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Von Arsen bis Zyankali Giftig, giftiger am giftigsten

Fliegenpilze haben den Ruf ein tödliches Gift zu besitzen, doch viele Stoffe sind weitaus giftiger. Ein Überblick über einige der giftigsten Stoffe der Welt. Manche davon lauern im eigenen Garten.

DioxinBei weitem nicht der giftigste Stoff der Welt. Doch welch verheerenden Folgen eine Dioxin-Vergiftung haben kann, zeigte sich 2004 nach dem Giftanschlag auf den ukrainischen Präsidentschaftskandidaten Viktor Juschtschenko. Das Gesicht des Politikers ist von Schwülsten und Zysten entstellt – rund 25 Operationen er seither über sich ergehen lassen. Ärzte stellten mindestens das Tausenfdache der normalen Konzentration in Blut und Gewebe – andere Quellen sprechen von einer 50.000-fachen Konzentration über Normalwert. Andere "Giftquellen" finden sich in jeder Hausapotheke oder der heimischen Schmuckschatuelle. Quelle: dpa/dpaweb
QuecksilberViele Jahre wurde Quecksilber in Fieberthermometern verwendet. Zerbricht ein solches Modell in einem geschlossenen Raum, können die Reste des leicht flüchtigen Stoffes noch lange giftige Dämpfe bilden. Deshalb wird heute vorzugsweise Ethanol für Thermometern benutzt. Das Schwermetall findet aber immer noch Einsatz in Energiesparlampen und kommt z.B. bei der Goldgewinnung in Kleinminen in Entwicklungsländern zum Einsatz. Für eine akute Vergiftung gilt eine Menge von 150 bis 300 Milligramm als tödlich. Quelle: dpa
ZyankalieDer Bösewicht im neuesten Bond-Streifen "Skyfall" (Javier Bardem als Raoul Silva rechts im Bild) versucht sich mit einer Zyankali-Kapsel das Leben zu nehmen - und ist vom missglückten Selbstmordversuch für's Leben gezeichnet. Kaliumcyanid, wie der Stoff ebenfalls genannt wird, ist das Kaliumsalz der Blausäure. Blausäure besitzt den typischen Bittermandelgeruch - den allerdings genetisch bedingt nur 20 bis 50 Prozent aller Menschen wahrnehmen können. Eine Dosis von 140 Milligramm gilt bei einem erwachsenen Menschen als tödlich. Quelle: dapd
FliegenpilzDer Fliegenpilz ist bei weitem nicht so giftig wie viele glauben. Um eine tödliche Menge seines Giftes aufzunehmen, müsste ein Mensch rund ein Kilogramm essen. Trotzdem sollte man den Pilz auf keinen Fall essen, den die enthaltene Ibotensäure schädigt die Nerven. Weit giftigere Pflanzen im heimischen Garten sind... Quelle: dpa
Goldregen....gehört zu den giftigsten Pflanzen in unseren Gärten. Sie enthält die Alkaloide Cytisin, Laburamin, Laburnin und N-Methylcytisin. Am giftigsten sind die reifen Samen (Foto). Als tödliche Dosis gelten 15 bis 20 Samen. Nicht weniger gefährlich ist das Gift der Tollkirsche (Atropin, (S)-Hyoscyamin, Scopolamin). Wie giftig die Tollkirsche ist, hängt davon ab, wo genau sie wächst. Die tödliche Dosis liegt bei Kindern zwischen drei und fünf, bei Erwachsenen zwischen zehn und 20 Beeren. Quelle: dpa
CadmiumSeit Dezember 2011 ist das Schwermetall wegen seiner hoher Toxizität in Schmuck, in Legierungen zum Löten und in PVC in der EU verboten. Das äußerst seltene Element wurde auch in Nickel-Cadmium-Akkus verwendet, außerdem als Schmiermittel in Scheibenbremsen und als Rostschutz. Als tödliche Cadmium-Dosis für erwachsene Menschen gelten 30 bis 50 Milligramm. Immer wieder finden Lebensmittelkontrolleure Cadmium-belastete Waren. Das Schwermetall hat eine extrem lange Halbwertszeit im menschlichen Körper, schädigt die Niere und kann auch Krebs auslösen. Quelle: dapd
ArsenBereits im Mittelalter kennt man den tödlichen Stoff. In der Renaissance wird das weiße Pulver gerne in Giftringen in einem kleinen Hohlraum unter dem Stein versteckt und in einem unbeobachteten Moment in das Getränk des unliebsamen Konkurrenten gemischt. Nicht weniger hinterhältig ging vor 175 Gesche Gottfried vor. Die Totenmaske zeigt das Antlitz der in Bremen hingerichteten Massenmörderin. Mit einem Gemisch aus Arsen und Fett als Brotaufstrich brachte sie 30 Menschen um. Unter den Opfern waren ihre Eltern, Ehemänner und sogar die eigenen Kinder. Arsen entsteht heute bei der Gewinnung von Gold, Blei, Cobalt und Kupfer. Trotz seiner extremen Toxizität kommt es in manchen Arzneimitteln vor. Lösliche Verbindungen von Arsen sind hochgiftig. 60 bis 170 Milligramm Arsenik gelten für Menschen als tödliche Dosis. Der Stoff greift im Körper unter anderem in die DNA-Reparatur ein und stört den zellulären Energiestoffwechsel.   Quelle: dpa/dpaweb
TetrodotoxinNoch nie gehört? Vielleicht kennen Sie die Substanz besser als Kugelfischgift. Das TTX, wie es kurz genannt wird, wird in geringen Dosen in der Schmerztherapie eingesetzt. Tetrodotoxin ist ein schnell wirkendes Nervengift. Die tödliche Dosis beträgt etwa 10 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht. Nur wenige Nicht-Protein-Gifte gelten als noch toxischer. Zum Beispiel… Quelle: Fotolia
BatrachotoxinDas Gift des „Schrecklichen Pfeilgiftfroschs“ - so der offizielle Name des buntem Hüpfers. Er gilt als eines der giftigsten Tiere der Welt und die bisher giftigste bekannte Froschart. Die Ureinwohner Kolumbiens benutzen das Hautgift der Frösche für ihre Blasrohrpfeile. Nur etwa drei Substanzen gelten als noch giftiger als Batrachotoxin. Quelle: dpa
BotulinumtoxinDiese Substanz gilt als der giftigste derzeit bekannte Stoff - und wird gleichzeitig von vielen Stars und Sternchen wie auch Designer Harald Glööckler gefeiert. In extrem verdünnter Form wird das Nervengift in der Schönheitsindustrie eingesetzt - dort besser bekannt als "Botox". Botulinumtoxin wird von bestimmten Bakterien z.B. in verderbendem Fleisch produziert und ist manchem vielleicht durch eine Lebensmittelvergiftung bekannt. Jährlich werden in Deutschland 20 bis 40 Fälle von Vergiftungen mit Botulinumtoxin gemeldet, ein bis zwei davon enden tödlich. Quelle: dpa
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