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Unverträglicher Kraftstoff Gabriel: Einführung von Biosprit im nächsten Jahr fraglich

Die Bundesregierung wird die zum nächsten Jahr geplante Einführung von Biosprit möglicherweise absagen. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel verwies auf bestehende Unsicherheiten über die Anzahl von Fahrzeugen, die den Kraftstoff mit einer Beimischung von zehn Prozent Bioethanol (E-10) nicht vertragen.

Bundesumweltminister Sigmar Quelle: dpa

„Wir setzen die Verordnung nicht in Kraft, solange wir keine klaren Zahlen haben. Und wir werden sie nicht in Kraft setzen, wenn die Zahl eine Million Fahrzeuge übersteigt“, sagte der SPD-Politiker. Der ADAC hatte kürzlich gewarnt, mindestens drei Millionen Fahrzeuge würden sich für den Betrieb mit dem neuen Biosprit nicht eignen. Gabriel hatte die Verordnung im Februar nach Berichten über Probleme unerwartet vieler Motoren mit E-10 erstmal auf Eis gelegt. Er hatte deren Zukunft von Zahlen abhängig gemacht, die ihm die Autoindustrie bis Ende März liefern sollte. Bislang aber liegen diese Zahlen offenbar noch nicht vor.

Anfangs hatte der Verband der Autoindustrie (VDA) lediglich von etwa 375.000 Autos gesprochen, für die es Probleme geben dürfte und die deshalb auf das teurere SuperPlus umsteigen müssten. „Wir müssen uns auf Herstellerdaten verlassen können“, unterstrich Gabriel. Zugleich griff er die Mineralölindustrie an. „Der ADAC will seine Mitglieder zu Recht auch schützen. Aber seine Einwände spiegeln die Interessen des Verbandes der deutschen Mineralölindustrie wieder. Die wollen eigentlich keine Biokraftstoffe beimischen“, sagte er.

Die Umweltpolitik werde nicht die Verantwortung dafür übernehmen, wenn Millionen Autofahrer an die SuperPlus-Tankstelle müssten. Der ADAC hatte berichtet, Millionen von Fahrzeugen würden den neuen Biosprit technisch nicht vertragen und müssten bei seiner Einführung auf teureres SuperPlus umsteigen. Zudem müssten die Nutzer des neuen Biosprits draufzahlen, denn die Bioethanol-Beimischung erhöhe den Kraftstoffverbrauch. Der Automobilclub hatte daher gefordert, die Einführung des E-10 auf 2012 zu verschieben.

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