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Weltklimarat „Es kostet nicht die Welt, den Planeten zu retten“

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Reaktionen aus dem In- und Ausland

Der jüngste IPCC-Bericht zeige, dass Klimaschutz möglich und finanzierbar sei, betont Samantha Smith von der Umweltstiftung WWF. Wer jetzt sage, das sei zu schwierig oder zu teuer, liege falsch, ergänzte sie. Für Investoren heiße das: „Nimm dein Geld raus aus den fossilen Energieträgern“. Kohle und Gas unter der Erde seien nichts mehr wert, wenn sie politisch nicht gewollt seien - und dazu als ökologischer Wahnsinn gelten würden.

Skeptischer sieht Forscher Oliver Geden von der Stiftung Wissenschaft und Politik die Wirkung des aktuellen Berichts - auch mit Blick auf die große Weltklimakonferenz 2015 in Paris. „Politisch hat das nicht viel Überzeugungskraft“, urteilt der Energiepolitik-Experte. Der Report des ehemaligen Weltbank-Chefökonomen Nicholas Stern, der Klimaschutz bereits 2006 als wirtschaftlich sinnvoll einstufte, habe in der politischen Praxis nicht viel verändert. Der neue Bericht wiederhole die „Fünf-vor-zwölf-Rhetorik“ früherer IPCC-Reporte, kritisierte Geden. Diese Botschaft nutze sich für Politiker ab.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Sprecher von Ban Ki Moon, UN-Generalsekretär: „Der Generalsekretär fordert alle Staaten mit großer Dringlichkeit auf, dem Klimawandel schnell und mutig entgegenzutreten, beim Klimagipfel am 23. September 2014 ambitionierte Ziele und Taten vorzulegen und alles Notwendige zu unternehmen, um 2015 ein ehrgeiziges und rechtsgültiges globales Klimaabkommen zu erreichen.“

Christiana Figueres, Chefin des Weltklimasekretariats: „Der einzige sichere Weg in die Zukunft besteht darin, in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts eine CO2-neutrale Welt zu erreichen. Wir können nicht auf Verzögerungstaktiken setzen und auf technische Wunder in der Zukunft hoffen, die uns schon retten werden.“

John Kerry, US-Außenminister: „In puncto Klimaforschung gab es schon einen Weckruf nach dem anderen. Dieser Bericht ist ein Weckruf, der von den globalen ökonomischen Chancen spricht, die wir ergreifen können, wenn wir heute beim Klimawandel eine Vorreiterrolle übernehmen.“

Barbara Hendricks, Bundesumweltministerin, SPD: „Wir müssen jetzt alles daran setzen, im Klimaschutz beherzt voran zu gehen. Deutschland kann dabei eine wichtige Rolle spielen, wenn wir der Welt am praktischen Beispiel zeigen, dass Klimaschutz in einem Industrieland funktioniert.“

In Arbeit
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Johanna Wanka, Bundesforschungsministerin, CDU: „Der Bericht der IPCC-Wissenschaftler zeigt: Die Klimaforschung und die Forschung für die Energiewende müssen mit Hochdruck fortgeführt werden.“

Simone Peter, Bundesvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen: „Wenn die Regierung es mit dem Klimaschutz ernst meint, muss sie ein striktes Klimaschutzgesetz verabschieden, den Ausbau der erneuerbaren Energien beschleunigen und die schmutzigsten Kohlekraftwerke abschalten.“

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