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Valley Talk

Hüllenlos im Netz

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Timeline wird das neue Gesicht von Facebook. Wer es nicht mag, sagt Technikchef Brad Taylor, wird aufs Nebengleis abgeschoben. Damit sein Team „moderne Software“ schreiben und Facebook weiterentwickeln könne. Das klingt, als wäre die Bereitschaft, sein Leben im Netz zu offenbaren, eine Wahl zwischen dem hoffnungslos veralteten Windows 95 und dem kommenden Windows 8.

Nun muss niemand Facebook-Mitglied werden. Aber der soziale Druck, sich digital zu repräsentieren, ist immens. Künftig wird es noch mehr Zeit kosten, sein sozial akzeptiertes Leben zu zimmern, digital zumindest. So wie heute Unternehmen Experten für das Befüllen von Facebook anheuern, werden künftig auch Privatnutzer diese Dienste nutzen, um ihre ganz persönliche Marke aufzupolieren.

Kein Widerstand erwartet

Trotz aller Kritik setzt sich Timeline wohl durch. In Amerika jedenfalls ist kein Widerstand zu erwarten. Da gerade der Präsidentschaftswahlkampf anläuft, wird sich kein US-Politiker mit dem populären Netzwerk anlegen. Gefahr dürfte Facebook allenfalls von Newcomern drohen. Die, immerhin, könnte es geben. Denn das größte Risiko für das soziale Netzwerks ist, dass eine Gegenbewegung entsteht.

Vielleicht gar aus Europa. Eine Online-Opposition, die sich nicht ums Geldverdienen schert und deshalb erfolgreich ist. Genau wie Mark Zuckerberg vor sieben Jahren – bis er seine Nutzer vermarkten musste, um den Gratis-Dienst zu finanzieren.

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