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Umweltschutz Städte der Zukunft mit null Emissionen

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Wie viele Einwohner weltweit in Städten ausgewählter Größenordnung leben (Zur Vollansicht bitte auf die Grafik klicken)

Im 22-Milliarden-Dollar-Projekt Masdar soll schon einmal gezeigt werden, wie das geht. Der Vorstandschef der Masdar-Initiative, Sultan al-Jaber, will nicht weniger als „die Hauptstadt der Energierevolution“ schaffen. „Wir müssen fundamental neu darüber nachdenken, wie Städte Energie und andere Ressourcen schonen können.“

Das zweite herausragende Experimentierfeld in Sachen Klimaschutz entwickelt sich in China kurz vor den Toren Shanghais. Hier, etwa 40 Kilometer vor der Küste der hektischen Millionenstadt, liegt die kleine Insel Chongming. Dort projektieren Landschaftsplaner und Ingenieure Chinas erste Ökostadt. Dongtan soll einmal 500.000 Einwohner aufnehmen und ausschließlich Energie aus regenerativen Quellen verwenden. Zehn Windräder drehen sich bereits am Rand der geplanten Siedlung. Die Stadt, deren letzte Ausbaustufe im Jahr 2030 fertig werden soll, wird nach den Vorstellungen der chinesischen Regierung ein Vorbild für den Rest des Landes sein.

Das Umdenken kommt spät, wo doch für Chinas Politiker und Unternehmer bislang die Devise galt: Wirtschaftswachstum um jeden Preis. Kaum jemand kümmerte sich um die Umwelt. Die Folgen der Ignoranz sind inzwischen im ganzen Land zu besichtigen. 16 der 20 Städte mit der weltweit schlechtesten Luft liegen in China. Jedes Jahr sterben Hunderttausende an Atemwegserkrankungen. Mit mehr als sechs Milliarden freigesetzten Tonnen CO2 jährlich hat China die USA als weltgrößten Klimasünder eingeholt.

Peking setzt auf grüne Energie

Nun soll Schluss sein mit der hemmungslosen Verschmutzung. Landauf, landab forciert Peking die Energiegewinnung aus regenerativen Quellen. Die grüne Musterstadt Dongtan soll wie Masdar CO2-neutral sein und aus einer losen Ansammlung einzelner Siedlungen bestehen, verbunden durch Radwege sowie ein engmaschiges Bus- und Straßenbahnnetz. Der größte Teil des Abfalls wird wiederaufbereitet oder kompostiert, um damit die Felder der Insel zu düngen. „Dongtan könnte ein Beispiel für nachhaltige urbane Entwicklung in China und dem Rest der Welt werden“, schwärmt Herbert Girardet, der das Londoner Ingenieurbüro Arup bei der Planung der Ökostadt berät.

Anders als in Masdar bremsen in Dongtan noch ungeklärte Finanzierungsfragen den Enthusiasmus. Doch die Arup-Verantwortlichen sind sicher, dass es nach mehreren Verschiebungen im kommenden Jahr endlich losgehen wird.

Für Architekt Foster ist der grüne Zug nicht mehr aufzuhalten – und zahllose Städtebauprojekte aus jüngster Zeit geben ihm recht. Eines der spektakulärsten Vorhaben ist das fast fertiggestellte World Trade Center in Bahreins Hauptstadt Manama. Das aus zwei 240 hohen Türmen bestehende Gebäude mit 50 Stockwerken ist das erste Haus der Welt, das drei riesige Windräder mit je 29 Meter Durchmesser integriert hat. Sie sind an Querstreben zwischen den Türmen angebracht und sollen 15 Prozent des Energiebedarfs des Doppelgebäudes decken. Es ist schon bemerkenswert, wie intensiv sich Ölländer auf eine Zukunft ohne das schwarze Gold einrichten.

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