn davon, dass Menschen bereit sind, ihren Alltag in luftige Höhen zu verlegen?

Das hängt vom kulturellen Hintergrund ab. Japaner und Singapurer etwa sind längst gewöhnt, einen Großteil ihres gesellschaftlichen und privaten Lebens in der Höhe zu verbringen. Da gibt es im 20. und 40. Stock Restaurants, Fitnessstudios, Läden oder Parks, in denen man sich trifft. In Singapur werden Wohn- und Hotelhochhäuser über öffentlich zugängliche Brücken bereits erfolgreich miteinander verknüpft. Das ist eine Art Vorstufe der vertikalen Stadt.

Europäer werden solche 600 Meter hohe Quartiere eher als optisches Monstrum empfinden, das die gewachsene Bausubstanz erschlägt.

Erst einmal wäre dieser Eindruck übertrieben. Wir arbeiten mit sehr filigranen und transparenten Strukturen, die sich fast wie selbstverständlich in die Umgebung integrieren, außerhalb der Stadt geradezu Teil der Landschaft werden.

Zu übersehen wäre das Ensemble dennoch nicht.

Wir sagen ja nicht, dass dieser Modellentwurf ein Allheilmittel für jede städtebauliche Situation ist. Aber die Vertikale darf künftig nicht mehr stigmatisiert sein.

Die Vorbehalte wären damit aber noch nicht aus der Welt.

Es geht um die Entwicklung von Alternativen. Nehmen wir Zürich. Die Stadt zieht viele Menschen an und braucht eine nachhaltige Entwicklungsperspektive. Wollen wir die neuen Bewohner in den Tälern und auf den Bergen ringsum ansiedeln? Kaum. Dann wäre die Landschaft zerstört.

Was schlagen Sie stattdessen vor?

Unlängst wurde einer Architektengruppe vorgeschlagen, auf einem ungenutzten Militärflughafenareal unweit von Zürich nach dem vertikalen Prinzip eine Schwesterstadt anzulegen. Hier ließe sich durchaus eine Stadt nach dem vertikalen Prinzip entwickeln.

Die vertikale Stadt muss also nicht unbedingt in Metropolen entstehen?

Nein. Für unseren ersten Entwurf haben wir uns als idealen Standort gar den abgelegenen Ort Meuse ausgesucht, ein Flecken Land ungefähr eine Zugstunde von Paris entfernt.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%